Menschen & Märkte

Freiheit to go

Auf dem Fahrradsattel lässt sich auch eine Pandemie leichter ertragen.
Immer gut dabeizuhaben: einen Thermokaffeebecher. Denn das Zweitschönste am Radeln sind die Pausen.





Ich liebe Langstrecken-Radfahren. Ausdauersport habe ich schon immer gemocht, aber seit ich die kleine Schnittmenge aus Rennrad und Marathon entdeckt habe, habe ich ein neues sportliches Zuhause gefunden. Es ist jedes Mal ein Abenteuer, ganz früh auf leisen Sohlen in den Keller zu schleichen, die Radsachen anzuziehen, ­einen Müsliriegel und eine Powerbank in die Trikottasche zu schieben, noch einmal die Tasche mit der Notfallausrüstung und die Beleuchtung zu überprüfen, eine Flasche mit Wasser und an frostigen Morgen gern auch einen Thermobecher mit Kaffee zu füllen und dann auf dem Rad in die ersten Morgenstunden zu gleiten. Vor einem menschenleere Straßen und nur eine Aufgabe: fahren, egal wie schnell, irgendwann auch egal wie lange, einfach ­treten, treten, weitertreten. 

Der Kopf wird weit, und die Gedanken werden ruhiger, wenn man einen Tag im Sattel verbringt. Es hat etwas Meditatives, die Zeit dehnt sich beim Radeln. Manchmal denke ich, es liegt vielleicht auch daran, dass die Seele im selben Tempo wie der Körper reist. Wer schon einmal 150, 250 oder mehr Kilometer an einem Stück gefahren ist, weiß, was ich meine. Am Ende einer solchen Tour liegt man mit müden Knochen im Bett und hat das Gefühl, es seien nicht 15 Stunden, sondern 15 Tage vergangen – seit die Sonne aufging, die Reiher vorbeizogen, einem der erste Gleichgesinnte beim Vorbeifahren zunickte, der Panne am Deich, der Fährfahrt, den Hasenohren in der Wiese, dem Damm zwischen den beiden Flüssen, der langen Allee mit dem Gegenwind. Und immer wieder das stille innere Aushandeln, wann man sich die nächste ­Pause erlaubt: nur noch zweimal so weit wie sonst zur Arbeit, bis zur nächsten Tankstelle. Oder hat der Bäcker im nächsten Ort vielleicht noch bessere Brötchen?

Randonneure, so nennen wir Langstreckenradler uns, sind ein stilleres und, wie ich finde, freundlicheres Völkchen als die Rennradler, die am Wochenende, oft in Pulks und stets tief geduckt, mit konzentriertem Blick die Landstraßen bevölkern und nur selten die Hand zum Gruß heben. Wobei es auch beim Langstreckenradeln nicht ums Flanieren geht. Wer es an einem Tag mit dem Rad von Hamburg nach Berlin schaffen will, darf nicht bummeln. Aber klar ist auch: Wenn der Kopf nicht mitmacht, wenn die Freude nicht überwiegt, haut einen der erste Durchhänger (und von denen gibt es bei solchen Distanzen einige) aus der Kurve. Beim Marathon spricht man „vom Mann mit dem Hammer“, der um Kilometer 30 zuschlägt – beim Langstrecken-Radfahren sind es die eigenen Dämonen, die herausfordern. Und am besten hält man sie im Zaum, indem man ihnen das pure Erleben entgegenhält.

Vom Träumen, Innehalten und Stolzsein …

Anders als die Pausen bei langen Autofahrten, die oft von bleierner Langeweile gekennzeichnet sind, ist das Rastmachen bei langen Radtouren von einer Portion Demut durchwebt: vor dem, was kommt, aber auch vor dem, was schon hinter einem liegt. Es mag an der Anstrengung liegen, aber die Gefühle liegen an solchen Tagen blank. Die lange Zeit auf dem Rad macht sentimental. ­Jeder Vogelschwarm, jeder weite Blick lässt einen innerlich jauchzen, ein toter Igel am Straßenrand dagegen kann einem Tränen in die Augen treiben. Aber man lernt mit jedem Kilometer auch: Es geht bergauf und bergab, all das gehört zusammen, es geht vorüber, immer weiter. 

Es tut gut, die Arme zwischendurch zu strecken und die Beine einen Moment hochzulegen. Ein heißer Kaffee kann Wunder wirken. Ein Granfondo-Tag – aus dem Italienischen „fondo“, „Ausdauer“ – ist lang. Selten spenden Koffein und Wärme so viel Kraft wie bei diesen geräuberten Fahrradtagen. Ich habe mich über manchen abgestandenen Tankstellenfilterkaffee mit Dosenmilch mehr gefreut als über einen perfekten Flat White.

Seit die Pandemie immer wieder unsere Freizeit beschränkt, sind vor allem die Radwege in urbanen Gebieten voller geworden. Die Fahrradbranche konnte ihren Umsatz 2020 um 61 Prozent steigern. 464 Millionen Tages-Radtouren haben die Deutschen laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club e. V. (ADFC) im vergangenen Jahr unternommen – mehr als je zuvor. Ich weiß, dass manch einer meiner Langstreckenfreunde das nicht nur positiv sieht, denn je näher man an den Städten lebt, desto früher muss man jetzt morgens raus, wenn man auf Radwegen und Straßen noch Freiheit und Einsamkeit finden will. Ich freue mich trotzdem über jeden, der das Radfahren für sich entdeckt: #einautoweniger – und
vielleicht eine neue, nette, flüchtige Begegnung irgendwo im Nirgendwo.

… bis zu Störchen und freundlichen Begegnungen

Als ich im vergangenen Spätsommer – die sich im Norden sammelnden Vogelschwärme waren noch nicht gen Süden aufgebrochen – in der beginnenden Dämmerung durch die Untere Seeveniederung Richtung Elbe rollte, saßen sie da: zwei Rentnerpaare im Partner-Look, die Pedelecs standen am Fuß einer kleinen Erhebung. Einer hatte eine Thermoskanne in der Hand, die anderen die Becher. Es war ganz still, ihre Blicke waren auf einen kleinen See gerichtet. Dann kamen sie: Zwei Störche flogen mit weit ausgebreiteten Flügeln eine letzte Runde. Ich habe noch versucht, ein Foto zu machen, war aber zu spät.

Ich bin sicher, genau für diesen Moment waren die vier hergekommen. Einer hatte gewiss zuvor den Rastplatz der großen Vögel entdeckt und wollte ihn den anderen zeigen. Freundlich nickten sie mir zu. Der Gruß hatte etwas von Stammgästen, die sich in einem Café begegnen. Man kennt sich nicht, man bricht zu anderen Zeiten und in andere Richtungen auf. Aber man weiß, dass man dasselbe Glück teilt.

Radliebe in Zahlen

Zahl der Tages-Radtouren, die die Deutschen 2020 in der Freizeit unternommen haben, in Millionen:  464
Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr, in Prozent:  41
Zahl der Deutschen, die 2020 das Rad für einen Tagesausflug nutzten, in Millionen:  31
Anteil der Ausflügler, die das Rad dabei zum ersten Mal für einen Ausflug nutzten, in Prozent:  11
Anteil derjenigen, die die während der Ausflüge kennengelernten Strecken auch im Alltagsradverkehr nutzen, in Prozent:  59
Zahl der 2020 in Deutschland verkauften Räder, in Millionen:  5,04
Zahl der 2020 in Deutschland verkauften Elektroräder, in Millionen:  1,95
Zahl der 2020 in Deutschland neu zugelassenen reinen Elektroautos, in Millionen:  0,19
Fahrradbestand in Deutschland im Jahr 2020, in Millionen:  79,1
Fahrradbestand in Deutschland im Jahr 2019, in Millionen:  75,9

Legende
Lust auf eine Radtour bekommen? Auf den folgenden Seiten finden Sie Routenvorschläge, sortiert nach Regionen und Schwierigkeitsstufen. Entdeckt haben wir sie auf dem Portal der Navigations-App Komoot, den Seiten des ADFC und des Blogs Draussenlust.de sowie denen der regionalen Tourismus-Büros.

leichte Routen für Anfänger
mittelschwere Routen für geübte Fahrer
anspruchsvolle Routen für erfahrene Fahrer

Ab ans Wasser

Leuchtfeuer, Inseln und die Waterkant

Route 1 ♦ 
Zu einem echten Leuchtturm

Ab Hamburg, für Familien geeignet, circa 36 Kilometer

Der nur knapp sieben Meter hohe Leuchtturm an der Bunthäuser Spitze ist ein famoses Ausflugsziel. Morgens ganz früh ist es dort besonders schön, weil man dann die Sonne über den sich hier teilenden Elbarmen aufgehen sieht. Erbaut wurde das hölzerne Leuchtfeuer 1913, um die Fahrwassertrennung zu markieren, seit 1977 brennt hier jedoch kein Licht mehr. Der Weg dorthin führt durch den alten Elbtunnel, das wuselige Wilhelmsburg und entlang des kleinen Naturschutzgebietes Heuckenlock, das einen der letzten Tideauenwälder Europas beherbergt.

b1.de/leuchtturm

1 Alter Elbtunnel
Das geflieste Bauwerk aus dem Jahr 1911 ist eine Hamburger Ikone. 426 Meter ist der Tunnel lang und verbindet die Landungsbrücken mit Steinwerder. Wer dort einen Abstecher links zur Kaimauer macht, wird mit einem Panoramablick auf die Elbphilharmonie, die „Rickmer Rickmers“ und den Michel belohnt.

2 Reiherstiegviertel
Hier lohnt es sich, langsam zu fahren. Nicht nur, weil es in diesem Schmelztiegel aus unterschiedlichen Ethnien und Kulturen viel zu schauen gibt, sondern auch, weil man bei den türkischen Gemüsehändlern, syrischen Bistros, portugiesischen Restaurants und italienischen Cafés wunderbar den Proviant aufstocken kann.

3 Heuckenlock
Kurz vor der Bushaltestelle „Moorwerder Hauptdeich 35“ führt ein Pfad vom Deich rechts in das Dickicht, das an der Elbe in das artenreichste Naturschutzgebiet Hamburgs mündet. Alte Ulmen stehen neben dem romantischen Pfad, rechts und links wuchern Röhricht und Drüsiges Springkraut. Räder bitte am Deich lassen.

Route 2  
Auf zur Flussinsel

Ab Bremen für Geübte, ab Bremen-Blumenthal auch für Familien, zwischen 45 und 80 Kilometern

Das Schöne an Radtouren entlang von Wasserläufen: Man kann an der einen Seite rauf- und an der anderen wieder runterfahren. Diese hier führt nach Harriersand, mit einer Länge von elf Kilometern Deutschlands zweitgrößte Flussinsel. Schöne Aussichtspunkte gibt es viele: etwa die derzeit leider gesperrte Eisenbahnbrücke über die Hunte oder das Denkmal des Schwarzen Herzogs in
Elsfleth. Und natürlich den Strand auf der Weserinsel, mit Blick auf das riesige Hafenterminal der Firma J.  Müller.

b1.de/flussinsel

Route 3  
Ein Tag am Meer

Ab Lübeck, für Erfahrene, circa 110 Kilometer bis Rostock. Der Ostseeküsten-Radweg ist gut ausgebaut und kann beliebig abgekürzt oder verlängert werden.

Der Ostseeküsten-Radweg ist nicht ohne Grund einer der beliebtesten Radwege Deutschlands. Er führt an Wiesen, Feldern und Steilküsten entlang, der Strand ist immer nah und lädt zu Pausen ein. Wer will, kann bis nach ­Rügen fahren. Die Strecke ist gut ausgebaut, es gibt jede Menge Quartiere und Campingplätze. Wer keine Lust auf Bike­packing hat, kann Reiseanbieter buchen, die den Gepäcktransport übernehmen. Schöner Pausenort nahe Lübeck: der Naturstrand Groß Schwansee bei Kalkhorst.

b1.de/ostsee

76000

Kilometer lang, ist das gesamte deutsche Radfernwege-Netz.

3

Radfernwege, die durch Norddeutschland führen, ­stehen auf dem Siegertreppchen der meist befahrenen Radfernwege 2020. Der erste Platz ging an den Elbe-Radweg, der an der Flussmündung in Cuxhaven beginnt und quer durch Nord- und Ostdeutschland bis weit an Prag vorbei zum Nationalpark Riesengebirge in Tschechien führt. Platz Nummer zwei belegte der Weser-Radweg, der vom Weserbergland zur Nordsee führt. Den dritten Platz belegte der Ostseeküsten-Radweg, der von der Flensburger Förde bis an die polnische Grenze führt.

 

Wussten Sie, dass …

… die meisten der fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands im Norden liegen? In der Kategorie der Städte mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern belegte Nordhorn im jüngsten Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) den Spitzenplatz. Göttingen gewann in der Kategorie der Städte mit 100 000 bis 200 000 Einwohnern. Sieger bei den Städten mit mehr als 500 000 Einwohnern war die Hansestadt Bremen. 

 

 

Stadtbummel per Rad

Urbane Rennstrecken und kulturelle Entdeckungsfahrten

Route 4  
Raus aufs Land

Ab Berlin, für Geübte, 100 Kilometer

Von Berlin aus gibt es unzählige schöne Touren. Besonders frequentiert sind die Straßen rund um die vielen Seen südwestlich des Grunewalds. Wir haben uns für eine Empfehlung in den Südosten entschieden – auch weil es dort leerer ist und man die Räder und Gedanken besser laufen lassen kann. Die kleine Straße bei Mehrow hat fast schon etwas von einer Zweirad-Autobahn und ist deshalb besonders bei Rennradlern beliebt, im Frühjahr springen durch das Feld nebenan die Rehe. Wie weit war es noch mal bis zum Brandenburger Tor?

b1.de/stadtflucht

1 KöpenickBerlin lockt Besucher und Einheimische mit vielen gastronomischen Angeboten, warum also in die Köpenicker Altstadt? Weil es sich nach Ferien anfühlt. Hipster-Flair sucht man am Zusammenfluss von Dahme und Spree vergebens, aber es gibt eine Eisdiele, Cafés, ein Schloss, einen Ausflugsdampfer und jede Menge Parkbänke.

2 Gabelfelder RadwegZugegeben, es mag ungewöhnlich scheinen, einen Radweg als Picknickplatz zu empfehlen, aber gerade im Frühjahr sind die Blicke über die Felder herrlich, sodass sich ein kurzer Halt lohnt. Die frühen Morgenstunden, wenn die Sonne die Hauptstadt am Horizont in orangefarbenes Licht hüllt, sind hier ganz besonders schön.

3 Brandenburger TorNicht wirklich ein idyllischer Ort, aber mitten in der Stadt und sehr historisch: Die Tour endet am U-Bahnhof Brandenburger Tor. Bäcker gibt es hier genügend, und der nahe Tiergarten bietet jede Menge Wiesen zum Ausruhen.

Route 5 
Musikalischer Stadtbummel 

Ab Leipzig, für Familien, 40 Kilometer

Es gibt viele Wege, sich eine Stadt zu erschließen – der mit dem Rad gehört zu den schönsten. Die Leipziger ­„Notenspur“ führt zu den Lebens-, Wohn- und Wirkungsorten bedeutender Musiker, Söhne und Töchter der Stadt. Wussten Sie, dass nicht nur Gustav Mahler, Felix Mendelssohn Bartholdy oder Clara und Robert Schumann in Leipzig komponierten, sondern dass auch Edvard Grieg hier Komposition studierte?

b1.de/musiker

Route 6 
Goethe, Schiller und zurück 

Ab Erfurt, für geübte Familien, 65 Kilometer

Es fühlt sich immer toll an, aus eigener Kraft mit dem Rad von A nach B zu gelangen. Das gilt auch für diese hübsche Tour, die in Erfurt startet, bis nach Weimar und wieder zurück führt. Im Frühling ist die Strecke durch die vielen kleinen Städtchen besonders reizvoll: Der Obst­anbau an den sanften Hügeln der Fahner Höhe vor den Toren Erfurts hat eine jahrhundertelange Tradition. Wen zwischendurch die Kräfte verlassen: Es ist nie wirklich weit bis zur nächsten Bahnstation.

b1.de/dichter

1885

rollt bei den Gebrüdern Nevoigt, Reichenbrand/Chemnitz, der nach eigenen Angaben ältesten produzierenden Fahrradfabrik in Deutschland, das erste Diamant-Fahrrad vom Band. Nach Verstaatlichung, erneuter Privatisierung und Umfirmierung gehört die Diamant Fahrradwerke GmbH inzwischen dem amerikanischen Unternehmen Trek Bicycle Corporation an. 2018 wurden 196 000 Diamant-Fahrräder gebaut, davon die Hälfte mit Elektromotor.

 

Wussten Sie, dass …

… die erste Frau, die das Transcontinental Race, eines der härtesten Langstreckenradrennen Europas, gewann, in Dresden lebt? Die damals erst 24-jährige Medizinerin Fiona Kolbinger legte die 4000 Kilometer von Bulgarien bis in die Bretagne 2019 in exakt zehn Tagen, zwei Stunden und 48 Minuten zurück und wurde damit erste von rund 260 Teilnehmern, darunter 40 Frauen.
transcontinental.cc

 

 

Zu Bergen und Burgen

Verwunschene Schlossgräben und seltene Reben

Route 7 
Palmenhaus und Schlossmauern

Ab München-Gern, für Anfänger, 16 Kilometer

Bayern ist die Heimat unzähliger Burgen. Die Adelswohnsitze erzählen hier Geschichte und Geschichten. Das barocke Schloss Nymphenburg war beispielsweise die Sommerresidenz der Wittelsbacher. Heute gibt es ein Café in einem alten Palmenhaus und unweit des Schlosses einen Hirschgarten – und sobald die Sonne scheint natürlich auch Biergärten.

b1.de/schloesser

1 Schlosskanal
Schon von Weitem sieht man vom Kanal aus den 500 Meter breiten prächtigen barocken Schlossbau. Im Winter wird das Wasser des Kanals zur größten Eisstockbahn Münchens, im Sommer kann man sich eine Gondel buchen.

2 Jagdschloss Blutenburg
Wem es rund um die Nymphenburg zu voll ist, der sollte weiter bis zum Schloss Blutenburg radeln. Das mittelalterliche Gebäude mit einer Wehrmauer vor der malerischen Seekulisse versteckt sich hinter alten Baumriesen. Es gibt ein Café, jede Menge Bäume zum Drunterliegen und im Inneren das Michael-Ende-Museum.

3 Würmufer & Gern
Nach den beiden Schlössern geht es ein Stück an der Würm entlang und über den Kanal zurück zur Schlossmauer und nach Gern. Da findet man die sogenannte Villenkolonie Gern, die älteste Münchner Reihenhaussiedlung, natürlich im Landhausstil.

Route 8 
Ab auf die Alb 

Ab Stuttgart, für Geübte, circa 120 Kilometer

Diese Route von Kirchberg nach Reutlingen haben wir bei der Schleifenroute gefunden, einer Initiative von Pink Ribbon, die Menschen zu mehr Bewegung ermuntern und die Aufmerksamkeit für Brustkrebs erhöhen will. Wer will, kann seine zurückgelegten Kilometer spenden. Auch die anderen Routenabschnitte sind empfehlenswert. 

www.schleifenroute.de
b1.de/schleifentour

Route 9 
Auf Rädern durch Reben

Ab Schallstadt bei Freiburg im Breisgau, für Familien, 43 Kilometer

Im französischen Médoc findet jedes Jahr – wenn nicht gerade ein Virus es verhindert – ein Marathon statt, der mit einer Weinverkostung kombiniert ist. In Baden-Württemberg gibt es als Pendant jetzt den Weinradweg. Auf 460 Kilometern führt er von Basel bis Weinheim durch viele badische Weinregionen. Eine Variante der Etappe zwei führt ins Glottertal, wo die Rebhänge zu den steilsten
Deutschlands zählen.

b1.de/wein

700

Kilometer lang ist die Via Claudia Augusta, ein Radweg, der auf den Spuren der Römer von Donauwörth bis an die Adria führt. Laut der ADFC-Radreiseanalyse ist er
einer der beliebtesten ausländischen Radfernwege und gilt zudem als eine der leichtesten Alpenüberquerungen. Besonders schön ist die Passage durch die Dolomiten, hier lohnt es sich, den ein oder anderen Ruhetag einzulegen.
viaclaudia.org

 

154

Stundenkilometer erreichte der Radsportler Karl-Heinz Kramer 1950 auf einem Rad im Windschatten eines Motorrads mit windabweisender Verkleidung – der Rekord ist bis heute ungebrochen. Bestaunen kann
man das Gefährt (und viele andere historische Räder) im Deutschen Fahrradmuseum in Bad Brückenau.
deutsches-fahrradmuseum.de

 

Wussten Sie, dass …

… man Kaffee – eine Empfehlung für alle Radpausen – in vielen Gaststätten in Bayern in einem Haferl bestellen kann? Gemeint ist damit ein großer Becher, der übrigens auch in Österreich so genannt wird. Angeblich handelt es sich dabei um eine Verkleinerungsform des alten Wortes Hafen für einen Topf oder ein Gefäß aus Ton.

 

 

Stille Trassen und Flöze

Industriecharme und Weitblick

Route 10 
Auf alten Bahntrassen

Ab Hanau, für Familien und Geübte, 58 Kilometer

Der 245 Kilometer lange BahnRadweg Hessen verläuft zum großen Teil auf stillgelegten ehemaligen Bahntrassen. Das Beste daran: Man ist weitgehend unter sich, ­Autos sind verboten, außerdem halten sich extreme Steigungen selbst in der Rhön in Grenzen. Unsere Etappe führt von Hanau in den Luftkurort Gedern, entlang historischer Fachwerkhäuser, romantischer Brücken und dem Schlosspark Philippsruhe.

b1.de/bahn

1 Philippsruhe
Los geht es am Hauptbahnhof in Hanau. Von hier aus fährt man am Main entlang bis zum Schloss Philippsruhe, das etwa 1700 erbaut wurde. Der schöne Schlosspark war ursprünglich als barocker Schlossgarten angelegt, wurde im 19. Jahrhundert jedoch zu einem englischen Landschaftspark ausgebaut.

2 Obertor in Mittelbuchen
Mittelbuchen ist der kleinste und älteste Stadtteil Hanaus, dort leben genau 3563 Menschen. Sehenswert ist das Heimatmuseum im Obertor, das Teil der ehemaligen Befestigungsanlage war. Das kleine Fachwerkhäuschen über dem Torbogen diente als Wachstube.

3 Vulkanradweg
Auf 94 Kilometern führt der Vulkanradweg über das größte Vulkanmassiv Mitteleuropas. Auch er verläuft auf alten Bahntrassen, genauer gesagt auf der Strecke der ehemaligen Vogelsbergbahn (Oberwaldbahn) von Lauterbach bis Stockheim beziehungsweise in der anderen Richtung von Bad Salzschlirf bis Schlitz.

Route 11 
Kurvendiskussion an der Saar

Ab Mettlach, für Familien, circa 35 Kilometer

Wussten Sie, dass Deutschlands schönste Flusskurve im kleinen Saarland liegt? Wegen des harten Quarzgesteins windet sich die Saar dort fast einmal um sich selbst. Schiffskapitäne müssen an der Saarschleife wachsam sein, Radler haben es dank des Saar-Radwegs am Ufer einfacher: Er startet im französischen Sarreguemines und führt 110,4 Kilometer bis Konz, wo Saar und Mosel zusammenfließen.

b1.de/kurve

Route 12 
Durchs ehemalige Revier

Ab Winterberg, für Geübte, rund 240 Kilometer

Man muss den RuhrtalRadweg natürlich nicht an einem Stück fahren, aber wer genügend trainiert hat, kann es ruhig mal wagen: Die Strecke ist hervorragend ausgeschildert und sehr abwechslungsreich. Start ist in Winterberg im Sauerland, wo die Ruhr als dünnes Rinnsal am Nordhang des 696 Meter hohen Ruhrkopfs entspringt, Ziel ist Duisburg mit dem größten Binnenhafen der Welt.

b1.de/ruhr

52

Impulse für Alltagsreisende und Lebensbeweger verspricht das Buch „Unterwegs“, das der passionierte Radler und Fotograf Nils Laengner gemeinsam mit ‚
seinem Vater herausgegeben hat. Erschienen ist das Buch des Dortmunders bei SCM mitten im Corona-Sommer 2020. Die schönen Radbilder von Laengner sind auch hier zu sehen: nilslaengner.de

 

Wussten Sie, dass …

… der Weltrekordhalter im Sprung ohne Anlauf mit einem voll gefederten Mountainbike aus Nordrhein-Westfalen kommt? 2,10 Meter weit sprang Max Schrom 2020 live in einer WDR-Fernseh-Show. Es ist übrigens bereits der sechste Superlativ, den der 33-jährige
Radathlet und Stunt-Künstler für sich verbuchen konnte.

 

Tipps

Natürlich kann man auch vollkommen analog starten, aber Apps können das Radfahren leichter, angenehmer, sicherer, effizienter oder einfach nur unterhaltsamer machen. Hier einige persönliche Empfehlungen aus dem App-Store:

· Zum Navigieren: komoot oder Bike Citizens
·
Zum Trainieren und Motivieren: Strava, HRV4Training, Radbonus
·
Für mehr Fahrfreude: Saddle Adjust, Bicycle Gear Calculator, The Foot Fit Calculator

Das Leben ist ein Fest – Wie wir feiern, warum wir es tun und was passiert, wenn wir es lassen.

Teilen und lernen – Lebensmittel wegwerfen? Findet niemand gut. Etwas dagegen tun? Wollen alle. „Too Good To Go“ hat es tatsächlich gemacht.

Wie wirkt Kaffee im Körper? – Unser Schaubild zeigt, was mit einer Tasse Kaffee im Körper passiert.