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brand eins 02/2026 (Digital)

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Titel: Like mich am Arsch!

Schwerpunkt: Sichtbarkeit in Zeiten von KI

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In dieser Ausgabe schauen wir dahin, wo sich die Spielregeln gerade radikal verschieben: auf Karriereplattformen, in der Werbung, bei Marken und bei uns selbst. Wir stellen uns die Frage, was künftig überhaupt noch als glaubwürdig durchgeht – und finden überraschende Antworten.

Fragen, die wir in dieser Ausgabe beantworten:
• Wie wurde ein japanischer Baseballstar zu einer der wertvollsten Werbefiguren aller Zeiten?
• Wie verhilft einem KI zu einer neuen Identität?
• Was haben soziale Medien gegen Demokratie?
• Was steckt hinter den neuen Regeln auf Linkedin?

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Erscheinungsdatum: 30. Januar 2026
Umfang: 122 Seiten

Liebe KI, ich bin toll!
• Der Kampf um Aufmerksamkeit war nie ein Zuckerschlecken, aber so langsam wird er zur Tortur. Nicht nur, weil man an der Marketingmaschine Donald Trump vorbeikommen muss: In Zukunft wird es auch darum gehen, die künstliche Intelligenz fürs eigene Unternehmen oder Produkt zu interessieren – und dagegen war die Zeit mit den sozialen Medien ein Spaziergang. Aber der Reihe nach. Soziale Medien sind immer noch der wichtigste Verkaufskanal, auch wenn deren Beliebtheit in allen Altersklassen sinkt (und die Plattformen kräftig daran arbeiten, dass es weiter nach unten geht). Wer Karriere machen will, ist mit einem Account bei dem beruflichen Netzwerk Linkedin weiterhin gut beraten. Doch dort hat die KI einen Wandel eingeleitet, der die Grundfesten erschüttern wird: Das neuronale Netzwerk 360Brew soll zukünftig darüber entscheiden, was und wer auf der Plattform sichtbar wird oder was der Algorithmus vorher schluckt.

Mindestens so stark wird die KI eingreifen, wenn es darum geht, Unternehmen und Produkte in der digitalen Welt zu finden. Die gute alte Suchmaschinenoptimierung hat die Webseitenbetreiber gelehrt, sich auf die Aufmerksamkeitsschwellen von Google & Co einzustellen. Die KI will ihnen alles austreiben, was sie bisher für Werbung hielten. Möglichst oft den Namen nennen? Das war lange die goldene Regel für Werbespots, könnte aber künftig den frühen Tod einleiten: Denn die KI ignoriert Werbung – noch dazu, wenn sie platt ist. Sie wird dagegen aufmerksam, wenn ein Produkt oder Unternehmen in seriösen oder gar wissenschaftlichen Quellen genannt wird, glaubwürdig! … Sie ahnen, das wird die Werbewelt verändern. 

Wie es Muttis Welt verändert, könnte aufschlussreich werden. Zuerst einmal ist die italienische Familienfirma mit einem ordentlichen Marketingetat in die deutsche Welt der Dosentomaten eingefallen und hat unter anderem mit Events, mit Kochkursen und einem TV-Spot aus 1,7 Prozent Marktanteil satte 14 gemacht. „Damals konnte man mit TV noch Markenbewusstsein aufbauen“, erinnert sich der Vermarkter Benjamin Kolthoff von Punkt PR an die fernen 2020er-Jahre. Interessant wird in Zukunft sein, was die KI an Tomaten interessiert. Das Marketingteam von Cosnova kann dem gelassen entgegensehen, auch nachdem sie gerade einen schönen Preis eingefahren haben. Ihre Arbeit für die Kosmetikmarken Essence und Catrice findet nicht nur auf klassischen Wegen und im Tiktok-Studio statt: Sie begegnen den jugendlichen Kundinnen und Kunden zudem auf der Spieleplattform Roblox.

Die Erfolgsgeschichte von LAP Coffee beweist zum guten Schluss, dass Social Media doch funktionieren. Denn an Kaffee und Locations kann der Hype nicht liegen, die Gründer der Coffeeshops setzen auf Community-Building. Da ist auch die KI noch nicht tonangebend. Dafür der Mensch, was die Sache nicht einfacher macht.

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