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Versuchszentrum Laimburg

Seit mehr als 50 Jahren wird im Versuchszentrum Laimburg an der Zukunft der Südtiroler Landwirtschaft geforscht. Zwischen 2.400 Jahre alten Traubenkernen und künstlicher Intelligenz suchen Florian Haas und sein Team nach den Rezepten für den Wein- und Apfelanbau von morgen.



Das Bild zeigt einen malerischen Weinberg, dessen Rebzeilen sich über ein üppig grünes Feld erstrecken. Im Hintergrund scheint die Sonne hell und taucht die Szene in ein warmes Licht. Der Blickwinkel ist von der Seite des Weinbergs aus auf die fernen Berge gerichtet, was ein Gefühl von Tiefe und Weite vermittelt. Die leuchtenden Farben der Reben und der strahlend blaue Himmel tragen zur insgesamt ruhigen und idyllischen Atmosphäre der Landschaft bei.

Südtiroler Unternehmen kombinieren High-End-Technologie mit regionalen Rohstoffen und ermöglichen so eine zukunftsfähige Holzindustrie.

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Das Bild zeigt ein Logo mit einem schildförmigen Design und einer Bergkette im Hintergrund. Die Gebirgskette besteht aus verschiedenfarbigen Gebäuden, die eine lebendige und visuell ansprechende Szene bilden. Der Schriftzug "südtirol" ist prominent in der Mitte des Schildes angebracht und steht wahrscheinlich für den Namen oder Slogan des Unternehmens oder der Organisation, die mit dem Logo verbunden ist. Das Gesamtdesign ist einfach und doch auffällig, was es zu einem zugänglichen und effektiven Logo für eine Website macht.

Wer im Hochsommer durch das Etschtal nach Bozen fährt, betritt eine der heißesten Zonen Italiens. Während die Touristen die kühle Brise der Berge suchen, stehen die Weinreben und Apfelbäume in der Ebene unter Dauerstress. Temperaturen von fast 40 Grad sind hier keine Seltenheit mehr. „Wir zählen uns zusammen mit Rom und Palermo zu den heißesten Städten des Landes“, sagt Florian Haas. Er leitet den Fachbereich Weinbau am Versuchszentrum Laimburg und ist so etwas wie der strategische Planer für eine Landwirtschaft, die sich im radikalen Umbruch befindet.

Ein Mann steht vor einem Gebäude mit Holzfassade und Balkon und lächelt in die Kamera. Das Gebäude hat mehrere Fenster und eine Tür. Der Mann trägt ein weißes Hemd und eine Brille.
Das Bild zeigt eine Nahaufnahme einer Weinrebe, an deren Zweigen Trauben mit violetten Beeren hängen. Die Rebe ist von einer Mischung aus grünen und gelben Blättern umgeben, was eine lebendige und üppige Szenerie schafft. Das Bild wurde aus einem niedrigen Blickwinkel aufgenommen, wodurch die Höhe der Trauben und der Blätter betont wird. Der Hintergrund ist unscharf, wodurch der Fokus auf die Weinreben und Blätter im Vordergrund gelenkt wird.

Landwirtschaft 4.0: Wenn die Rebe zum „Patienten“ wird

Früher verließ man sich auf das Bauchgefühl und die Erfahrung von Generationen. Heute ist das Wetter so unberechenbar geworden, dass die Intuition allein nicht mehr ausreicht. Im Versuchszentrum Laimburg ist die Landwirtschaft daher zur Hightech-Disziplin geworden.

Ein Beispiel, das Haas besonders fasziniert, ist der Einsatz von Sensoren, die ursprünglich für die Überwachung von Hochhäusern in Erdbebengebieten entwickelt wurden. „Wir setzen diese Sensoren direkt in den Stamm der Rebe“, erklärt er. „Sie messen die Saugspannung – also die Kraft, mit der die Pflanze das Wasser aus dem Boden zieht.“ Was früher mühsame manuelle Messungen erforderte, landet heute als digitaler Datenstrom direkt auf dem Smartphone des Weinbauern. So wird Wasser nicht mehr nach Gießkannenprinzip, sondern mit chirurgischer Präzision eingesetzt.

Bei der Schädlingsbekämpfung hilft die Künstliche Intelligenz: Automatisierte Fallen fotografieren Insekten im Flug. Eine Bilderkennungssoftware analysiert in Sekundenbruchteilen: Ist es ein nützlicher Marienkäfer oder ein gefährlicher Schädling? Diese gezielte Überwachung verhindert unnötige Chemie-Einsätze und schont die Biodiversität.

Das Bild zeigt ein modernes Gebäude mit einer einzigartigen architektonischen Gestaltung, das sich durch eine Reihe rechteckiger Fenster auszeichnet, die in einem gitterartigen Muster angeordnet sind. Das Gebäude liegt an einem Hang, im Hintergrund ist eine felsige Klippe zu sehen. Die Szene wurde aus einem niedrigen Blickwinkel aufgenommen, wodurch die Höhe des Gebäudes und seine Dominanz in der Landschaft betont werden. Das Bild ist in Farbe, mit einem strahlend blauen Himmel und etwas Grün im Vordergrund.

Die Renaissance des alten Wissens

Manchmal ist es jedoch nicht die moderne Technik, die den Fortschritt bringt - manchmal ist es das alte Wissen, welches es wiederzuentdecken gilt. Haas und sein Team reaktivieren Methoden, die seit den 1990er-Jahren fast vergessen waren. Die „Gründüngung“ ist so ein Fall. Ein klinisch-reiner „Golfrasen-Teppich“ zwischen den Reben ist out. Stattdessen sprießen allerlei andere Pflanzen zwischen den Reihen, die den Boden verbessern, vor Sonneneinstrahlung schützen und die Erde auflockern.

„Während die Rebe im Winter schläft, holen diese Pflanzen den Stickstoff aus der Atmosphäre und bringen ihn tief in den Boden“, sagt Haas. Das Ergebnis ist eine natürliche Düngung, die bis in Erdschichten reicht, die kein Traktor und kein Mineraldünger erreichen würde. Es ist der Versuch, den Boden „resilienter“ zu machen – widerstandsfähiger gegen das, was der Klimawandel noch bringen mag.

Das Bild ist eine Collage aus zwei unterschiedlichen Szenen. Links sitzt ein Mann vor einem Computer mit einem grünen Bildschirm, auf dem ein Baum zu sehen ist, und rechts berührt ein anderer Mann einen Baumstamm. Die Collage wird oben von den Schriftzügen „INNOVATIONEN FÜR LEBEN“ und „sudtirol“ begleitet, was auf einen Bezug zum Fokus des Unternehmens auf Innovation und Nachhaltigkeit hindeutet.
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Weitblick für die Holzindustrie

Südtiroler Unternehmen beweisen, dass Innovation und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen: Mit KI, Computertomografie und Röntgen machen sie die Qualität von Holz sichtbar, reduzieren Ausschuss und steigern so die Effizienz. Mit Pioniergeist aus Südtirol entstehen Lösungen, die immer wieder neue Maßstäbe in der Holzverarbeitung setzen.

suedtirol.biz

Der Ur-Apfel: Die Chance aus Kasachstan

Während Florian Haas den Weinbau hütet, blicken seine Kollegen vom Obstanbau noch weiter zurück – und gleichzeitig viel weiter weg. Der Südtiroler Apfelanbau ist mit 900.000 Tonnen Ernte pro Jahr ein wirtschaftlicher Gigant, doch die Sorten sind „High-Performer“: Sie liefern zwar Höchsterträge, sind aber extrem anfällig für Krankheiten wie Feuerbrand oder Schorf.

Daher forscht man in der Laimburg am Malus Sieversii, dem Ur-Apfel aus den Wäldern Kasachstans. Er ist der genetische Urahn aller modernen Äpfel und trägt Fähigkeiten in sich, die im Laufe der Züchtungen verloren gegangen sind: Er übersteht Frost, enorme Hitze und braucht keine Pestizide. Wenn es gelingen würde, die wilden Gene des Ur-Apfels wieder in die Zucht-Äpfel einzukreuzen, würden sie enorme Widerstandskraft gewinnen. Es ist quasi die Suche nach dem „Lucy-Gen“ des Apfels, um die Plantagen der Zukunft zu sichern.

CompostDiVino: Wärme aus dem Weinberg

Fast schon nebenbei testen die Forscher gerade ein neues Verfahren zur Wärmegewinnung: CompostDiVino heißt das Projekt, bei dem vermeintlicher Abfall wie Rebschnitt und Resthölzer kompostiert wird. Durch den mikrobiologischen Abbau entstehen im Inneren der Komposthaufen Temperaturen von bis zu 90 Grad Celsius. Leitungen mit Wasser schlängeln sich durch die Haufen und nehmen die Wärme auf, die dann Verkaufsräume und Kellereien heizt. Ein kleiner, aber sinnvoller Kreislauf: Was im Weinberg abgeschnitten wird, hält im Winter die Stube warm.

Das Bild zeigt einen Innenraum mit einem langen Tisch und Stühlen, die im Halbkreis angeordnet sind, wahrscheinlich für eine formelle Veranstaltung oder Zusammenkunft. Der Raum verfügt über einen Steinboden und einen Steinbogen, was ihm eine rustikale und gemütliche Atmosphäre verleiht. Im Raum stehen überall Topfpflanzen, die dem Raum einen Hauch von Grün verleihen. Die gesamte Raumaufteilung und Gestaltung lassen vermuten, dass es sich um einen Ort für einen besonderen Anlass oder eine Feier handeln könnte.
Das Bild zeigt eine Nahaufnahme eines Holzfasses mit einem detailreichen Reliefmuster, das das Profil eines Mannes, verschiedene Symbole und Schriftzüge zeigt. Das Fass scheint aus Eichenholz gefertigt zu sein und ist mit einem roten Rand verziert. Der Text auf dem Fass umfasst „SUDTIROL“, „LITONOME PROVINZ“ und „BOZÉ“ sowie die Jahreszahl „1948“. Das Fass ist vor einem dunklen Hintergrund abgebildet, wodurch die feinen Details des Reliefmusters besonders hervorgehoben werden.

Eine Keller-Kathedrale aus Porphyr

Hoch oben auf einem Berggipfel über dem Versuchsgelände thront die Ruine der Laimburg, die der Forschungseinrichtung ihren Namen gab. Tief im Berg befindet sich ein riesiges, weitverzweigtes Gewölbe. Da die Ebene zu nah am Grundwasser liegt, konnte man keinen Keller in die Tiefe bauen. In den 1990er-Jahren entschied man sich daher für eine spektakuläre Lösung: Man sprengte mit Tonnen von Dynamit ein Tunnelsystem direkt in den Fels des Mitterbergs - samt großem Festsaal, in dem prominente Gäste empfangen wurden. Bei konstanten 13 bis 14 Grad reifen hier die Weine in mächtigen Holzfässern.

Direkt nebenan liegt eine archäologische Ausgrabungsstätte, in der 2.400 Jahre alte Traubenkerne gefunden wurden. Ein stiller Hinweis darauf, dass hier schon Weinbau betrieben wurde, als das antike Rom noch eine junge Stadt war.

brand eins Innovationstour in Südtirol 2026 🏔️

Im Herbst 2026 wird brand eins mit Unternehmerinnen und Unternehmern nach Südtirol reisen. Im Vordergrund stehen dabei Gespräche mit den Südtiroler Veränderern in ihren Unternehmen.

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Südtirol zum Anhören 🎧

Im brand eins Podcast haben wir Südtirol besucht. Wie kann man die Landwirtschaft retten, wenn sich das Klima ändert? Wie baut man nachhaltige Häuser in wenigen Tagen auf? 

Zur Podcast-Folge

Die zweite Folge wird am 17.6. veröffentlicht.

Florian Haas war auch im brand eins Podcast zu Gast.