Titel: Der Job geht – die Arbeit bleibt
Schwerpunkt: Arbeit Neu
Hast du morgen noch deinen Job? Wahrscheinlich nicht in der Form, wie du ihn kennst.
Wir blicken dahin, wo die Arbetiswelt sich gerade wirklich dreht. Wir fragen, ob das deutsche Arbeitsrecht eigentlich noch ins aktuelle Jahrhundert passt, wenn wir über Homeoffice, starre Arbeitszeiten oder Scheinselbstständigkeit streiten. Und wir begleiten Leute, die den geraden Karriereweg längst verlassen haben, um endlich etwas Sinnvolles zu tun – fernab von Bausparvertrag und Konzernlogik 🐹
Erscheinungsdatum: 24.04.26
Umfang: 122 Seiten
Wege suchen
• Wie lässt sich eine Arbeitswelt beschreiben, die sich als Folge von Krisen, künstlicher Intelligenz und Deindustrialisierung radikal wandelt? Durch Zahlen, selbstverständlich: Anabelle Körbel hat den aktuellen Stand auf fünf Seiten grafisch aufbereitet. Und durch Menschen, die ihre eigenen Antworten auf die herausfordernden Zeiten gefunden haben. Erstaunliche Antworten. Und Mut machende.
Zwei der drei Menschen, die wir Ihnen ab Seite 40 vorstellen, waren bereits beruflich erfolgreich: Katrin Schuhen war Juniorprofessorin in organischer Chemie, Max Senges Gründungsdirektor der deutschen Standorte einer internationalen Programmierhochschule namens 42. Und dann sind beide abgebogen: Schuhen gründete eine gemeinnützige GmbH und verwandelt heute Mikroplastik im Abwasser in Baustoffe; Senges machte sich auf zu einer abenteuerlichen Reise durch die Welt und die Wissenschaft. Die größte Herausforderung aber hat Michelle Herrmann bewältigt: Die 19-Jährige wollte eine Ausbildung in der Industrie machen – und erlebte, was man niemandem gönnt.
„Umwege, Abwege: Was ist daran neu?“, könnten Sie jetzt fragen. Die Umstände sind anders als noch vor zehn Jahren. Ein Studium bewahrt nicht mehr davor, durch eine KI ersetzt zu werden. Auszubildende werden zwar gesucht, jedoch nicht für eine neue, fordernde Zeit ausgebildet. Überhaupt ist das Bildungssystem den Herausforderungen so wenig gewachsen wie die hochgelobte duale Ausbildung. Die KI ist schneller als das System und versucht sich bereits, wenn auch noch unzulänglich, als Arbeitgeber.
Wohin das alles führen kann, zeigt sich in China. Dort gelten betriebs- oder geisteswissenschaftliche Studiengänge inzwischen als Sackgasse, technische Studiengänge dagegen erleben regen Zulauf. Mehr als fünf Millionen Alumni aus den MINT-Fächern strömen mittlerweile jährlich auf den Arbeitsmarkt – eine Bedrohung für konkurrierende Staaten. Aber auch für China selbst könnte dieser Weg der Parteiführung gefährlich werden, wie unser Korrespondent Fabian Kretschmer analysiert.
Was in solchen Zeiten hilft? Anpacken. Lernen. Und Risiken nicht scheuen. Ob sich die Ausbildungsfabrik beim Kunststoffspezialisten Igus jemals rechnet, steht noch in den Sternen. Und auch die Tübinger Wohnungen für Beschäftigte sind bisher noch nicht gebaut. Doch wohin kämen wir, würden wir nur auf sicheren Wegen gehen?
Die Angestellten in vielen deutschen und amerikanischen Techfirmen wähnten sich sicher – bis zum Abschwung und den ersten Kündigungen. Seither erlebt der Arbeitsrechtler Daniel Weidmann ausgerechnet dort eine Renaissance der Betriebsräte.
Die beste Nachricht in dieser Ausgabe aber haben für mich fünf jugendliche Gründer beigesteuert: Mit ihrer App Knowunity bringen sie die Schulbildung doch noch ins 21. Jahrhundert.
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