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Maren Urner
Merkt ihr euch noch Telefonnummern? Nein? Werden wir deswegen dümmer als früher? Nein! Wir lagern zwar immer mehr Fähigkeiten unseres Gehirns an digitale Helfer aus – und das verändert uns. Aber diese Veränderung ist eine Chance – denn wir können sie aktiv beeinflussen.
Maren Urner ist Kognitions- und Neurowissenschaftlerin und Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln. „Wir nutzen immer 100 Prozent unseres Gehirns“, sagt sie. Die Frage ist nur, wofür? Übernimmt die Maschine einfache Tätigkeiten, haben wir mehr Zeit und Ressourcen für Dinge, die uns wichtig sind. Hilft Technik bei der Diagnose, hat der Mensch mehr Zeit für eine bessere Therapie.
Ist da Skepsis angebracht?
„Skepsis ist immer da. Und das ist auch gut so. Als der Buchdruck erfunden wurde, fürchteten sich die Menschen. Auch bei der Industrialisierung gab es dieses Phänomen. Jetzt werden Ängste vor der künstlichen Intelligenz geschürt.“
„Wir sollten uns fragen: Wofür können wir die Technik nutzen, statt, was könnten wir verlieren.“
„Wir sollten anfangen, aus dem technologischen Fortschritt Nutzen zu ziehen, und aufhören, uns ihm wie auf dem Rücken liegende Käfer hilflos ausgeliefert zu fühlen.“
„Im Grunde geht es darum, erwachsen zu werden."
Podcast Timeline:
[00:00] Begrüßung zur Folge über digitale Selbstbestimmung
[01:14] Werbung
[02:21] Die Neurowissenschaftlerin Maren Urner über Digitalisierung
[06:53] Mehr Kapazitäten für Kreativität?
[08:29] Es gibt kein Multitasking, nur Task-Switching
[11:20] Das Beispiel Hyperlinks
[13:29] Wieso wir uns mehr mit dem Gehirn auseinandersetzen sollten
[19:34] Für die Gesellschaft: Sich selbst weniger ernst nehmen
[21:47] Schockstarre: Löwe in der Savanne & überquellendes Mailfach
[24:58] Transparenz & Regeln: Zum Beispiel Algorithmen offenlegen
[28:18] Tipps & Verabschiedung