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Jonny Böhm im Interview

… kann das für ihr Image verheerend sein. Wie sich das ändern lässt, erklärt Jonny Böhm, Executive Director der Marketing Intelligence Unit bei der Kommunikationsberatung Ketchum Germany.



brand eins: Herr Böhm, Sie sorgen dafür, dass Firmen gut bei KI-Antworten wegkommen. Verfälschen Sie damit nicht die Wirklichkeit?

Jonny Böhm: Das Gegenteil ist der Fall. Wenn die Unternehmen es versäumen, Informationen über sich für KI zu optimieren, kann diese nicht die Wahrheit über diese Firmen erzählen – sondern nur das, was sie in allen möglichen Quellen findet. Und wer das ausschließlich Wettbewerbern oder bösen Mächten überlässt, lebt gefährlich. Wie schnell Desinformationen verbreitet und reproduziert werden, haben wir bei einem Kunden vor einiger Zeit gesehen.

Was war passiert?

Es ging um die Wahrnehmung einer Produktkategorie im Bereich erneuerbare Energien. In Einzelfällen kam es zu sicherheitskritischen Defekten. Potenzielle Risiken wurden daraufhin deutlich überzogen in Blogs, Foren und auf Webseiten interessensgetriebener Anwaltskanzleien dargestellt. All das haben die KI-Crawler gefunden und gespeichert. Die Folge: Generative KI-Modelle warnten pauschal vor der gesamten Produktkategorie.

Und wie haben Sie den Bots beigebracht, dass die ungefährlich ist?

Der erste Schritt war, eine fundierte Faktenbasis zu schaffen. Eine renommierte Universität hat für uns herausgefunden, dass die Produkte tatsächlich viel sicherer sind, als die KI behauptete. Wir haben diese wissenschaftliche Studie dann KI-gerecht formuliert und strukturiert. So kann die KI sich die richtigen Schnipsel ziehen.

Das Dokument haben wir auf stark rankenden Websites platziert und mit klassischer SEO optimiert. Damit wurde es auch zur Referenz für die KI-Crawler. Gleichzeitig haben wir Fach- und Leitmedien über die neue Faktenlage informiert. Und ein Branchenverband hat zusätzlich eine eigene, passende Mitteilung veröffentlicht. So entstand ein Netz unabhängiger Quellen mit der einheitlichen Botschaft: Die bisherige Risikowahrnehmung war überzogen.

Hat sich der Aufwand gelohnt?

Sehr wichtig bei GEO ist: Dieselbe Information muss in verschiedenen glaubwürdigen Quellen zu finden sein, bei seriösen Medien oder auf der Homepage einer anerkannten Universität. Im konkreten Fall hat das geklappt: Neun Monate nach unseren ersten Bemühungen war in den KI-Systemen angekommen, dass die Produktkategorie sehr sicher ist.

War es schwieriger, die Falschinformation aus der KI zu bekommen als aus der Google-Suche?

Viel schwieriger. Bei Google lässt sich zum einen Werbung kaufen, um möglichst weit oben platziert zu sein. Zum anderen ist die Optimierung von Suchmaschinen (SEO) einfacher als die von KI (GEO). Bei Letzterer geht es darum, möglichst viele Quellen und Kanäle zu bespielen.

Das klingt teuer. Haben kleine Firmen überhaupt eine Chance, mit ihrer Botschaft durchzudringen?

Ich glaube sogar, dass kleine Firmen größere Chancen haben als zuvor. Besonders Nischenanbieter und Spezialisten können mit PR-Arbeit in klassischen Medien und einer guten GEO-Strategie viel mehr erreichen als mit Suchmaschinenoptimierung. ---

Und weg bist du!

Suchmaschinen wie Google oder Bing verlieren an Bedeutung. Wenn Menschen etwas wissen wollen, fragen sie KI-Chatbots. Um von ihnen gefunden zu werden, müssen Firmen anders vorgehen.

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