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Das Bild zeigt eine Lego-Figur mit einem hohen Stapel gelber Legosteine auf dem Kopf, die auf einer weißen Fläche steht. Die Figur trägt ein blaues Outfit und eine blaue Baseballkappe. Das Bild ist eine kreative und verspielte Darstellung der Lego-Figur, die die Vielseitigkeit und den Spielspaß des Spielzeugs verdeutlicht.

Lego

Wenn Manager Lego spielen, wird es ernst. Dann müssen die Klemmbausteine Unternehmen aus der Krise führen. Bei der Firma Lego selbst hat es schon prima funktioniert.


• Eric Hofmann, 55, zieht einen Rollkoffer durch die Wiener Innenstadt. In dem Koffer befindet sich ein Sack mit 18.000 Lego-Steinen. In einem Hinterhofbüro kippt er die Steine auf den Konferenztisch und spielt „Fire for you“ von den Cannons, ein gechillter Indie-Popsong. Dann schaltet er den Beamer ein. Auf der Rückwand des Büros flimmert jetzt ein Schriftzug:

Let’s play! Bitte baue einen Hund aus max. 6 Steinen!
Zeit 2 min.

Die Spiele können beginnen.

„Baue einen Hund“ klingt lustig. Aber Hofmann meint es ernst. Er ist zertifizierter LSP-Facilitator. LSP steht für Lego Serious Play, eine Managementmethode, mit der sich Lego vor etwa 25 Jahren vor dem Bankrott rettete.

Damals hatte sich der dänische Spielwarenkonzern gründlich verzockt. Anstatt sich auf das blühende Geschäft mit den bunten Noppensteinen zu konzentrieren, jagten die Nordmänner jedem Trend hinterher. Plötzlich gab es Lego-Actionfiguren, Lego-Mode, Lego-Themenparks, Lego-Videospiele, Lego-Uhren und sogar eine Lego-Fernsehserie. Das Produktportfolio wuchs von 200 auf 13.000 Elemente. Die Kosten und die Komplexität stiegen rasant an, die Effizienz rauschte nach unten. Innerhalb von zwei Jahren schrumpfte der Umsatz um 30 Prozent. 2003 machte Lego 174 Millionen Euro Verlust.

Katastrophenalarm im Klemmstein-Imperium.

Baut die Krise nach!

Irgendein kluger Kopf in der Firma fragte die Professoren Johan Roos und Bart Victor vom International Institute for Management Development in Lausanne um Hilfe. Und die hatten tatsächlich eine Idee: Baut die Krise doch einfach mit Lego-Steinen und -Männchen nach. Dann könnt ihr euch den Schlamassel im Miniaturmaßstab anschauen und alles umbauen, bis es wieder passt. Dafür sind die Klemmsteine schließlich gemacht: ein Baukasten für die Welt, wie sie uns gefällt. Modular Thinking in buntem Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat – farbecht, hochglänzend und mit einer hervorragenden Klemmkraft namens Clutch Power.

Die Lego-Leute bauten ihre Krise auf ein paar grünen Platten mit je 1.024 Noppen für 8,99 Euro. Kein schöner Anblick, das Chaos aus Bauruinen und gestrauchelten Männchen. Schnell war allen klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Gemeinsam schafften die Lego-Leute Ordnung: Die windigsten Konstruktionen wurden abgebaut, Fundamente verstärkt, Ballast abgetragen und die peinlichsten Figuren entfernt. Erst auf der Platte, dann in echt – so lautet zumindest die Legende.

Seitdem geht es mit der Firma wieder aufwärts: zweistellige Zuwachsraten pro Jahr, Milliardenumsätze und -gewinne, 2015 den Konkurrenten Mattel überholt, jetzt größter Spielwarenhersteller weltweit. Die Managementmethode mit Männchen und Noppen hat Lego schützen lassen, das Patent für die Steine lief 1978 ab. Heute gibt es weltweit mindestens 25.000 LSP-Coaches, die unter anderem SAP, Google, Deichmann, ProsiebenSat1, Telekom, Boehringer Ingelheim, Porsche, Coca-Cola, Unicef, Airbus, Bosch und der Nasa bei Team-Building, Change, Personalwesen und Strategieentwicklung helfen.

An der Wand im Wiener Büro steht jetzt ein Plato-Zitat:

Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr.

Mein Hund aus sechs Steinen hat nur ein Auge, zwei Beine, und hinten fehlt etwas. Ist ja ein bisschen viel verlangt, in zwei Minuten einen guten Schwanz in dem Haufen auf dem Tisch zu finden. „Macht nichts“, sagt Hofmann. „War nur eine Aufwärmübung.“ Manche Leute müssten sich erst daran gewöhnen, dass die Modelle beim LSP nicht realistisch sein sollen, sondern nur eine visuelle Metapher sind. Es komme nicht drauf an, dass der Hund aussieht wie ein Hund. Es komme drauf an, dass ich ihn zum Hund erkläre.

Wenn’s weiter nichts ist: Ich erkläre das Ding ohne Schwanz zum Hund. Und jetzt?

Jetzt muss erst mal untersucht werden, warum Lego so gut dafür geeignet ist, Unternehmen zu zeigen, wo es langgeht. Eigentlich wurden die Klemmsteine schon vor etwa hundert Jahren von einem britischen Tüftler namens Hilary Page als pädagogisches Lernspielzeug entwickelt. Mit den Kiddicraft Self-Locking Building Bricks sollten Kinder schneller und besser lernen, wie die Welt zusammengesetzt ist. Wer mit eigenen Händen etwas erschafft, dekonstruiert und neu wieder aufbaut, versteht den Sinn der Sache eher, als wenn es ihm nur erzählt wird. Wissenschaftler haben unterdessen festgestellt, was Page nur vermuten konnte: Vorträge stimulieren 15 Prozent aller Gehirnzellen, Tätigkeiten mit der Hand 70 Prozent.

Pages Klemmbaustein mit 4 x 2 Noppen auf der Oberseite sollte der kleinste gemeinsame Nenner für jede denkbare Konstruktion sein. Er war mit seinen Außenmaßen von 15,8 x 31,8 x 9,57 Millimeter exakt siebenmal kleiner als ein englischer Standard-Ziegelstein. Und noch heute basieren die Noppensteine aller Marken auf diesem Standard. Es ist eine Art globale DIN für Klemmbausteine.

Das Bild zeigt eine Lego-Figur mit einem blauen Hut, die auf einem Stapel gelber Legoköpfe steht. Die Figur hat verschiedene Gesichter.. Die Legosteine sind in einer vertikalen Reihe angeordnet, wobei sich die Figur unten befindet und die Steine darüber gestapelt sind

Überraschende Einsichten: Im Spiel kann sich Unbewusstes offenbaren

Überraschende Erkenntnisse

Um zu beweisen, wie stabil seine Bricks für Kids waren, ließ Hilary Page einen 1,60 Meter hohen Wolkenkratzer als Ausstellungsstück für Messen bauen. Dieser kam beim Fachpublikum hervorragend an. Alle wollten plötzlich die Module haben, und bei Page klingelte es in der Firmenkasse: Er hatte seine Erfindung patentieren lassen. Wer die Dinger haben wollte, musste bezahlen.

Leider hatte Page seine Bricks nur für Großbritannien geschützt. Daher konnte Ole Kirk Kristiansen, ein Tischlermeister aus der dänischen Kleinstadt Billund 130 Kilometer nördlich von Flensburg, mit seiner Firma Lego die Noppensteine ab 1949 unbehelligt auf seiner neuen Kunststoffspritzgussmaschine originalgetreu nachbauen. Der Londoner Hersteller hatte ihm ein paar Page-Bricks mitgebracht, um ihm zu zeigen, was die Maschine kann. Heute ist Lego nach diversen Markenschutz-Scharmützeln Marktführer in der Klemmsteinwelt.* (Kiddicraft gibt es ebenfalls noch. Diese Marke gehört seit 2022 dem Schulranzenhändler und Klemmstein-Youtuber Thorsten Klahold aus Paderborn.)

Mittlerweile haben die bunten Steine längst das Kinderzimmer verlassen. Hunderttausende AFOBs (Adult Fans of Bricks) und AFOLs (Adult Fans of Lego) weltweit kaufen und bauen jedes neue Set. Dabei darf man nicht knauserig sein. Einen Eisvogel mit 834 Teilen gibt es zwar schon für 49,99 Euro. Ein Ferrari 2004 aus 735 Teilen schlägt inklusive Michael-Schumacher-Männchen mit 89,99 Euro zu Buche. Der Pariser Eiffelturm mit 10.001 Teilen kostet 629,99 Euro, der Star-Wars-Todesstern mit 9.023 Klemmbausteinen und 32 Lego-Männchen 999,99 Euro. Teurer sind nur noch die Retrosets. Die Schlepptender-Dampflokomotive 7750 mit gerade einmal 263 Teilen aus dem Jahr 1980 handeln AFOLs untereinander originalverpackt für 9.999 Euro.

Warum machen erwachsene Menschen das? Warum sind mindestens 25 Prozent der Klemmsteinkäufer über 18? Sven Bornemann, 61, Geschäftsführer des deutschen Lego-Konkurrenten Bluebrixx, hat ein paar Theorien dazu:

Das Bild zeigt ein Magazin-Cover mit einem lebhaften Design, auf dem verschiedene bunte Lego-Steine in einer Stadtlandschaft angeordnet sind. Auf dem Cover ist ein auffälliger schwarzer Kreis zu sehen, in dem in weißer Schrift „Jetzt bestellen!“ steht, was darauf hindeutet, dass das Magazin ein Bestseller ist. Das Magazin scheint sich auf ein bestimmtes Thema im Zusammenhang mit Lego-Steinen zu konzentrieren, und das Gesamtdesign sowie das Layout lassen auf eine optisch ansprechende und fesselnde Publikation schließen.

1. Eskapismus: Die Welt wird immer verworrener. Überall Krisen, Kriege, Katastrophen und digitales Dauerfeuer. Da tut es gut, sich mental runterzufahren und mal was mit den Händen zu bauen.

2. Entschleunigung: Bis man bei großen Sets die zigtausend Teile zusammengepuzzelt hat, dauert es. Lego ist der Endgegner von Zeit, Geduld sein bester Freund.

3. Nostalgie: Mit Bausteinen kann man sich erlauben, wieder Kind zu sein.

4. Gelinggarantie: Mithilfe der detaillierten Bauanleitungen schafft man, ähnlich wie bei der Montage eines Ikea-Regals, aus dem Chaos der Module ziemlich sicher ein Erfolgserlebnis.

5. Kreativität: Man kann jedes Modell jederzeit demontieren und aus den Steinen etwas völlig Neues bauen. MOCs (My Own Creation), MODs (Modifikationen) und NPUs (Nice Part Usage – die ungewöhnliche Verwendung eines bestimmten Teils) werden in der Szene gefeiert.

6. Universalität: Es gibt Klemmsteinsets für jeden Geschmack und jedes Geschlecht. Männer fahren laut Bornemanns Beobachtungen besonders auf Science-Fiction-Modelle (Star Trek U.S.S. Enterprise, 3.600 Teile, 379,99 Euro) ab, Frauen dagegen auf süße Hundewelpen (Golden Retriever, 2.102 Teile, 139,99 Euro) oder Blumenbouquets (Tulpenstrauß, 576 Teile, 59,99 Euro).

Bornemann selbst schwärmt von der Bluebrixx-Schneeeule (3.103 Teile, 29,95 Euro) mit ihren weißen Flügeln und den bernsteingelben Augen, die er eigenhändig zusammengebaut und in die Vitrine gestellt hat: „Wunderschön.“

So viel Zeit, eine Schneeeule zu bauen, gibt Eric Hofmann seinen LSP-Klienten nicht. Bei ihm muss es ratzfatz gehen. In der Businesswelt zählt schließlich die Geschwindigkeit.

Der Beamer wirft eine neue Aufgabe an die Wand:


„Wer mit den eigenen Händen etwas erschafft, versteht die Welt besser.“

Erstelle ein Modell, das zeigt, wie du aktuell dein Team siehst.
Bauzeit: 15 min.

Jetzt aber flott. Ich wühle im Lego-Haufen. Violette Grundplatte, 32 x 32 Noppen, ein paar senkrechte gelbe Wände, eine Gruppe von grauen Männchen: das Team, allerdings alle ohne Kopf. Dafür ist keine Zeit. Die Männchen sitzen im Kreis, Konferenzstimmung. Links außen steht der neue Chef. Der alte Chef ist auch noch da. Er sitzt mitten im Team. Hmm, könnte problematisch werden. Hinter einer der gelben Wände liegen drei Klemmsteinskelette: Kollegen, die plötzlich verschwunden waren. Keiner weiß, warum. Da muss vermutlich noch an der Transparenz gearbeitet werden! Hinter der anderen Wand: ein Einzelgänger – der Typ, der am liebsten solo in seinem Büro werkelt und jede Zusammenkunft meidet. Vorne sieht man mich, wie ich herbeihaste. Anscheinend komme ich mal wieder zu spät.

Ich bin selbst überrascht, als ich fertig bin und das Diorama sehe. Es funktioniert wie eine Art Familienaufstellung. Verborgene Beziehungen, ungeklärte Situationen, überraschende Konstellationen – plötzlich wird vieles sichtbar. Was ist los mit dem neuen Chef? Warum sitzt er nicht im Kreis? Warum macht sich der Alte noch so breit? Warum zieht Meyer sich zurück? Und wieso kann ich nicht pünktlich sein?

Die emotionale Kraft der Klemmbausteine

Hofmann sagt, eigentlich gehe es nicht um die Steine, sondern um Storytelling. Die Figuren seien nur dazu da, das Geschehen zu visualisieren und den weniger eloquenten Teilnehmern der Workshops eine Sprache zu geben. „Kennt doch jeder“, sagt Hofmann. „In typischen Meetings haben 20 Prozent der Teilnehmer 80 Prozent Redeanteil.“ Und die Schüchternen sagen wie immer gar nichts. Im LSP-Workshop kriegen auch die eine Chance. Alle haben gleich viel Zeit für ihre Erläuterung, jeder kommt dran. Der Chef zuletzt, damit er nicht das Framing vorgibt. Und plötzlich können auch die Schüchternsten reden.

So richtig modular wird’s im nächsten Schritt. Jetzt soll aus den individuellen Dioramen eine gemeinsame Plattform werden: das neue Team, eine neue Dynamik. Oft schiebt der Chef dann einfach sein Modell in die Mitte des Tisches: „So machen wir das!“ Aber genau so wird es nicht gemacht, sagt Hofmann. Jetzt ist Gruppenarbeit im Sitzkreis angesagt. Alle spielen mit. Die Karten werden neu gemischt. Positionen verändern sich. Eingefahrene Konstellationen werden aufgebrochen. Aus Stillstand wird Bewegung.

Das erzeugt Widerstand. Einer sagt: „Das ist doch Kinderkram.“ Und irgendwie hat er recht. Lego Serious Play verkörpert ziemlich genau die Coaching-Prinzipien, die Mitchel Resnick vor etwa 30 Jahren am MIT Media Lab erfunden und „Lifelong Kindergarten“ (LLK) genannt hat: Neues im Spiel lernen und mutig Grenzen überschreiten, wie die Kleinen am Klettergerüst auf dem Spielplatz. Runterfallen, aufrappeln, neuer Versuch.

Das Bild zeigt eine Figur aus gelben und roten Legosteinen mit einem schwarzen Auge an der Seite.

Visuelle Metapher: Es ist ein Hund, wenn du sagst, es ist ein Hund

Erstelle ein Modell, das die Vertriebsstrategie für die Zukunft zeigt.
Bauzeit: 30 min.

Besonders beliebt ist LSP für die Planung im Unternehmen. Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? Auf dem Tisch liegen drei Grundplatten. Hofmann nimmt nicht die von Lego, sondern die kompatible einer englischen Konkurrenzfirma: „Halb so teuer, doppelt so haltbar.“

Auf der mittleren Platte werden die Assets der Firma aufgebaut: die Produktpalette. Auf der Platte links davon entsteht der Status quo: die bisherigen Vertriebswege und Kunden. Rechts die Zukunft: Wo wollen wir hin? Da kommen viele Ideen zusammen: mehr Messen, Social Media, Influencer, Onlineshop, neue Kunden, mehr Umsatz, mehr Gewinn. In der Mitte kommt KI dazu. Links ist tote Hose. Fast alle Verbindungselemente, Brücken und Kabel in Leuchtfarben, gehen nach rechts.

„Und dann kommt mein Lieblings-Move“, sagt Hofmann. „Ich nehme den großen, grauen Duplo-Elefanten, trample die Brücken nieder und reiße die Kabel ab. Sie haben keine Ahnung, wie empört die Leute reagieren, wenn man ihre Spielsachen kaputtmacht. Die haben sechs Monate lang vergeblich versucht, irgendeine sündhaft teure Software zu implementieren, und den Misserfolg gefasst weggesteckt. Aber wenn ich ihre Klemmsteinbrücke zerstöre, wollen sie mir am liebsten an die Gurgel gehen: ,Lass das, du Arsch!!!‘ Drei Ausrufezeichen.“

Für Eric Hofmann ist das ein Beleg dafür, wie viel emotionale Energie LSP wecken kann. Und die braucht das Team jetzt auch. Was, wenn die Neukundenakquise nicht funktioniert, wenn die Influencer einen Shitstorm auslösen, wenn der Onlineshop abstürzt? Wenn Hofmann mit der Trampel-Aktion recht hat? Sobald die Empörung sich legt, kommt das Team selbst darauf, sich die linke Platte mit den Bestandskunden noch einmal genauer anzuschauen. Vielleicht sollte man da einmal ein paar Brücken bauen und Kabel legen.

Hofmann spielt noch mal den gechillten Song „Fire for you“. Der Beamer projiziert das Wort „Danke“ und ein paar Lego-Enten aus maximal sechs Steinen an die Wand hinten im Büro. Eine davon sieht aus wie mein Hund: nur ein Auge und kein Schwanz. Die Klienten verlassen den Raum. Hofmann macht sich auf den Weg nach Hause. Auf dem Kopfsteinpflaster der Wiener Innenstadt hört man ein leises Rattern und Klappern im Rollkoffer. Es sind die 18.000 Lego-Steine. ---

* Lesen Sie dazu auch in unserem Archiv in brand eins 03 / 2008 den Artikel „Konkurrenz auf dem Noppenmarkt“


Lego wurde 1932 in Billund/Dänemark als Werkstätte für Holzspielzeug von dem Tischlermeister Ole Kirk Kristiansen gegründet. Lego steht für „leg godt“ („Spiel gut“). 1949 produzierte Lego die ersten Klemmbausteine aus Kunststoff, die nach einer Produktverbesserung 1958 patentiert wurden. 2026 ist Lego gemessen am Umsatz vor den US-Konkurrenten Mattel (Barbie, Fisher-Price, Hot Wheels) und Hasbro (Transformers, Monopoly, Nerf, Play-Doh) der größte Spielwarenhersteller der Welt. Lego gehört heute noch der Familie Kristiansen.

Auf dieser Schwarz-Weiß-Fotografie stehen zwei Männer vor einer Backsteinmauer und unterhalten sich. Der eine Mann hält ein kleines Modellhaus in der Hand, während der andere einen kleinen Gegenstand hält, möglicherweise  ein kleines Spielzeug. Das Bild ist in Schwarz-Weiß gehalten, was ihm einen Retro-Charakter verleiht.
Foto: © Ritzau / Alamy Stock Photo

Gründer Ole Kirk Kristiansen und Sohn Godtfred

Lego-Zahlen im Jahr 2025 (in Klammern der Vergleich zu 2024)

Umsatz, in Milliarden Euro: 11,2 (+ 12%)
Gewinn, in Milliarden Euro: 2,95 (+ 18%)
Beschäftigte weltweit: 33.801 (+ 8%)
Lego-Stores weltweit: 1.112 (+ 4%)
Lego- und Legoland-Discovery- Centres weltweit: 29 (+ 100%)

Wachstumsrate im Jahr 2025, gegenüber 2024:
+ 2,7 % (Region Asien /Pazifik)
+ 8,5 % (Vereinigte Staaten von Amerika)
+ 20,3 % (Europa, Naher Osten, Afrika)

Die Welt der Spieler – Glossar

Klemmbausteinfans sprechen ihre eigene Sprache.

AFOB – Adult Fan of Bricks: erwachsener Klemmbausteinfan, der eine andere Marke als Lego verwendet

AFOL – Adult Fan of Lego: erwachsener Klemmbausteinfan, der Lego verwendet

Kidult: Erwachsener, der mit Kinderspielzeug spielt (bei Lego sind das 25 Prozent der Kundschaft)

LAN – Lego Ambassador Network: Kreis anerkannter Lego-Botschafter, z. B. Influencer

LUG – Lego User Group: Verein von und für Lego-Fans

MISB – Mint In Sealed Box: originalverpacktes Set, das nie geöffnet wurde

Mixer: Spieler, die Lego-Steine mit Steinen anderer Hersteller in ihren Modellen kombinieren

MOC – My Own Creation: Eigenkreation, ein Modell, das ohne offizielle Anleitung entworfen wurde

MOD – Modification: ein offizielles Set, das verändert oder verbessert wurde

NPU – Nice Part Usage: kreative oder ungewöhnliche Verwendung eines Teils

RLUG – Recognized LEGO User Groups: regionaler Lego-Verein

SNOT – Studs Not On Top: Bautechnik, bei der die Noppen nicht nach oben zeigen

Die Konkurrenz

Wegen des abgelaufenen Patentschutzes haben Hersteller weltweit ähnliche Steine produziert, wogegen sich Lego wehrte. Trotzdem sind heute Klemmbausteine fast aller Hersteller miteinander kompatibel.

Die wichtigsten Lego-Alternativen sind:

Bluebrixx, Deutschland, Architektur, Eisenbahn, Sci-Fi-Lizenzen, Preisniveau: mittel

Cobi, Polen, Militär, Schiffe, keine Aufkleber, Preisniveau: mittel bis hoch

Cada, China, High-End-Technik, Fernsteuerung, Preisniveau: mittel

Mould King, China, riesige Sets, komplexe Technik, Preisniveau: niedrig bis mittel

Mega, USA, Lizenzen (Pokémon, Masters of the Universe), Preisniveau: hoch

Sluban, China, Militär, Modelle für Kinder, Preisniveau: sehr niedrig

Xingbao, China, Militär, Architektur, komplexe Sets, Preisniveau: mittel