Die richtige Verbindung
Ein Start-up entwirft kreislauffähige Baustoffe ganz ohne Zement.
• Beton besteht aus Sand, Kies und Wasser. Für die Verbindung der Materialien sorgt Zement. Seine Herstellung erfordert Temperaturen von 1.450 Grad Celsius und erzeugt jährlich vier Milliarden Tonnen CO2 – mehr als acht Prozent der weltweiten Emissionen. Eine Alternative zur Zementherstellung wäre also ein wirksamer Hebel, um Treibhausgase zu reduzieren.
Gnanli Landrou hat ein Bindemittel erfunden, welches ganz ohne Zement auskommt. Stattdessen nutzt er Beton aus abgerissenen Gebäuden, der gemahlen und mit mineralischen Salzen vermischt wird. Der Beton, der mit diesem Bindemittel entsteht, soll so gut wie neuwertiger Beton sein und kann etwa für Magerbeton, Unterlagsböden, Terrazzoböden, Wände oder Verbundsteine genutzt werden.
Landrou stammt ursprünglich aus Togo und wuchs in einem traditionellen Lehmhaus auf. Für seine Doktorarbeit in Materialwissenschaften an der ETH Zürich nahm er sich auch diesen ökologischen Baustoff vor und entwickelte mit mineralischen Salzen einen Zusatz, welcher die Struktur des Lehms so verändert, dass er gießbar wird, ohne viel Wasser hinzugeben zu müssen. So härtet er schneller aus und kann effizienter zum Beispiel für gepresste Lehmsteine verwendet werden.
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