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Aquapurna

Sie sollen gut für die Umwelt und bezahlbar sein: tropische Meerestiere aus Niedersachsen.



• Denken Sie bei einer Garnelenfarm an Förderturm und Abraumhalde? Vermutlich nicht. Doch genau das fällt auf dem Weg zur Firma Aquapurna hinter dem Werkstor zuerst ins Auge. Denn das Unternehmen hat sich für die Zucht der Meerestiere das stillgelegte Kalibergwerk Sigmundshall im niedersächsischen Wunstorf-Bokeloh nahe Hannover ausgesucht.

David Gebhard und Florian Gösling, die Unternehmensgründer, liebten Shrimps – auf dem Teller. Bis 2019. Da reiste Gösling, Maschinenbauingenieur, durch Indien und sah riesige Zuchtanlagen, in denen die Tiere mit Antibiotika behandelt und die stinkenden Abwässer ungefiltert ins Meer gepumpt wurden. Er schilderte Gebhard, damals Jurist in der Münchner Finanzbranche, die Szenen am Telefon. „Wir dachten, das muss besser gehen – nachhaltig, artgerecht, ohne Antibiotika und regional, hier in Deutschland.“

Die beiden Männer analysierten ein Jahr lang den Markt und Garnelenzuchttechniken. „Damals gab es bereits Farmen in Süddeutschland und der Schweiz, die ohne Antibiotika auskamen“, sagt Gebhard. „Doch deren Ware war zu teuer für den Massenmarkt und die Technologie nicht skalierbar. Wir wollten aber nicht für die Luxusnische produzieren, sondern für die Supermärkte. Und so war klar: Wir müssen die Technik selbst entwickeln.“ Problem: Beide hatten von der Tierzucht keine Ahnung. Also gewannen sie den Biologen Gerrit Quantz, Experte für den Bau von Aquakulturanlagen zur nachhaltigen Garnelenzucht, als Mitgründer und weitere Fachleute aus Europa, Asien und Südamerika. 2020 begann das Team, in einer Garage auf dem Bergwerksgelände an einem neuen Zuchtverfahren zu tüfteln.

Die Gründer hatten zuvor in ganz Deutschland nach einem idealen Stand- ort gesucht. Für sie entscheidendend: verkehrsgünstige Lage, billiger Strom und Abwärme, mit der das Wasser für die Tropentiere auf 29 Grad Celsius aufgeheizt werden kann. Sie prüften Klärwerke, Biogasanlagen, Papier- und Glashersteller als mögliche Partner. „Schließlich haben wir auf gut Glück beim Bergbauunternehmen K+S angerufen“, sagt Gebhard. „Das hatte gerade seine Kaligrube Sigmundshall stillgelegt und suchte junge Firmen, die die Infrastruktur auf dem Gelände weiternutzen.“ Ein zusätzlicher Vorteil für Aquapurna: K+S betreibt auf dem Gelände ein Kraftwerk weiter. Gebhard: „Wir nutzen dessen Abwärme und bekommen den Strom zu einem relativ günstigen Preis.“

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