Verstehen Sie Arzt?
Oder Ärztin? Für Patienten sind Diagnosen oft rätselhaft. Eine gemeinnützige Firma arbeitet daran, das zu ändern.
Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 10/2025.
• Wer krank ist, der googelt. Oder er geht zum Arzt – und googelt. Denn Diagnosen und Befunde sind selten so beschrieben, dass Patienten sie verstehen. Muss das so sein?
Nein, sagt Ansgar Jonietz. Er hat erst Informatik in Trier, dann Gesundheitswissenschaften an der TU Dresden studiert und 2011 mit zwei Medizinstudenten das gemeinnützige Portal „Was hab’ ich?“ gegründet. Ziel war es, Patienteninformationen in einfache Sprache zu übersetzen. Schnell wurde klar: Der Bedarf ist groß – der Aufwand größer. Zahlreiche Studenten waren mit der Übersetzung in Textbausteine beschäftigt, aber letztlich war die Arbeit zu umfangreich. Eine technische Lösung sollte her.
Das Team konzentrierte sich auf Diagnosen und Behandlungen in Krankenhäusern. Diese Daten werden im sogenannten Arztbrief zusammengefasst, bestimmt für den weiterbehandelnden Arzt in der ambulanten Versorgung. Jonietz und seine Beschäftigten speisten die zuvor entworfenen Textbausteine in eine Software, die den Arztbrief automatisch in einen Patientenbrief in einfacher Sprache übersetzt. Auf Knopfdruck. Ohne Mehraufwand für die Klinik.
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