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Nachfolger im Basislager

Ein Einzelhandelsgeschäft sucht einen Nachfolger. Das ist nie einfach. Beim „Basislager“ in Karlsruhe kam noch eine erschwerende Bedingung hinzu: Den Eigentümern war die Zufriedenheit von Beleg- und Kundschaft immer wichtiger als der Profit.



Die Geschäftsführer von Basilager, Tobias Denda, Raphael Gruber und Oliver Scheib. (v.l.n.r.) sitzen im Geschäft, hinter ihnen eine Stange, an der verschiedenfarbige Schlafsäcke hängen.

• Ein Outdoor-Spezialist mitten in der Karlsruher Innenstadt, 1986 gegründet, über die Jahre gewachsen, mit 17.000 Stammkunden, die sich registriert haben und immer wiederkommen – dafür müsste sich doch ein Nachfolger finden lassen? Das hatten sich zumindest die drei Eigentümer gedacht, als einer von ihnen in den Ruhestand gehen und seinen Anteil ausbezahlt haben wollte. Doch sie merkten schnell, dass ihre Art den Laden zu führen, nicht eben verkaufsfördernd war: Der Jahresabschluss wies für 2024 bei einem Umsatz von sechs Millionen Euro gerade mal 75.000 Euro Gewinn aus.

Glücklicherweise hatten sie sich da schon von der Verkaufsidee verabschiedet. Zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hatten sie beschlossen, eine Genossenschaft zu gründen. Denn die passte eigentlich viel besser zu ihrer Art der Unternehmensführung als die bisherige GmbH. Um das zu verstehen, muss man Stefan Krickeberg verstehen. Er hat das Basislager gegründet, über die Jahrzehnte geprägt und die Idee mit der Genossenschaft geboren.

Krickeberg fährt ein Fahrrad, dessen blau lackierter Stahlrahmen womöglich schon 100 Jahre alt ist. Er hat Maschinenbau studiert, mit einem ziemlich guten Abschluss, wie er hinzufügt, aber die Firmen, die ihn einstellen wollten, gefielen ihm nicht. Also gründete er mit einem Bekannten das Basislager. Sie erlebten den Aufstieg der Outdoor-Branche mit, in der Firmen wie Vaude (gegründet 1976) und Wolfskin (1981) nach und nach die amerikanische Dominanz brachen. Krickeberg sah, wie wasserdichte und atmungsaktive Membranen, künstliches Fleece und natürliche Wollmaterialien in die Regale kamen, wie sich Outdoor von einer Nische zu einem Trend zur Alltagskleidung und schließlich zum Statussymbol entwickelt hatte.

Mittlerweile führt das Basislager 29.500 verschiedene Artikel, darunter Wasserfilter, gefriergetrocknetes Essen, handgeschmiedete Äxte, ultraleichte Zelte und ein Bivanorak, eine Mischung aus Biwaksack und Anorak. Bei aller Begeisterung für den heißen Scheiß, wie der Gründer Stefan Krickeberg und Sebastian Griech, einer der neuen Geschäftsführer, die neue Abenteuerausstattung nennen, bleibe man einer Überzeugung treu: „Wir verkaufen unseren Kunden nur, was sie wirklich brauchen“, sagt Griech. Für den Anfang reichten oft Wanderschuhe oder eine Jacke, die man auch im Alltag tragen könnte. Kühlboxen, Kindertragen und Klettersteigsets kann man sich im Basislager auch ausleihen.

Für diese Form der Kundenorientierung steht auch Albert Faulwasser. Zu ihm gelangt man über eine Wendeltreppe im hinteren Teil des Geschäftes, wo die Decken höher sind. Dort hat er drei Nähmaschinen, einen Heißschneider und eine Heißpresse aufgebaut, in großen Kisten lagern Reißverschlüsse in Dutzenden Größen. Er leitet die Reparaturstelle, klebt Zelte und Hardshell-Jacken und näht für acht Euro neue Reißverschlüsse ein, die anschließend noch verklebt werden müssen. „Wir haben nicht den Anspruch, mit diesem Service Geld zu verdienen“, sagt Faulwasser. Er diene vielmehr der Kundenbindung und dem Marketing.

Das Bild ist eine Nahaufnahme von  mehreren Reißverschlüssen und Riemen. Es sind verschiedene Materialien erkennbar, zum Beispiel ein stabiler gelber Gurt und ein glänzender oranger Stoff.
Auf diesem Bild ist eine Nähmaschiene im Anschnitt zu sehen, es wird eine gebrauchte Fahrradtasche anscheinend repariert. 
Zur Reparaturwerkstatt können Rucksäcke, Jacken und Equipment aller Art gebracht werden.
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