Ein Schuhmacher in Vietnam
Dúc Hu`ynh, 39, lebt nahe der Altstadt von Hoi An, einer Küstenstadt in Zentralvietnam. Nach der Schule fing er an zu arbeiten. Eine Ausbildung machte er nicht – in Vietnam ist es üblich, sich selbst etwas beizubringen. Er war Uber-Fahrer, Reisebegleiter, betrieb ein Café und jobbte in verschiedenen Werkstätten. So erlernte er den Umgang mit Leder. 2014 eröffnete Hu`ynh sein eigenes Geschäft. Er hat sich auf maßgefertigte Schuhe spezialisiert. Zudem bietet er Taschen, Gürtel und andere Lederwaren an. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Dank der finanziellen Unterstützung der Familie seiner Frau konnte er 2018 eine Fabrikhalle kaufen. Dort beschäftigt er inzwischen zehn Leute.
Verdienst, Grundkosten, Altersvorsorge (monatlich)
Mit rund 150 Paar verkauften Schuhen für durchschnittlich 70 Euro und anderen Lederwaren, die 20 Prozent des Umsatzes ausmachen, erwirtschaftet Dúc Huỳnh etwa 13.000 Euro. Davon gehen 4.000 Euro für Materialien, 3.500 Euro für Löhne, 1.350 Euro für die Ladenmiete, 200 Euro für Strom und Wasser und 80 Euro für Transporte ab. 1.070 Euro kosten ihn Steuern und Versicherungen. Huỳnh bleiben also rund 2.800 Euro für private Ausgaben. 100 Euro betragen die Nebenkosten für die Wohnung (die der Familie seiner Frau gehört). 350 Euro gibt er für Lebensmittel, 150 Euro für Kindergarten und Schule, 100 Euro für Kleidung, 50 Euro für Handy und Internet sowie 150 Euro für Freizeitaktivitäten aus. Mit 500 Euro zahlt er den Kredit an seine Schwiegereltern zurück. Am Monatsende hat er etwa 1.400 Euro übrig, die er meist ins Geschäft investiert. Eine klassische Altersvorsorge hat er nicht – seine Absicherung ist der Betrieb.
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