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Rex Hohlbein

Rex Hohlbein entwirft in Seattle 20 Jahre lang preisgekrönte Häuser für Millionäre. Dann lernt er einen Obdachlosen kennen. Das verändert das Leben der beiden radikal.




• Unter der Betonbrücke steht ein riesiger Fernseher, daneben liegen Reifen, Fahrräder, Schuhe, ein Einkaufswagen und jede Menge Spritzen. Über den Köpfen das Rauschen der Autos, daneben die Autobahn 5, noch lauter. Links und rechts ein Zaun, hinten eine Böschung mit Müll, vorn eine Straße ohne Gehweg. Was nicht dreckig ist, ist grau – selbst der Himmel scheint aus Beton zu sein an diesem Samstagmittag. Dieses Fleckchen Erde ist der unwirtlichste Ort, den man sich in einer Großstadt wie Seattle vorstellen kann. Und doch ist er das Zuhause für eine Gruppe Obdachloser.


Hohlbein mit dem Wohnungslosen Michael Paul und dessen Hündin Daisy

Rex Hohlbein, 61, das graubraune Haar zum Zopf gebunden, stakst mit seinen Wanderschuhen über den Untergrund aus Müll. In der Hand hält er zwei braune Schlafsäcke, im Auto liegen 20 weitere. Sarah Faubion, eine Mitstreiterin, hat Erdnusskekse gebacken. Hohlbein geht mit einem Schlafsack zum ersten Zelt, das mit seiner bunten Plane aussieht wie ein vom Sturm zerzaustes Zirkuszelt. Tina kommt heraus – ihren Nachnamen möchte die 50-Jährige nicht nennen –, ihre Augen sehen müde aus, die Haut ist blass, ihre graublonden Haare hat sie zu kleinen Zöpfen geflochten.

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