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Entwicklungshilfe

Entwicklungshilfegelder sind nicht immer ein Segen – das zeigt sich nirgends deutlicher als in den Palästinensergebieten.




• Es gibt Prinzipien, die intuitiv so richtig erscheinen, dass sie beinahe wie Naturgesetze klingen. Dass Reiche den Armen geben sollten, ist so ein Prinzip. Es leitet den globalen Entwicklungssektor, der jährlich mehr als hundert Milliarden US-Dollar aus reichen in arme Weltregionen verschiebt. Lange erschien Entwicklungshilfe moralisch so unangreifbar wie Flüchtlingshilfe oder Fairtrade-Kaffee. Doch inzwischen melden sich immer mehr Kritiker zu Wort, aus Geber- wie Empfängerländern. Denn mancherorts entfaltet die Hilfe ungewollte Nebenwirkungen. Besonders stark fallen sie in den Palästinensergebieten aus.

In das Westjordanland und den Gazastreifen fließen mehr Auslandshilfen pro Kopf als in die meisten anderen Länder der Welt: 2017 rund 450 US-Dollar pro Einwohner. Mehr bekamen nur Syrien und ein paar dünn besiedelte Inselstaaten. Seit dem Oslo-Abkommen von 1993, das einen Friedensprozess zwischen Israel und Palästina einleiten sollte, stiegen die Hilfen stetig. Die Geber hofften, das Geld würde die Palästinenser für das Abkommen erwärmen und ihre Wirtschaft für einen zukünftigen Staat fit machen. Der Prozess stockte, die Hilfen flossen weiter: 2014 betrug allein die Budgethilfe an die Palästinensische Autonomiebehörde 1,3 Milliarden Dollar, ein Drittel der Staatsausgaben.

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