Zum Inhalt springen

Newsletter zur 08/2018



brand eins Chefredakteurin Gabriele Fischer stellt einmal im Monat das neue Heft vor und schreibt über die Gedanken, die die Redaktion zum jeweiligen Schwerpunkt bewogen haben. Wenn Sie den Leser-Newsletter gerne empfangen möchten, melden Sie sich bitte hier an:

Newsletter abonnieren

Bei dem Bild handelt es sich um die Titelseite einer Zeitschrift oder Publikation mit dem Titel "brand eins", auf der ein Gemälde von Menschen abgebildet ist, die in einem Gewässer schwimmen. Das Gemälde zeigt eine Gruppe von Personen, die sich im Wasser vergnügen, wobei einige näher an der Oberfläche schwimmen und andere weiter weg. Die Farbgebung des Bildes ist überwiegend blau, mit einigen weißen und braunen Akzenten. Der Text auf dem Umschlag ist in Schwarz gehalten, und die Zeitschrift oder Publikation wird als "brand eins" bezeichnet, wobei ein Strichcode und ein Preis von "30,00" sichtbar sind.
Titelbild: Jean Jullien

es kann erfreuen, töten, Ernten vernichten und ist das beliebteste Small-Talk-Thema: Am Wetter kommt kaum einer vorbei. Auch brand eins nicht, denn das Wetter ist zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Davon gingen wir aus, als wir mit den Recherchen für die Sommerausgabe von brand eins begannen – und waren dann doch immer wieder überrascht, wo überall eine Rolle spielt, ob es regnet, stürmt, schneit oder die Sonne scheint.

Wir laden Sie ein zu einer Reise, nach der Sie mit neuen Augen in den Himmel schauen.

Das Bild ist ein Split-Screen, der zwei verschiedene Szenen zeigt. Auf der linken Seite ist eine lebhafte Strandszene mit zahlreichen rot-weiß gestreiften Sonnenschirmen, Menschen, die den Strand genießen, und einem Boot im Wasser zu sehen. Auf der rechten Seite ist eine Frau mit langen blonden Haaren zu sehen, die sich von der Kamera entfernt und ein rotes Hemd und weiße Shorts trägt. Die beiden Bilder stehen nebeneinander, wodurch ein Kontrast zwischen dem Strand und der Bewegung der Frau entsteht.
Foto: Jelka von Langen

Ein Interview mit Jörg Kachelmann, so stellte unser Autor Matthias Hannemann fest, ist wie ein Sommergewitter: „Ab und zu donnert er los wie auf Knopfdruck. Um gleich danach wieder amüsiert in die Runde zu schauen.“ Solche Eruptionen löst beispielsweise der Begriff „Wetter App“ aus. Oder wenn er auf das „naturwissenschaftliche Bildungsprekariat“ zu sprechen kommt. Der einst populärste Wettermann des deutschen Fernsehens nimmt das Thema persönlich und bedauert, dass seine Nachfolger nur dann gute Laune zeigen dürfen, wenn sie Sonne ansagen. Woher das kommt? Darauf hat Dieter Richter eine Antwort. Der Literaturhistoriker lebt einen Teil des Jahres in Amalfi-Küste und hat sich intensiv mit dem Süden als Ort der Sehnsucht beschäftigt – mit ernüchternden Erkenntnissen („Ich nehme jeden Unwettertoten persönlich“, S. 50/ „Die Utopie des reinen Glücks“, S. 34).

Das Bild zeigt einen dramatischen Himmel voller dunkler, bedrohlicher Wolken, die auf einen bevorstehenden Sturm hindeuten. Die Wolken sind überwiegend dunkel, mit einigen helleren, die über das Bild verstreut sind. Der Himmel scheint sich in einem Übergangszustand zu befinden, wobei die Sonne durch die Wolken hindurchscheint und einen Kontrast zwischen den dunklen und hellen Bereichen schafft. Die Gesamtstimmung des Bildes ist eine des bevorstehenden Wandels und der Turbulenzen, da der Betrachter den herannahenden Sturm spüren kann.
Foto: Neven Allgeier

Dass uns die Wissenschaft vor Wetterextremen bewahren könnte, ist eine alte Illusion. Aber sie kann dazu beitragen, dass wir rechtzeitig gewarnt sind. Dafür sorgen Wetterdienste wie der DWD oder das jordanische Start-up Arabia Weather, das sich gerade zu einem Hoffnungs-träger für die ganze Region entwickelt. Dafür sorgen aber auch Astrophysiker wie Volker Bothmer, der Sonnenstürme erforscht und nach Wegen sucht, sie früher als bisher zu erkennen. Noch ringt er darum, dass seine Forschung ernst genommen und finanziert wird. Das gilt auch für den Harvard-Professor David Keith, der es Skeptikern allerdings auch leicht macht: Er will Schwefel in der Strato­sphäre ausbringen, um die Erderwärmung aufzuhalten („Dank uns sparen Firmen Geld“, S. 78/ „Wind im Rücken“, S. 84/ „Tornado in der Galaxie“, S. 98/ „Vielleicht ist es Wahnsinn“, S. 104).

Eine Person in einem weißen Laborkittel steht in einem Gewächshaus voller Bananenstauden und streckt die Hand aus, um eines der großen Blätter zu berühren. Das Gewächshaus hat ein Glasdach, das natürliches Licht hereinlässt, und es sind verschiedene Topfpflanzen und Geräte im Raum verstreut.
Foto: Hartmut Nägele

Der DWD schätzt, dass gut 80 Prozent der Wirtschaft vom Wetter beeinflusst werden. Selbst Bäcker verdienen mehr, wenn sie wissen, ob es morgen heiß wird oder regnet. Werbeagenturen spielen je nach Wetterlage unterschiedliche Onlinewerbung aus. Versicherungen basteln aus den Unwägbarkeiten spezielle Angebote. Österreichische Ski-Tourismusmanager wollen die immer wärmeren Winter mit dem vermehrten Einsatz von Schneekanonen bekämpfen. Und für Landwirte ist das Wetter sowieso existenziell. Obwohl, vielleicht nicht mehr lange – in einem niederländischen Forschungsinstitut werden gerade Alternativen entwickelt („Gute Aussichten“, S. 58/ „Ein Schirm für alle Fälle“, S. 72/ „Kanonen gegen den Wandel“, S. 88/ „Im Treibhaus“, S. 64).

Das Bild zeigt eine Familie, die einen Tag im Freien genießt, wobei ein weißes Wohnmobil in der Nähe geparkt ist. Die Familie besteht aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern, wobei ein Erwachsener in der Nähe des Fahrzeugs steht und der andere im Gras sitzt. Die Kinder spielen mit einem Frisbee, während die Erwachsenen in ein Gespräch vertieft zu sein scheinen. Die Szene spielt sich vor dem Hintergrund eines Baumes und eines klaren blauen Himmels ab, was eine angenehme und entspannte Atmosphäre schafft.
Foto: Tobias Kruse

Henning Saß und unser Autor Michael Kneissler hatten eine ähnliche Idee: Sie wollten raus, woanders leben – und ja, auch mehr Sonne sehen. Bei Michael Kneissler hat das geklappt: Er lebt mit seiner Familie in Guayaquil, der heißesten Stadt in Ecuador, und lernt täglich neue Überlebenstechniken. Henning Saß, der mit Frau und drei Töchtern im Wohnmobil auf Sonnensuche ging, ist dagegen vor allem Tiefausläufern begegnet – und will dennoch die zehn Monate auf Tour nicht missen („Hotspot“, S. 108/ „Zur Sonne“, S. 94).

Das Bild zeigt eine Stadtlandschaft mit einer Mischung aus Wohn- und Geschäftshäusern, darunter eine große kuppelförmige Struktur im Hintergrund. Die Szene spielt vor einem bewölkten Himmel, und die Perspektive ist von einem hohen Aussichtspunkt, möglicherweise einem Hügel oder einer erhöhten Position. Die Gebäude variieren in Größe und architektonischem Stil, so dass eine abwechslungsreiche Stadtlandschaft entsteht. Das Bild enthält keinen erkennbaren Text oder spezifische Aktionen, und die relativen Positionen der Objekte deuten auf eine typische Stadtstruktur mit Gebäuden und Grünflächen in der Szene hin.
Foto: Mark Lewis

Es klingt wie eine Drehbuch-Vorlage: Ein Architekt in Konzerndiensten sucht seine Freiheit, macht sich selbstständig – und bekommt wenige Monate später einen Auftrag vom Präsidenten von Ruanda. Er soll dort ein Kongresszentrum bauen, als Symbol für den Aufbruch des Landes. Nach kurzem Zögern sagt er zu – und erlebt das Abenteuer seines Lebens, an dessen Ende das Bauwerk zwar steht, der Architekt aber zur Eröffnung nicht eingeladen wird. Wer uns das erzählt hat? Der Architekt selbst, über den wir schon 2010 berichtet hatten, als er bei Siemens ausstieg. Inzwischen ist er um einige Erfahrungen reicher („Dieterles Albtraum“, S. 122 / b1.de/ausbruch_matrix).

Mit herzlichem Gruß
Gabriele Fischer ([email protected])