Partner von
Partner von

Generation Z

Die Generation Z wird die Wirtschaft verändern. Nur wie?

Read this article in English: #brightprospects




1. Was die Jungen wollen

Erwachsene:

Was soll bloß aus euch werden? Ihr hängt nur noch am Handy! Könnt ihr überhaupt noch normal reden?

Jugendliche:

Ann-Kathrin Volkmann hat stundenlang vor der Kamera gestanden, Erdbeerkuchen gegessen, Waffeln gebacken und mit Knutschmund ins Gegenlicht geguckt. Sie hat Ballons in den Himmel steigen lassen und ist mit ausgestreckten Armen in die Luft gesprungen. „Live everyday like it’s your last one“, hat sie unter dieses Bild geschrieben. Harte Arbeit, kombiniert mit Kalendersprüchen, die auf Instagram aussieht wie spontan eingefangenes Glück. #jump #havefun #sunshine.

Das Leben aus der Selfie-Perspektive. Volkmann wollte mit ihren Fotos zeigen, wie sie ihre Generation sieht.

Lisa Gessner hat für den Kunstunterricht einen Film gemacht. Darin sieht man sie, wie sie auf einer Wiese liegt und Musik hört. Von der Welt um sie herum bekommt sie nichts mit, aber das macht ihr nichts, sie ist ja in ihrer eigenen Welt. Snapchat, Instagram, Musik, dafür braucht sie nur Handy, Kopfhörer und Internet.

Die beiden Schülerinnen sind 17 Jahre alt, nächstes Jahr machen sie Abitur am Carl-Humann-Gymnasium in Essen. Sie gehören einer Generation an, die schon bei der Einschulung mit Smartphones und Tablets umgehen kann. Manchmal nennt man sie Post-Millennials oder Selfie-Generation, aber meistens Generation Z – diejenige nach den Generationen X und Y. Für sie ist es normal, Serien bei Netflix zu gucken, Musik zu streamen, sich die Weltlage von Youtubern und alle anderen Probleme von Google erklären zu lassen.

Nicht mal neun Millionen Menschen in Deutschland sind um die Jahrtausendwende geboren und jetzt 15 bis 24 Jahre alt. Aber sie sind die Zukunft. Deshalb interessiert man sich derzeit besonders in Unternehmen dafür, was da auf einen zukommt.

Wichtig zu wissen: Mehr als die Hälfte der Deutschen ist mit Autoatlanten, Schallplatten, Telefonzellen und Kaltem Krieg aufgewachsen. 47 Millionen sind 40 Jahre alt und älter. Sie haben zwar auch Handys und Apps, aber sie gehen ins Internet, die Generation Z lebt darin.

Lisa Gessner und Ann-Kathrin Volkmann sind Teil einer Schülergruppe des Essener Gymnasiums, die diese Frage im Kunstunterricht beantworten wollte: Wer sind wir eigentlich?

Wenn Soziologen eine Generation beschreiben, fassen sie Millionen von Menschen zusammen, die in einem Zeitraum von meist 15 Jahren geboren wurden, und ordnen ihnen bestimmte Eigenschaften zu (siehe Seite 52). Weil sie in derselben Zeit aufgewachsen sind und dieselben gesellschaftlichen Entwicklungen erlebt haben, geht man davon aus, dass sie ähnlich geprägt sind. Weil Menschen aber sehr unterschiedlich sind und ihr Leben auch davon bestimmt wird, aus welcher sozialen Schicht sie kommen, sind solche Beschreibungen immer nur Tendenzen. Besonders dann, wenn es sich um Schüler, Studenten und Berufsanfänger handelt, von denen noch niemand weiß, wie sie wirklich einmal leben, denken und arbeiten werden. Der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann, der die Jugend seit Jahrzehnten erforscht, sagt: „Wir müssen abwarten, wie sich die Generation Z entwickelt. Aber es gibt schon einige Dinge, die wir wissen.“

Die Jahrtausendkinder sind mit Barack Obama, Angela Merkel, Miley Cyrus, Justin Bieber und „Fack ju Göthe“ aufgewachsen, in einer Zeit relativ großen Wohlstands, zumindest in Deutschland. Als Terroristen 2001 die Flugzeuge ins World Trade Center steuerten, waren Lisa Gessner und Ann-Kathrin Volkmann gerade geboren, zu Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007 noch in der Grundschule. Sie haben nur wenige globale Krisen bewusst erlebt.

Aber sie bekommen nun mit, wie vieles, das lange unzerstörbar schien, zu zerfallen droht: Europa, Demokratien, die stabilen Machtverhältnisse in der Welt. Sie wachsen mit Debatten über selbstfahrende Autos und Künstliche Intelligenz auf, in einer Zeit großer Umbrüche und großer Angst.

Im Kunstraum in Essen hängt ein Plakat, das die Schüler gestaltet haben. Darauf ist das Zimmer eines Jugendlichen zu sehen. Im Schrank: ein Levi’s-T-Shirt, ein Adidas-Kapuzenpullover, Sneakers von Nike. Der Bewohner sitzt auf seinem Sofa und macht ein Selfie. Eine Gedankenblase zeigt, was in seinem Kopf vorgeht: 

„Hotel Mama“ steht auf dem Plakat, weil die Mutter nebenan die Wäsche wäscht.

Das sagt nicht alles, aber schon viel.


Ann-Kathrin Volkmann arbeitet hart an ihren Instagram-Posts


Lisa Gessner hat einen Film über sich selbst gedreht

Die Generation Z ist nicht rebellisch. Warum auch? Es ist ja alles erlaubt: Männer dürfen Männer lieben, Frauen dürfen Frauen lieben, Haare dürfen blau oder grau sein, und wenn in der Nase Ringe und Holzkeile stecken, regt das keinen mehr auf. Auch die Eltern nicht. Die sind ja nun auch ewig jung, tätowiert und tragen Slim-Fit-Jeans, die über den Knöcheln enden. Wieso also nicht mit der Mutter Schminktipps austauschen und das anziehen, was alle anderen auch tragen?

„Ich erzähle meiner Mama alles von meinem Leben. Wir haben ein sehr enges Verhältnis.“ (Maja Klöß, 17)

Ein sehr enges Verhältnis zu den Eltern und der Familie ist typisch für die um die Jahrtausendwende Geborenen. Sie lassen sich gern umsorgen, die meisten wollen ihre Kinder so erziehen, wie ihre Eltern sie erzogen haben, und sie wollen heiraten. In einer Welt, in der sich alles sehr schnell verändert, suchen sie nach Sicherheit.

„Vielleicht hat es bei uns den Anschein, dass wir faul sind, weil wir uns wie die Generation vorher alle Optionen offenhalten. Aber wir wissen oft nicht, was wir machen wollen, weil es so viele Möglichkeiten gibt.“ (Julia Schulz, 17)

Die Schüler wissen, dass sie sich auf eine ungewisse Zukunft mit einer guten Ausbildung am besten vorbereiten. Deswegen machen mittlerweile knapp 50 Prozent eines Jahrgangs Abitur, fast doppelt so viele wie noch vor 30 Jahren. Deswegen wollen auch so viele studieren: Im vergangenen Studienjahr gab es 512.000 Studienanfänger, 150.000 mehr als zehn Jahre zuvor. Viele Schüler wählen ihre Leistungskurse so, dass sie den besten Schnitt bekommen, die Studenten ihre Fächer so, dass sie einen Job finden. Die beliebtesten Studiengänge sind Betriebswirtschaftslehre, Maschinenbau und Jura.

Die Jugendlichen sind ehrgeizig und pragmatisch, aber auch unsicher. Fast jeder dritte bricht sein Studium in den ersten Semestern ab, viele reisen nach der Schule erst einmal durch die Welt, bevor sie entscheiden, wie es weitergeht. Denn sie sind jung. Mit 17 oder 18 haben sie Abitur und wahrscheinlich schon mehr Länder gesehen als ihre Großeltern bis zum Tod. Es ist eine globale Generation, die die Welt nur ohne Grenzen kennt. Die Jahrtausendkinder aus der Mittelschicht können Englisch, gehen selbstverständlich ins Ausland und sind über soziale Netzwerke mit Menschen aller Kontinente verbunden. Das mache sie weltoffener und toleranter, sagen Wissenschaftler.

Sie sagen auch, dass die Mehrheit der jungen Menschen in Deutschland ihrer Zukunft optimistischer entgegenblicke als die Generationen zuvor. Obwohl sie sich nach Sicherheit sehnen. Der große Unterschied zu früheren Generationen ist nämlich, dass die Generation Z in einer Zeit aufwächst, in der den Unternehmen der Nachwuchs ausgeht. Sie kann es sich leisten, anspruchsvoll zu sein.

„Ich möchte etwas machen, worin ich einen Sinn sehe. Das ist mir wichtiger, als viel Geld zu verdienen.“ (Lara Sechtin, 17)

„Ich will einen Mittelweg finden. Also gut über die Runden kommen, weil ich es von zu Hause nicht anders kenne, aber ich will auch Spaß haben an meinem Beruf und Zeit für die Familie, weil ich Kinder haben möchte.“ (Laura Wiechert, 17)

„Viele überlegen, welche Berufe es in Zukunft überhaupt noch geben wird. Welcher Beruf wird nicht gleich von einem Roboter übernommen? Wo werden wir noch lange Zeit Menschen brauchen?“ (Lara Sechtin, 17)

Sie wollen einen sicheren Job, den sie als sinnvoll empfinden, und genug Zeit für das übrige Leben haben. Die Schüler in Essen sagen, was auch in Studien über sie steht: Beruf und Freizeit sollen getrennte Lebenswelten sein. Familie und Kinder vor Karriere. Und bitte keine Überstunden! Denn die um die Jahrtausendwende Geborenen wollen keine Burnout-Generation sein.

Sie wissen, dass sie Ansprüche haben, die nicht jedem Arbeitgeber gefallen. Aber sie sind wenige, und sie sind die Zukunft. Das wissen sie auch.

Jugendliche:


Luca Engl und seine Mitschüler ergründeten die eigene Generation


Laura Wiechert will einen Beruf, der ihr Spaß macht und Zeit für Familie

 

2. Was das für die Wirtschaft bedeutet

Jugendliche:

Unternehmen:
Alles klar, kriegt ihr! Was noch?

Steffi Burkhart kann sich vor Anfragen kaum retten. 120 Tage im Jahr ist sie unterwegs und hält Vorträge. In Deutschland, Österreich und der Schweiz, in Sparkassen, bei Dax-Konzernen und Dachdeckerverbänden, manchmal auch im Fernsehen. Ihr Thema: junge Menschen. Die 32-Jährige nennt sich „Expertin und Sprach- rohr der Generation Y“, kennt sich aber auch mit der Generation Z aus. Letztlich sind ja alle jungen Leute das Problem.

Sie ist nicht die einzige, die davon lebt, den Unternehmen junge Menschen zu erklären. Es gibt mittlerweile etliche Agenturen und Berater, die sich darauf spezialisiert haben.

Der Grund dafür heißt Personalmangel. Dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zufolge waren im ersten Quartal 2018 fast 1,2 Millionen Stellen in Deutschland unbesetzt, rund 50 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Lange Zeit waren mangelhafte Qualifikationen der Bewerber der Hauptgrund dafür, dass Jobs nicht besetzt wurden, jetzt fehlen schlicht Leute, die Arbeit suchen. Darunter leiden besonders kleine und mittelgroße Unternehmen, weil die oft weniger bekannt sind.


Sie sollen vorangehen, gehören aber einer Generation an, die nicht unbedingt führen will: aktive und ehemalige Teilnehmer des Traineeprogramms „ProTeam“ für angehende Führungskräfte der Deutschen Lufthansa, hier im Aviation Center am Flughafen Frankfurt am Main

Nicht genug Personal bedeutet weniger Umsatz. Deswegen tun Unternehmen viel, um junge Menschen in ihre Firmen zu locken. Das klappt natürlich besser, wenn sie wissen, wie deren mindsets aussehen und welchen impact sie als change agents haben wollen. Berater verwenden gern englische Begriffe. Steffi Burkhart ist da keine Ausnahme.

Sie sitzt in ihrer Altbauwohnung in Köln auf dem Sofa und erzählt das, was sie sonst auf der Bühne sagt. Burkhart ist sportlich-schick gekleidet, sie war mal Leistungssportlerin, jetzt verdient sie Geld als Stimme der jungen Generation und – darauf legt sie Wert – als human capital evangelist.

Sie sagt: „Ich unterscheide nicht zwischen Generation Y und Z, sondern zwischen Digital Natives 1.0 und 2.0.“ Beide hätten die Deutungshoheit über das wichtigste Werkzeug unserer Zeit, das Internet. „Die Digital Natives 2.0 leben nur noch stärker in sozialen Netzwerken und kommunizieren anders.“ Sie verschicken Whatsapp- und Sprachnachrichten statt zu telefonieren, sie suchen Likes und Follower auf Instagram statt massenhaft Freunde bei Facebook. Ihre Aufmerksamkeit außerhalb dieser Kanäle zu gewinnen sei schwierig.

Deswegen müssten Firmen mehr tun, damit sie überhaupt gefunden werden, und deutlicher machen, was sie zu bieten haben. „Wir bieten Homeoffice, eine familienfreundliche Atmosphäre, und du kannst bei uns ins Ausland gehen, das sagen alle. Aber das reicht nicht mehr“, sagt Burkhart. Genauso wenig wie: „Wir sind der größte Schraubenhersteller in Bayern.“

Es sind jetzt die Firmen, die sich bei den Bewerbern bewerben. Und die sich anstrengen müssen, damit die guten Leute bleiben.

„Die junge Generation identifiziert sich nicht mehr so schnell mit einem Unternehmen und wechselt häufiger den Job“, sagt Burkhart. Daher müssten die Unternehmen zu caring companies werden, die sich nicht nur um den Mitarbeiter kümmern, sondern auch um dessen gesamtes soziales Umfeld, um ihn an sich zu binden. Beispielsweise sollten sie auch für die Partnerin eine Stelle finden, wenn ein Mitarbeiter für den neuen Job in eine andere Stadt ziehen soll.

Dann kommt der apokalyptische Teil ihres Vortrags. Bis 2030 könnten nach Burkharts Schätzungen ungefähr acht Millionen Nachwuchskräfte fehlen, dann gehe der globale War for Talents erst richtig los. Darauf seien viele deutsche Unternehmen nicht vorbereitet.

3. Wie Unternehmen reagieren

„Richtig ist, dass der Generation Z andere Dinge inzwischen wichtiger sind als Karriere. Familie, Freunde und Freizeit nehmen einen höheren Stellenwert ein.“ (Oliver Simon, HR Director, EY)

„Ich erlebe jetzt zum ersten Mal, dass im Consultingbereich schon in Vorstellungsgesprächen nach einer Teilzeitstelle gefragt wird.“

(Jens Plinke, Head of Employer Branding, Deloitte Deutschland)

„Sie haben hohe Erwartungen: viel Geld, viel Freizeit, viele Zusatzleistungen und 30 Tage Urlaub.“

(Henning Müller-Ritzrow, Geschäftsführer, Müllerritzrow GmbH)


Umworbene Bewerber: Maximilian Zaenker und Julia Wenzel haben
das Traineeprogramm der Deutschen Lufthansa abgeschlossen, das auch eine Woche im Kloster und Ausflüge ins Silicon Valley ermöglicht

Henning Müller-Ritzrow, Inhaber einer gleichnamigen Werbeagentur aus Offenbach am Main, schickt seine Mitarbeiter nach der Probezeit mittlerweile in einen fünftägigen Kurzurlaub. Paris, London, Barcelona, Oslo oder Moskau, wohin, das können sich die jungen Leute aussuchen. Er zahlt. Und er zahlt gern.Denn in nur etwas mehr als einem Jahr hat er mit seiner Aktion „Fliegen nach der Probezeit“ sechs neue Mitarbeiter gefunden. „Wir haben in der Branche ein großes Nachwuchsproblem, und es gibt interessantere Standorte als Offenbach“, sagt er. Ohne die Aktion hätte er die sechs Leute vermutlich heute noch nicht, aber schon 20.000 Euro für Headhunter-Honorare ausgegeben.

Unternehmen tun viel dafür, junge Leute für sich zu gewinnen. Daimler lässt Auszubildende mit Snapchat und Tablets arbeiten, die Deutsche Bahn verzichtet auf Bewerbungsanschreiben, bei Deloitte bekommt jeder einen Laptop und ein Smartphone, es gibt die ersten Unternehmensberater in Teilzeit und fast schon standardmäßig Homeoffice, Büros mit Wohlfühlatmosphäre und das Du.

Die Generation Z verstärkt so einen Wandel der Arbeitswelt, der schon vor ihr begonnen hat. Ein Beispiel: Seit mehr als 20 Jahren bietet die Deutsche Lufthansa das Traineeprogramm „ProTeam“ an, um vielversprechende Talente in das Unternehmen zu locken. 18 Monate lang können diese an innovativen Ideen arbeiten, bei sozialen Projekten in Schwellenländern mitmachen, eine Woche im Kloster verbringen oder ins Silicon Valley fliegen. Idealerweise bleiben die Teilnehmer danach im Konzern und helfen in Führungspositionen beim digitalen Wandel.

Julia Wenzel, 29, hat das Traineeprogramm vor anderthalb Jahren abgeschlossen. Sie sagt: „Ich glaube, unserer Generation ist es wichtig, dass man vom Arbeitgeber gesehen wird und sich als Mensch einbringen kann.“ Maximilian Zaenker, 28, hat das Programm vor einem Jahr beendet, er sagt: „Sichtbarkeit, Gestaltungs- und Entfaltungsmöglichkeiten sind für mich sehr wichtig. Wenn ich das bei Lufthansa nicht hätte, wäre ich wahrscheinlich nicht hier.“ Beide arbeiten noch im Konzern, Julia Wenzel allerdings nur noch zu 80 Prozent.

Etwas Sinnvolles tun, flexibel arbeiten und Verantwortung für Projekte haben, das wollte auch die Generation Y, Chef werden eher nicht. Das stellt Unternehmen schon länger vor Herausforderungen. Die Generation Z wird sie verstärken. Weil ihr Freizeit noch wichtiger ist und weil sie mit modernen Techniken arbeiten will.

Anna-Maria Karl, Leiterin Global Talent Sourcing bei Daimler, sieht das als Chance: „Die junge Generation zeichnet sich durch Internationalität, Vielsprachigkeit, interkulturelle Kompetenzen, Engagement, Offenheit und Sensibilität für Andersdenkende, Ehrgeiz und digitale Fähigkeiten aus.“ Das sei vorteilhaft, weil die jungen Leute den digitalen Wandel der Unternehmen beschleunigen könnten.

Sie können mehr, als ihr Essen zu fotografieren. Und sie wollen weniger Stress und mehr Leben. So gesehen sind Ann-Kathrin Volkmann, Lisa Gessner und all die anderen genau die Richtigen für die Zukunft.

Generationen in Deutschland (nach Klaus Hurrelmann)

Die Nachkriegsgeneration (1925–1940) fand ein zerstörtes und demoralisiertes Land vor. Das schweißte die jungen Menschen zusammen. Sie wurden zu einer pragmatischen und skeptischen Generation, die nur das tat, was nötig war, und in erster Linie überleben wollte.

Die 68er-Generation (1940–1955) wuchs nach den Aufbauerfolgen der Eltern in einer entspannten wirtschaftlichen Lage und in einer funktionierenden Demokratie auf. Ein Teil der Jugend setzte sich sehr kritisch mit der autoritären Haltung und der Nazi-Vergangenheit der Eltern auseinander. Dieser Konflikt gilt bis heute als politische Revolution einer jungen Generation.

Die Babyboomer (1955–1970) sind zahlenmäßig die stärkste Generation in Deutschland und dominierend in Gesellschaft, Wirt-schaft und Politik. Tendenziell sind sie die Kinder optimistischer Eltern, beruflich sehr ehrgeizig und politisch aktiv.

Die Generation X (1970–1985) wuchs ebenfalls in Sicherheit auf, obwohl sich wirtschaftlich schon Krisen abzeichneten. Wegen der geburtenstarken Vorgängergeneration blieb vielen der Zugang zu verantwortungsvollen beruflichen Positionen verwehrt.

Die Generation Y (1985–1999) war oft Gegenstand klischeehaft geführter Debatten. Die jungen Leute haben politische Span- nungen, Terroranschläge und globale Kriege miterlebt, gelten als die erste Generation „digitaler Eingeborener“ und wissen, wie unberechenbar die Zukunft ist. Ihre sinnsuchende Grundhaltung hat ihnen das Etikett „Generation Why“ eingebracht. Charak- teristisch ist ihr starker Selbstbezug und das permanente Abwägen von Alternativen.