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Wirtschaftsgeschichte

Zeit ist Geld

Frederick W. Taylor wollte Arbeit so effizient wie möglich machen – nicht zur Freude der Arbeiter.





• In seinen Schriften nannte Frederick Winslow Taylor den Mann „Schmidt“, in Wirklichkeit aber hieß er Henry Noll. Der war dem Forscher Taylor im Jahr 1898 unter den Arbeitern der Bethlehem Steel Corporation in Pennsylvania aufgefallen, weil er selbst nach einem langen Arbeitstag nicht müde war und schnellen Schrittes nach Hause ging. Offenbar lastete Noll der Job nicht aus. Das war fast ein Wunder, denn der bestand darin, Eisenbarren auf Güterwaggons zu stapeln.

Zwölfeinhalb Tonnen Eisen konnte ein ungelernter Arbeiter am Tag bei Bethlehem verladen. Aber Taylor war sich sicher, dass da noch mehr möglich war. Also stellte er sich mit einer Stoppuhr an die Verladerampe, teilte die Tätigkeit in unterschiedliche Abschnitte ein und fand bald heraus, welche Handgriffe und Wege die Arbeit beschleunigten.

Dann versprach Taylor Noll, ihm mehr Lohn zu zahlen. Seine einzige Bedingung: Der Arbeiter müsse mehr Eisen pro Tag verladen als bisher. Noll war einverstanden, und Taylor wies ihn an, kürzere Wege zu gehen und kürzere Pausen zu machen. Am Ende schaffte Noll 47 Tonnen Eisen täglich. Statt 1,50 Dollar pro Tag verdiente er nun 1,85 Dollar.

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