Die Ökonomie der Elemente

Magnesium (Mg)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt.





Die besondere Eigenschaft

Magnesium ist sehr reaktiv, der Schmelzpunkt mit 650 Grad Celsius sehr niedrig. Das unedle Metall ist im festen Zustand stabil, als Pulver oder aufgeschmolzen kann es sich selbst entzünden. Magnesium ist extrem leicht: Es wiegt ein Drittel weniger als Aluminium.

Wer braucht es?

Branchen, die Gewicht sparen müssen wie die Raum-, Luftfahrt und Autoindustrie. Am Helmholtz-Zentrum in Geesthacht bei Hamburg zeigen Wissenschaftler, dass man ein Auto aus vielen Magnesiumteilen konstruieren kann.

Die Reaktionsfreude des Metalls nutzt man in der Schifffahrt. Schiffsrümpfe erhalten einen Anstrich mit Magnesiumlegierungen, diese Schicht reagiert mit dem Meerwasser und bewahrt den Rumpf davor zu rosten.

Als Nahrungsergänzungsmittel setzen Leistungssportler gern Magnesium ein, um sich vor Muskelkrämpfen zu schützen. Außerdem wird das Element für Brandbomben, Leuchtmunition, Unterwasserfackeln, Feuerzeuge und Bleistiftanspitzer verwendet.

Wo findet man es?

Fast überall, das achthäufigste Element der Erde ist in vielen Erzen gebunden, vor allem im Dolomit. Große Vorkommen existieren in Russland, China, Nordkorea, der Türkei, Australien oder Nord- und Südamerika – und natürlich in den Dolomiten. Auch in Deutschland kommt es vor; zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt Magnesium als das „Deutsche Metall“.

Wer verkauft es?

Anfang des Jahrtausends noch viele Unternehmen – dann begann China ein ruinöses Preis-Dumping. Heute ist die Produktion in Norwegen, Kanada, in den USA und Australien stark eingeschränkt. Einer der größten chinesischen Anbieter ist die China Magnesium Corporation. In Europa gibt es mit der zur britischen Luxfer Gruppe gehörenden Magnesium Elektron einen großen Anbieter, der den Rohstoff aber auch aus China bezieht. Der größte deutsche Händler, Magontech, ist in australischem Besitz.

Der Weltmarkt …

… ist mit etwa 85 Prozent der Jahresproduktion von knapp 1 000 000 Tonnen in chinesischer Hand. Industriell gehandelt wird Magnesium in Form von acht Kilogramm schweren Barren, die auf Holzpaletten zu einem Gewicht von 1,5 Tonnen gestapelt werden.

Der Preis …

… wird nicht an einer Börse ermittelt, sondern von China bestimmt. Derzeit kostet Magnesium etwa drei US-Dollar pro Kilogramm, ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2017. Im Jahr 2008 stand die Notierung noch bei sechs Dollar.

Wie geht es weiter?

In mehreren Ländern gibt es Bestrebungen, wieder eine eigene Primärproduktion aufzubauen. In Deutschland will man das Leichtmetall aus dem Meer gewinnen: Ein Kubikmeter Nordseewasser enthält mehr als zwei Kilogramm Magnesium. Für die Gewinnung könnte auf der See produzierter Windstrom eingesetzt werden. Heute wäre das allerdings noch nicht wirtschaftlich. Anders am Toten Meer: Dank des hohen Salzgehalts gewinnt dort ein israelisches Unternehmen bis zu 30 Kilogramm pro Kubikmeter. Die Firma kooperiert mit Volkswagen; durch den Ausbau der Elektromobilität steigt der Bedarf an Autos in Leichtbauweise.

Für die Luftfahrt wird erforscht, wie Magnesium durch Zugabe von Nanopartikeln, etwa aus Keramik, hitzebeständiger werden kann, um zum Beispiel Triebwerke daraus zu konstruieren. Flugzeugbauer wollen Magnesiumlegierungen auch für Sitzschalen einsetzen, um mehrere Hundert Kilo pro Jet zu sparen.

Als vielversprechend gilt Magnesium auch für die Medizintechnik. Denn es löst sich in feuchter Umgebung auf, ist im menschlichen Körper ungiftig und wird dort abgebaut oder ausgeschieden. So müssten Implantate aus Magnesium – wie zum Beispiel Schrauben zur Fixierung gebrochener Knochen – nach einer Operation nicht mehr entfernt werden. --

Ordnungszahl im Periodensystem: 12
Elementsymbol: Mg; silbrig-glänzend
Relative Atommasse: 24,305