Partner von
Partner von

Blockchain

Mit der Blockchain ist mehr möglich als nur der Handel mit Bitcoin & Co. Die Pioniere der Technik versprechen nicht weniger als eine neue Weltwirtschaftsordnung.




Die Revolution der Weltwirtschaft kommt daher wie ein Projekt für „Jugend forscht“. Ein Schreibtisch in der Ecke eines Konferenzraums, darauf zwei Konstruktions-Sets aus einem Fischertechnik-Baukasten – schwarzrote Bauteile, zusammengesteckt zu Roboterarmen, Transportbändern, einer Stanzmaschine. „Hier links“, sagt Stephan Noller, „das ist, sagen wir mal, eine Fabrik in Shenzhen, die stellt Autoteile her.“ Auf der anderen Seite des Schreibtisches Bausatz Nummer zwei: „ein Autohersteller in Süddeutschland.“ Dazwischen, unsichtbar: eine Kette von Datenpaketen, die die beiden Fabriken, Maschinen und produzierten Teile miteinander verbindet. Die Blockchain.

Während alle Welt noch darüber diskutiert, wie lange der Hype um Krypto-Währungen wie Bitcoin oder Ether wohl noch anhalten wird, wie viele Menschen die Spekulation mit dem regierungs und bankenunabhängigen Digitalgeld reich machen wird und wie viele Anleger ruiniert sein werden, wenn die Blase platzt, arbeiten Unternehmer wie Stephan Noller mit seiner Firma Ubirch daran, die Technik hinter den virtuellen Währungen für handfeste Geschäfte nutzbar zu machen. Sie funktioniert so: Daten werden in miteinander verknüpften Blocks verpackt, verschlüsselt und weltweit verteilt. Das Potenzial der Blockchain gehe weit über die Abwicklung von Finanztransaktionen hinaus, sagt Noll. Denn sie beruhe auf drei Prinzipien, „die in unserer vernetzten Wirtschaftswelt immer wichtiger werden: Dezentralität, Vertrauen und Sicherheit“.

Demonstriert Seriosität mit Fischertechnik: Stephan Noller

Die kleine Demonstrationsanlage dient ihm und seinem Team auch dazu, ihre Seriosität zu unterstreichen. „Es ist sehr wichtig, dass wir etwas ganz Praktisches zeigen können, etwas zum Anfassen“, sagt Noller. Das Blockchainbasierte Fertigungsmodell, das er Maschinenbauern, Automobilherstellern und anderen Industrieunternehmen schmackhaft machen will, soll Folgendes können: „Wenn unsere chinesische Fabrik hier ein Teil produziert, etwa einen Kotflügel, dann loggt sie gleichzeitig über die Blockchain sämtliche Fertigungsdaten in eine öffentliche Blockchain ein.“ Das heißt: Die Daten werden in verschlüsselten Datenblocks verpackt und dezentral auf Rechnern weltweit gespeichert. „Der kryptografische Schlüssel zu diesen Daten reist aber auf einem Chip oder Sensor mit, der fest in dem jeweiligen Teil verbaut ist“, fährt Noller fort. Welche Toleranzwerte wurden bei der Fertigung erreicht? Wie viel Energie wurde für die Produktion dieses Teils verbraucht? Wann, wo, von welcher Maschine, in welcher Fabrik wurde es hergestellt? All diese Daten werden mit dem Kotflügel bis in die Fabrik beim süddeutschen Automobilhersteller mitgeliefert.

Dieser Artikel ist für Abonnenten freigeschaltet.

Als Digital- oder Kombi-Abonnent können Sie diesen Artikel bereits jetzt online lesen.
Loggen Sie sich dafür bitte oben rechts mit Ihren Zugangsdaten ein.

Werden Sie jetzt Digital- oder Kombi-Abonnent oder kaufen Sie die digitale Ausgabe 06/2018, um direkt weiterzulesen.