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Die Ökonomie der Elemente

Mangan ( Mn)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt.





Die besondere Eigenschaft

Das harte und sehr spröde Schwermetall schmilzt bei 1246 Grad Celsius und siedet bei 2100 Grad. Als unedles Metall reagiert es leicht mit Nichtmetallen, als Pulver ist es brennbar, in kompakter Form nicht. Manganstaub, in hoher Dosis eingeatmet, wirkt toxisch.

Wer braucht es?

Vor allem die Stahlindustrie für rostfreie oder besonders harte Stähle, etwa für Hochhäuser oder Brücken. In Kupfer-, Magnesium- und Aluminiumlegierungen erhöht es die Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Verformbarkeit. In elektrischen Messgeräten findet man manganhaltige Legierungen wie Konstantan, Isaohm und Manganin, da deren elektrischer Widerstand kaum von der Temperatur abhängig ist. Auch die Elektroden von Elektroschweißgeräten werden mit Mangan ummantelt. In Leuchtstoffen dient Mangan als Aktivator, etwa bei weißen LED-Leuchten.

In Verbindung mit Yttrium und Indium entsteht das Pigment Yinmn-Blau. Es erzeugt eine sehr reine Farbe, die äußerst hitze- und säureresistent ist und als Hausanstrich kühlend wirkt.

Mangan wird für Alkali-Batterien und Lithiumionen-Akkus benötigt. Als Zusatzstoff verhindert es die Selbstentzündung von Benzin. Mangafodipir dient als Kontrastmittel in der Magnetresonanztomografie (MRT). Auch Fungiziden, Tierfutter und Düngemitteln werden Manganverbindungen beigefügt. Bei Rindern, Schweinen und Geflügel unterstützt es das Wachstum von Knochen und Bindegewebe; bei Pflanzen ist es an der Fotosynthese und Chlorophyllbildung beteiligt.

Wo findet man es?

Mangan ist nach Eisen und Titan das dritthäufigste Übergangsmetall. Der Gehalt in abbauwürdigen Erzen liegt zwischen 38 und 55 Prozent. Zwei Drittel der bekannten Ressourcen liegen im südafrikanischen Teil der Kalahari-Wüste. Weitere wichtige Lagerstätten befinden sich in China, Brasilien, Australien, Gabun, Indien und der Ukraine. Auch am Meeresgrund existieren erhebliche Vorkommen, die sogenannten Manganknollen.

Wer verkauft es?

Die südafrikanische South32 ist der weltweit größte Produzent, gefolgt von der französischen Eramet, Spezialist für hochwertige Manganerze. Weitere Anbieter sind Australia Manganese, die brasilianische Vale sowie Consolidated Minerals, mit Sitz auf der Ärmelkanalinsel Jersey.

Der Weltmarkt

2016 wurden circa 16 Millionen Tonnen Manganerz abgebaut. Die Nachfrage war 2015 und Anfang 2016 gesunken, vor allem durch das schwache Wirtschaftswachstum in China. 2017 stieg die Manganproduktion, bedingt durch eine erhöhte Nachfrage in der Stahlprodukion, auf 19 Millionen Tonnen. China und Indien sind als wichtige Produzenten auch die größten Nachfrager.

Der Preis …

… ging im ersten Quartal 2018 deutlich in die Höhe. Nach einem Allzeittief von weniger als 2 US-Dollar für ein Kilo 37-prozentiges Manganerz im Jahr 2015 zahlten Abnehmer im März 2018 mehr als 7 US-Dollar, für 44-prozentiges Erz sogar mehr als 8 Dollar. Der hohe Preis bremst derzeit die Nachfrage. Mangan wird in vielfältigen Verbindungen und in unterschiedlicher Reinheit von bis zu 99 Prozent angeboten, die Preise variieren beträchtlich. Gehandelt wird es in reiner Form als Flocken, die Stahlindustrie erhält Manganerz als Platten. Die Preise handeln die Marktteilnehmer untereinander aus, Basis ist der Index des Londoner »Metal Bulletin«.

Wie geht es weiter?

Mehrere Staaten, auch Deutschland, wollen künftig Manganknollen in der Tiefsee abbauen. Mit heutiger Technik ist das noch zu teuer und umweltschädigend. Analysten erwarten eine wachsende Nachfrage in der Stahlindustrie, bei Lithium-Akkus und im Agrarsektor. Vor allem in Brasilien treibt die Landwirtschaft den Verbrauch. Zusam- men mit Indien könnte man in einigen Jahren auf Importe angewiesen sein. ---

Ordnungszahl im Periodensystem: 25
Elementsymbol: Mn; schwarz (Feststoff)
Relative Atommasse: 54,94