Natalie Grams

Der Glaube an die Homöopathie ist eine feste Burg für die Ärztin Natalie Grams. Bis ihr Zweifel kommen, denen sie nachgeht – mit aller Konsequenz.




• An der Wohnung der Familie Grams in einem mehrstöckigen Haus in Heidelberg hängt ein Zettel: Nachmieter gesucht. Das Ehepaar zieht mit den drei Kindern in eine billigere Bleibe. Es lief finanziell besser, als Natalie Grams noch ihre Privatpraxis für Homöopathie ganz in der Nähe hatte. Die Patienten waren zufrieden, das Geschäft florierte, so hätte es weitergehen können. Doch dann gab die heute 38-jährige Ärztin ihre Praxis im vergangenen Jahr zur Verwunderung von Patienten, Kollegen und Freunden auf. Das ist in Kurzform die Geschichte dieser Frau, die sich traute, eine Überzeugung infrage zu stellen, die ihr Halt gegeben und eine komfortable Existenz ermöglicht hatte.

Natalie Grams wächst in Bayern auf. Ihr Vater ist Chemiker, sie macht das beste Chemie-Abitur des Jahrgangs 1997 in dem Bundesland und beginnt, Medizin zu studieren, zunächst in München, dann in Heidelberg. Mit Esoterik hat sie nichts im Sinn, sie will Chirurgin werden. Doch im Jahr 2001 wirft ein Unfall sie aus der Bahn. Auf einer Landstraße kommt ihr in einer Kurve ein Wagen auf ihrer Spur entgegen, sie versucht auszuweichen, aber da ist schon die Böschung – ihr Auto überschlägt sich mehrfach und kracht gegen mehrere Bäume. Es ist nur noch Schrott. Sie hat „wahnsinniges Glück“, bleibt fast unverletzt: „nur ein leichtes Schleudertrauma und ein paar Kratzer“. Der Verursacher des Unfalls hält nicht an.

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„Spielt splitternackt, spielt in Jeans, spielt im Transenfummel.“
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