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Ökonomie der Elemente

Arsen (As)

Was im Periodensystem an Wirtschaft steckt.





Die besondere Eigenschaft

Das Halbmetall ist schwer wasserlöslich, tritt in drei Zustandsformen auf und wechselt dabei zwischen den Farben Grau, Schwarz und Zitronengelb. In einigen Verbindungen leitet es keinen elektrischen Strom, und – ja – Arsen ist hochgiftig.

Wer braucht es?

Ärzte setzen Arsen-Verbindungen als Mittel gegen die Schlafkrankheit und in der Krebstherapie ein. Dass das hochverdünnte homöopathische Medikament Arsenicum album hingegen nicht wirkt, wollten jüngst einige Briten bei einer Aktion vor Filialen der Apothekenkette Boots beweisen: Landesweit schluckten Aktivisten packungsweise Überdosen. Wie erwartet, ohne Folgen und Nebenwirkungen.

Bewiesen ist die Wirksamkeit in der Metallindustrie: Arsen macht Bleilegierungen fester und gießbarer, etwa für die feinen Strukturen kleiner Bleibatterien. In der Elektronik werden aus Galliumarsenid Halbleiter hergestellt für rauscharme Hochfrequenzverstärker von Mobiltelefonen, WLAN, Radaranlagen oder Satelliten; in Wafern, Leucht- oder Laserdioden findet es ebenfalls Verwendung. In einigen Ländern sind Arsen-Verbindungen erlaubt als Holzschutzmittel, zur Schädlingsbekämpfung im Weinbau sowie als Rattengift oder Entfärbungsmittel in der Glas-Industrie.

Für einen Mord taugt es nur noch bedingt – es gibt mittlerweile ein Gegengift: Dimercaptopropansulfonsäure. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts aber war Arsen das wohl am häufigsten verwendete Mittel, um missliebige Zeitgenossen um die Ecke zu bringen. Noch verbreiteter aber war es auch schon damals als Arznei, etwa als Stärkungsmittel und Aphrodisiakum, für die Behandlung von Tuberkulose, Migräne oder Fieber, vor allem aber von Asthma. Die Chinesen setzten es als Pestizid in den Reisfeldern und gleichzeitig als Zusatzstoff in Zigaretten ein, der Kombination mit Tabak sagte man besonders lungenkräftigende Eigenschaften nach. Ohne Scheu nutzte man es auch als Enthaarungsmittel oder für Malerfarbe.

Wer verkauft es?

Hochreines Arsen bieten offenbar nur drei Unternehmen weltweit an: Haines & Maassen (Umsatz 2015: niedriger zweistelliger Millionenbereich) und die PPM Pure Metals GmbH aus Deutschland (eine Tochter der deutsch-französischen Firma Recylex; Umsatz 2014: 422 Millionen Euro). Außerdem das 140 Jahre alte Bergbau-Unternehmen Furukawa (Umsatz 2016: 1,4 Milliarden Euro) aus Japan. Den Ausgangsrohstoff Arsen-Erz fördert marktführend Chenzhou Chenxi Metals aus China.

Wo findet man es?

Die wichtigsten Vorkommen abbaubarer Arsen-Erze befinden sich in China, Russland, Chile, Frankreich, Mexiko und Schweden. Arsen-Minerale gibt es auch im Harz und im Erzgebirge. Meist gewinnt man Arsen aber als Beiprodukt bei der Förderung von Gold, Kupfer, Kobalt, Blei oder Phosphor.

Der Weltmarkt …

… wird von China dominiert. 2014 wurden dort 25 000 Tonnen Arsen-Erz gefördert, es folgen Chile (11 000 Tonnen), Marokko (8800 Tonnen), Peru (4500 Tonnen), Russland (1500 Tonnen) und Belgien (1000 Tonnen). Hochreines Arsen wird daraus durch chemische Verfahren gewonnen und in Form kleiner silberner Kiesel oder als Pulver in verschweißten Glasflaschen vertrieben. Fast die Hälfte der Weltmarktproduktion wird für Insektizide und Herbizide verwendet, ein Drittel für Holzschutzmittel, 15 Prozent landen in der Metallurgie und Glasherstellung, der Rest in der Elektroindustrie. Größte Nachfrager sind China und die USA.

Der Preis

Hochreines Arsen (99 Prozent) wird für 50 Dollar pro 0,2 Gramm in der Glasampulle angeboten, gegen Vorlage einer sogenannten Giftlizenz. Der Großhandelspreis liegt, je nach Reinheitsgrad, zwischen 300 und 500 Dollar pro 100 Gramm.

Wie geht es weiter?

Aufgrund seiner Toxizität ist der Einsatz als Holzschutzmittel oder in der Schädlingsbekämpfung rückläufig. Ein steigender Bedarf wird für hochreines Arsen in der Halbleiter-Industrie erwartet. Die gegenwärtigen Förderkapazitäten decken diese Nachfrage. ---

Ordnungszahl im Periodensystem: 33
Elementsymbol, fest (Schwarz): As
Relative Atommasse: 74,92