Partner von
Partner von

Leichte Sprache: Mobbing

Die „Leichte Sprache“* richtet sich vorwiegend an Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen – vielleicht hat sie aber noch größeres Potenzial? Hier die Übersetzung ausgewählter Passagen aus einer Kleinen Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag (Drucksache 18/779)




Wie definiert die Bundesregierung Mobbing am Arbeitsplatz, und wird diese Definition nach Kenntnis der Bundesregierung auch von den Gerichten anerkannt und verwendet?
Der Begriff Mobbing ist kein Rechtsbegriff, daher gibt es keine feststehende Definition. Die Rechtsprechung versteht unter Mobbing das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte. (…)

Die Partei Die Grünen fragt die Regierung: Was bedeutet Mobbing? Wie sehen Gerichte die Sache?
Die Regierung antwortet:
Was Mobbing genau ist, können wir nicht sagen.
Aber für die Gerichte ist Mobbing:
Wenn meine Kollegen mit Absicht böse zu mir sind.
Oder wenn mein Chef mit Absicht böse zu mir ist.

Ist die Bundesregierung der Ansicht, dass Mobbing am Arbeitsplatz relevante Probleme bei den Opfern auslöst und in der Folge hohe volkswirtschaftliche Kosten verursacht? (…)
Mobbing am Arbeitsplatz stellt ein ernstes gesellschaftliches Problem mit negativen Auswirkungen dar. Mobbing kann zu Erkrankungen der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und dadurch zu kostenintensiven Arbeitsausfällen für Unternehmen und Belastungen der Sozialversicherungen führen. Die Bundesregierung ist sich dieser Problematik bewusst und nimmt sie ernst. (…)

Die Partei Die Grünen fragt die Regierung: Ist Mobbing im Büro sehr schlimm für die Opfer? Und was hat das für Folgen?
Die Regierung antwortet: 
Ja, Mobbing ist sehr schlimm.
Mobbing kann krank machen.
Für den Chef wird es dann teuer.
Und für die Krankenkasse auch.
Die Regierung nimmt Mobbing deshalb ernst.

Wie bewertet die Bundesregierung die unterschiedlichen Formen von Mobbing, und wo sieht sie hier besonderen Handlungsbedarf?
Mobbing hat vielfältige Erscheinungsformen. Deshalb erscheint die Schaffung spezieller Regelungen nicht zielführend.

Die Partei Die Grünen fragt die Regierung: Welche Art von Mobbing ist die schlimmste?
Die Regierung antwortet:
Alle Arten von Mobbing sind schlimm.

Gibt es nach Auffassung der Bundesregierung ausreichende gesetzliche Regelungen, um Beschäftigte vor Mobbing durch Kolleginnen und Kollegen (und) Vorgesetzte zu schützen? (…)
Mobbing ist als Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht, die Ehre und die Gesundheit anzusehen. (…) So kann der Arbeitgeber gehalten sein, Gegenmaßnahmen (beispielsweise Ermahnungen oder Umsetzungen) zu ergreifen. Je nach den Umständen des Einzelfalls kann Mobbing auch Straftatbestände verwirklichen.(…)

Die Partei Die Grünen fragt die Regierung: Sind die Opfer im Büro gut geschützt? Reichen die Gesetze aus?
Die Regierung antwortet:
Wenn meine Kollegen mit Absicht böse zu mir sind, dann kann mein Chef sagen:
„Hört auf damit!“
Oder er kann mich woanders hinsetzen.
Wenn es ganz schlimm ist, kann ich zum Gericht gehen.

Ist die Bundesregierung der Meinung, dass eine Anti-Stress-Verordnung (…) für Betriebe und Verwaltungen hilfreich sein könnte?
Die Bundesregierung hält nicht legislative Maßnahmen sowie klarstellende Regelungen in den Arbeitsschutzfachverordnungen für vorrangig. (…)

Die Partei Die Grünen fragt die Regierung: Braucht man ein neues Gesetz gegen Mobbing?
Die Regierung antwortet:
Nein, erst mal brauchen wir keine neuen Gesetze.
Wichtiger finden wir klare Regeln in der Firma.

* Mehr zum Thema gibt es unter leichtesprache.org