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BioCopy

Die Suche nach neuen Impfstoffen dauert Monate, manchmal Jahre. Freiburger Biochemiker wollen sie auf zwei Tage verkürzen.





Viren verändern sich ständig, sie mutieren, wechseln ihr Äußeres und tarnen sich so vor dem menschlichen Immunsystem. Ein HI-Virus verändert sich so schnell, dass die Pharmafirmen kaum hinterherkommen. Und selbst der Grippevirus kommt Jahr für Jahr in neuem Gewand daher. Forschung und Industrie brauchen aber Monate und Jahre, um einen Impfstoff herzustellen. Man versucht, schwache oder inaktive Viren für Impfstoffe zu züchten, oder man entschlüsselt Stück für Stück das gesamte Genom und testet es auf angreifbare Stellen. Das dauert.

Günter Roth, Biochemiker am Zentrum für Biosystemanalyse der Universität Freiburg, will mit einem neu entwickelten Bio-Kopierer die Suche auf nur zwei Tage verkürzen.

Roth muss den Erreger dazu gar nicht verstehen. Streng genommen ist es ihm sogar egal, mit welchem Virus oder Bakterium er es zu tun hat. Er zerhackt die gesamte DNS oder RNS in kleine Einzelstücke, separiert sie in einer Wabenstruktur und kopiert sie dann auf eine Glasplatte. Dort erhält er lauter kleine Punkte mit den kopierten Fragmenten. Dann gibt er das Blut eines infizierten Menschen hinzu, das schon Antikörper gebildet hat, und schaut, an welchen Punkten auf der Glasscheibe die Antikörper anhaften. Diese sind die Teile des Erregers, die das Immunsystem erkennen kann und die als Impfstoff dienen können, um den Körper gegen den Virus zu trainieren.

„Damit haben wir eine Art Steckbrief des Erregers“, sagt Roth. Mit ihm sind Pharmafirmen in der Lage, einen neuen Impfstoff zu entwickeln. „Bei einer Grippe können wir so bei schneller Zulassung bis zu sechs Monate Zeit einsparen“, sagt Roth. „Das macht rund 100 000 gerettete Menschenleben pro Jahr.“

Seine neu gegründete Firma BioCopy hat bereits zahlreiche Preise gewonnen und hält sieben Patente mit 40 verschiedenen Anwendungen. Von der Impfstoffsuche bis zum Drogenschnelltest. All das soll sein Kopierer einmal finden. Momentan verhandelt Roth mit möglichen Geldgebern und Kooperationspartnern. Seine vier bisher gebauten Prototypen kosten 60 000 Euro pro Stück und erzeugen bis zu zwei Terabyte Daten am Tag. Seine Arbeitsgruppe belegt aktuell 92 Prozent des Speicherplatzes des gesamten Instituts. ---
BioCopy
Geplante Ausgründung aus dem Zentrum für Biosystemanalyse (ZBSA) der Universität Freiburg
Kontakt: info@biocopy.de