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BlackRock

Egal ob es an den Kapitalmärkten bergauf oder bergab geht, einer gewinnt immer: Blackrock, die größte Fondsgesellschaft der Welt.





• Das US-Unternehmen Blackrock ist ein Gigant der Finanzwelt: 4,5 Billionen Dollar betragen die sogenannten Assets under Management (AuM), kein anderer verwaltet mehr Kundenvermögen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in New York verkauft den Anlegern Fonds, die zum großen Teil in Aktien investieren, aber auch in Bonds und andere Anlagen. Für das Fondsmanagement kassieren die Amerikaner im Schnitt eine Gebühr von knapp 0,06 Prozent, was nach wenig klingt – sich aber im dritten Quartal dieses Jahres auf einen Umsatz von 2,7 Milliarden Dollar summierte. Hinzu kommen Einnahmen aus dem Aladdin genannten Risikomanagementsystem, das nicht nur von den rund 1800 Blackrock-Fondsmanagern genutzt wird, sondern auch von 20 000 Externen und damit für Erlöse von 167 Millionen Dollar sorgte. Alles in allem setzte Blackrock im jüngsten Quartal 2,9 Milliarden Dollar um, wovon unterm Strich ein Nettogewinn von 832 Millionen Dollar blieb.

Nicht nur Blackrock, die ganze Fondsbranche ist gewinnträchtig. Je mehr Geld einer solchen Gesellschaft zufließt, desto profitabler wird sie – denn mit steigenden Kundenvermögen wachsen zunächst nicht die Kosten. Ob in einem Fonds 100 oder 500 Millionen stecken, die Ausgaben für Personal (mit rund einer Milliarde Dollar pro Quartal der größte Posten) oder IT bleiben gleich. Blackrocks operative Rendite (Operating income als Anteil vom Total Revenue) liegt denn auch bei 42 Prozent, kleinere Wettbewerber wie die Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Asset Wealth Management kommen immerhin auf gut 22 Prozent. Zum Vergleich: Google schafft 25, Apple 28 Prozent.

Das Geschäftsmodell hat neben seiner Skalierbarkeit noch einen zweiten Vorteil: 89 Prozent der Fondsgebühren bei Blackrock, gut 2,3 Milliarden Dollar, fließen unabhängig davon, ob die Fonds hohe Renditen abwerfen oder nicht: Es sind sogenannte Base Fees, ein festgelegter Prozentsatz des verwalteten Kapitals. Zwar sind die Renditen der Fonds für Blackrock trotzdem nicht gänzlich egal; das Neugeschäft hängt unter anderem daran. Doch lebt der Konzern ganz gut mit Ergebnissen, die nicht immer erstklassig sind: Von den Aktienfonds, deren Fondsmanager auf fundamentale Analyse setzen, sind etwa über fünf Jahre nur 56 Prozent besser als der Vergleichsindex (Benchmark) oder der Mittelwert vergleichbarer Fonds (Peer Median).

Ein Trend kommt der Firma dabei zugute: Immer mehr Anleger kaufen eine billige Fondsvariante. Sie werden nicht aktiv gemanagt, sondern bilden nur einen Index nach, etwa den deutschen Aktienindex. Steigt der Markt, legt auch der Fonds zu; fallen die Kurse, verliert der Fonds ebenfalls. In dieses Geschäft hat Blackrock massiv investiert, einen der größten Anbieter, Barclays Global Investors (BGI), übernommen. Institutionelle Anleger haben bereits 1,7 Billionen Dollar in solche Index-Produkte bei Blackrock gesteckt. Für Kleinanleger bietet das Finanzhaus solche Anlagen über die Plattform iShares an, die zu BGI gehörte. Mittlerweile sind auch über iShares rund eine Billion Dollar an Kundengeldern investiert. Insgesamt machen Indexprodukte 64 Prozent der Kundengelder bei Blackrock aus – und wachsen schnell, allein zwischen Juni und September dieses Jahres um 23 Milliarden Dollar.

Um Kleinanleger bemüht sich die Firma derzeit besonders. Ihnen kann sie höhere Gebühren abnehmen als der institutionellen Klientel. Von den Privaten stammen 71 Prozent der Base Fees, obwohl ihr Kapital nur 37 Prozent der Gesamtanlagen ausmacht. Konkurrenten und Aufseher beäugen die Expansion mit gemischten Gefühlen. Denn Blackrock ist schon jetzt mächtig, der Gigant, befürchten manche, könnte Märkte bewegen. So besitzt die Firma größere Aktienpakete an allen 30 Dax-Konzernen und vertritt bei ihnen die Stimmrechte seiner Anleger. Ob das gut oder schlecht ist, darüber scheiden sich die Geister. Fest steht: Der Finanzriese ist ein Aktionär, der mit Geld umgehen kann. ---

Blackrock wurde 1988 als Teil der Private-Equity-Gesellschaft Blackstone gegründet. 1994 übernahm der Mitgründer Lawrence Fink das Vermögensverwaltungsgeschäft und brachte es 1999 an die Börse in New York. Durch milliardenschwere Fusionen und Übernahmen, unter anderem von Merrill Lynch Investment Managers und BGI, schob sich die Firma später auf Platz eins unter den weltweiten Asset Managern vor. Sie wird noch immer von Fink geführt, befindet sich nahezu ausschließlich im Besitz institutioneller Anleger und beschäftigt weltweit 12 400 Mitarbeiter.