Reno und Tesla

Reno im US-Bundesstaat Nevada hat abgewirtschaftet und versucht den Neustart. Die gigantische Batteriefabrik des Elektroautobauers Tesla soll dabei helfen. Ein Ortstermin.





• Reno hat es nie leicht gehabt. Als Durchgangsstation für die Eisenbahnlinie zum Pazifik gegründet, im Silber- und Goldrausch aufgeblüht, ist die Stadt im Nordwesten Nevadas heute vor allem für zweierlei bekannt: Scheidungen im Schnelldurchlauf und Zocken ohne Glamour. Das große Geld, die großen Stars findet man in Las Vegas. Reno spielt in der unteren Liga. Als 2008 die Rezession zuschlug, war die Stadt wie kaum eine andere in den USA von Arbeitslosigkeit und Zwangsversteigerungen betroffen.

Vom vor Geld und Ideen überbordenden Silicon Valley braucht man mit dem Auto lediglich vier Stunden hierher, dennoch liegen Welten zwischen den beiden Orten. Reno ist für die Vertreter der Hightech-Welt entweder eine Etappe auf dem Weg zur eindrucksvollen Natur Nevadas oder ein billiges Drehkreuz für Unternehmen wie Wal-Mart oder Amazon, die die Großstädte Kaliforniens mit ihren hier ansässigen Warenlagern beliefern. Die Zukunft ist woanders.

Das sieht man der Stadt, in der rund 220 000 Menschen wohnen, auf den ersten Blick an. Die Hauptstraße säumen Casinos, die auf verblichenen Fotos mit riesigen Margaritas für 3,95 Dollar locken. Zwischen vernagelten Schaufenstern und leeren Grundstücken sind Pfandhäuser und Getränkemärkte aufgereiht. Die meisten der Einheimischen machen um die Innenstadt einen Bogen oder gehen direkt vom Parkhaus ins Casino.

Nur Poster auf den Mülleimern mit dem Hashtag #ThinkReno weisen darauf hin, dass die Stadt sich ihrem Schicksal nicht ergeben, sondern endlich am Wirtschaftswunder des Silicon Valley teilhaben will. Moderne Hightech-Unternehmen mit gut bezahlten Jobs sollen angelockt werden. Reno bläst zur Aufholjagd – und zahlt dafür einen hohen Preis, weil es sich im teuren Wettstreit mit vielen anderen, ebenso von der Rezession gebeutelten Kommunen im ganzen Land befindet.

Die Hoffnungen ruhen auf Tesla, dem jungen Elektroauto-Hersteller aus Kalifornien, der an der Börse Siege feiert und die Fantasie von Cleantech-Enthusiasten beflügelt. Seitdem der Serienunternehmer Elon Musk ankündigte, das größte Batteriewerk der Welt für fünf Milliarden Dollar in der Peripherie von Reno zu bauen – im Gegenzug erhält er fast 1,3 Milliarden Dollar Subventionen –, fühlen sich die Stadtväter buchstäblich elektrisiert. Die Fabrik soll zur Keimzelle für den Aufschwung werden; die örtliche Universität und neu gegründete Technikfirmen, so die Vision, sollen eine kreative Klasse hervorbringen.

Noch ist diese Vision nichts als eine staubige Baustelle am USA Parkway, einer unscheinbaren Autobahnabfahrt knapp 30 Kilometer östlich der Stadt. Ein Schild kündigt an, dass hier das Tahoe-Reno Industrial Center (Tric) beginnt, aber erst nach ein paar Kilometern wird klar, was sich zwischen Salbeisträuchern, Steppenläufern und Geröll verbirgt. „Das größte Gewerbegebiet der Welt“, brummt Dean Haymore und tritt aufs Gas seines verstaubten Geländewagens, um ins nächste der insgesamt sechs menschenleeren Täler zu gelangen.

Haymore ist Direktor für Gemeindeentwicklung des Landkreises Storey, in dem das Gewerbegebiet liegt. Die Kennzahlen weiß er auswendig: 433 Quadratkilometer Fläche, von der bislang ein Viertel mit einem Bebauungsplan erschlossen ist. Nur 28 Quadratkilometer sind verkauft, aber auf diesen stampfen Firmen wie Wal-Mart gewaltige Gebäude im Rekordtempo aus dem Boden. Hallen mit umgerechnet 46 000 Quadratmetern sind Standard. „So was ziehen wir hier ständig hoch – in höchstens sechs Monaten“, sagt Haymore. Alle paar Minuten deutet er aus dem Fenster auf ein anderes Betonmonstrum. „Wir erteilen in der Regel in einer Woche die Baugenehmigung, und dann geht’s sofort los. Wenn es sein muss, tragen wir auch einen Berg ab.“

Teslas Batteriefabrik hat eine Größenordnung, die alles in den Schatten stellt, was der Planungschef bisher genehmigt hat. Mehr als eine halbe Million Quadratmeter Fläche braucht sie. „Es ist ein Riesenprojekt, aber das kriegen wir genauso schnell geregelt“, sagt Haymore und brettert quer über das 1,6 Kilometer lange und einen halben Kilometer breite Grundstück, das gerade von einer Flotte gewaltiger Bulldozer planiert wird, damit die Fundamente gegossen werden können. Bis zum 1. Mai 2015 soll das erste 93 000 Quadratmeter große Teilstück den Betrieb aufnehmen, bis zum 1. August das zweite. „Seit Tesla gekommen ist, führe ich jeden Tag eine Firma herum, die bei uns bauen will. Jetzt arbeiten hier 4000 Menschen, in drei bis fünf Jahren werden es 12 000 sein. Wir erleben“, sagt der Gemeindefunktionär Haymore erfreut, „einen regelrechten Ansturm.“

Einen guten Teil dieses Erfolgs nimmt der Chef der örtlichen Behörde für Wirtschaftsförderung Edawn für sich in Anspruch. Mike Kazmierski ist seit drei Jahren dafür verantwortlich, auswärtige Unternehmen von den Vorteilen des Standorts Reno zu überzeugen. „Wir haben immer noch mit dem alten Ruf zu kämpfen, dass die Stadt ihre besten Zeiten hinter sich hat“, gibt er zu. Logistik und Fertigung hat man als Wachstumsfelder identifiziert. Man sei „aggressiv hinterher“, diese zu beackern, versichert er. „Wenn wir eine Firma erst einmal dazu bewegt haben, Reno zu besuchen, besiegeln wir in sieben von zehn Fällen einen Deal.“

Das waren bislang Unternehmen, die vor allem eines im Sinn hatten: möglichst nahe am Riesenmarkt Kalifornien und der Hightech-Hochburg San Francisco zu sein und gleichzeitig von Nevadas Subventionspolitik zu profitieren. Der Bundesstaat ist bekannt dafür, dass er das Einkommen von Privatpersonen und Unternehmen nicht besteuert, zudem sind die Strompreise rund 40 Prozent billiger als in Kalifornien. Deswegen befindet sich eines der wichtigsten Logistikzentren von Amazon bei Reno, und deswegen zieht Apple gerade ein neues Rechenzentrum in der Wüste Nevadas hoch. „Der Onlinehandel und die Erwartung der Kunden, alles am nächsten Tag geliefert zu bekommen, sind zwei unserer wichtigsten Wachstumsfaktoren“, sagt Kazmierski.

Bisher konnten meist nur Arbeitsplätze für Geringqualifizierte geschaffen werden. Mit Tesla soll sich das ändern. Als sich das Unternehmen von Elon Musk, dem auch die Raumfahrtfirma SpaceX und die Solarfirma Solar City gehören, lautstark auf die Standortsuche für ein Batteriewerk machte, verlangte es von Kommunen oder Bundesstaaten mindestens eine halbe Milliarde Dollar an Subventionen. Neben Reno zogen Städte aus Texas, Arizona und Kalifornien in die Bieterschlacht. Reno machte das Rennen, und Nevadas Gouverneur rühmte sich, dank der staatlichen Zuschüsse mindestens 6500 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Rechne man Baufirmen und Zulieferer ein, kämen sogar 22 000 zusammen.

Überbordende Subventionen

„Tesla hat uns auf einen Schlag Glaubwürdigkeit verliehen. Die Welt blickt plötzlich auf Reno und sieht, dass hier Zukunft gestaltet wird“, sagt Kazmierski. Er versichert, dass er bereits weitere Verträge zur Ansiedlung moderner Unternehmen mit wenigstens 5000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in der Schublade habe. „Mindestens ein Drittel wäre ohne den Tesla-Effekt nicht zustande gekommen.“

Kämpft für Renos Zukunft: Mike Kazmierski
Will die Universität stärker in der Stadt verankern: Mridul Gautam

Trotzdem stellt sich die Frage, ob sich die Investition für Reno lohnt. Rentieren sich Subventionen von – je nach Kalkulation – bis zu 200 000 Dollar pro neuem Arbeitsplatz? Anders als in der Europäischen Union ist in den USA nicht einheitlich geregelt, was Regionen und Kommunen anbieten dürfen, um Unternehmen an einen Standort zu locken.

„Seit der Rezession ist der Wettlauf um neue Ansiedlungen noch härter geworden, die Deals werden immer größer“, sagt der Politologe Kenneth Thomas von der Universität St. Louis in Missouri, der sich seit 25 Jahren mit dem Thema beschäftigt. „Viele Gegenden sind regelrecht verzweifelt, und die Entscheider haben oft keine Ahnung, was sie alles verschenken.“

Er schätzt, dass sich die Aufwendungen für die Anwerbung von Unternehmen landesweit auf mindestens 70 Milliarden Dollar pro Jahr summieren. „Zu oft geht das auf Kosten anderer Investitionen ins Gemeinwesen, etwa für Bildung oder Infrastruktur.“ Nevada, sagt Thomas, sei bei den Verhandlungen mit Tesla wohl schlicht überfordert gewesen.

Dabei fiel der Bundesstaat im Subventionspoker bisher nicht als besonders spendabel auf. Das hat auch damit zu tun, dass es in der dünn besiedelten Region mit gerade einmal zwei nennenswerten Städten – Las Vegas im Süden und Reno im Norden – wenig moderne Industrie gibt. Bergbau ist neben Glücksspiel die größte Branche. Bis 2012 vergab Nevada Subventionen in Höhe von zwölf Dollar pro Einwohner – rund ein Zehntel dessen, was Kalifornien hinblätterte. Texas steht mit 19 Milliarden oder 759 Dollar pro Einwohner einsam an der Spitze. Die Tesla-Subventionierung aber sprengt jeden Rahmen und hat viele Kritiker. Der Ökonom Richard Florida etwa, der den Begriff Kreative Klasse prägte und dieser einen hohen Stellenwert für die ökonomische Stärke einer Region einräumte, hält die Investition für „bombastisch und unnötig“.

Die Stadterneuerer sehen das ganz anders, zumal Reno gerade vom weltweiten Dachverband der Wirtschaftsförderungsbehörden mit dem Preis für exzellente Leistungen ausgezeichnet wurde. „Alle bieten etwas an, da muss man mitmachen“, sagt Kazmierski. Man müsse Interessenten das Gefühl geben, dass sie etwas Besonderes seien. Er hat eine Stadt zu sanieren, in der die Hälfte der Taxis immer noch mit Werbetafeln für Bordelle versehen ist, während Prostitution im Rest der USA verboten ist. Reno ist nicht anzumerken, dass es eine angesehene Universität mit 18 000 Studenten hat.

Bringen Gründergeist in die Zockerstadt: Jung­unternehmer Colin Loretz ...
... und der ehemalige Luftwaffenpilot Warren Rapp
Erteilt Baugenehmigungen im Rekordtempo: Dean Haymore

Letzteres will Mridul Gautam ändern. Der indische Maschinenbauingenieur bekleidet in Reno seit vergangenem Jahr den neu geschaffenen Posten des Vice President für Forschung und Innovation an der University of Nevada. Er will seine auf dem Campus abgeschotteten Wissenschaftler näher an die Stadt heranführen. „Wir besitzen alles, um es mit kreativen Städten wie Austin aufzunehmen“, sagt Gautam. „Wir müssen es nur endlich so zusammenfügen, dass es klick macht.“

Dazu hat der Professor mehrere Programme aufgelegt, die in den kommenden zwei bis drei Jahren Früchte tragen sollen. Kernstück ist der Umbau eines leer stehenden Bürogebäudes am südlichen Rand der Innenstadt zu einem Innovationszentrum. Auf vier Stockwerken sollen ein Coworking Space, eine für alle Bürger offene Werkstatt – ausgestattet mit neuesten Geräten wie 3D-Druckern und Laserscannern – sowie eine Gründerförderung unterkommen. Anderthalb Millionen Dollar kostet der Umbau. In Gautams Vorstellung bildet er nur den Anfang einer zu entwickelnden Gründermeile, die die Innenstadt mit dem Campus verbindet. „Radfahrer, Fußgänger, autonome Fahrzeuge und Ideen sollen frei fließen“, sagt er. Noch ist diese Achse, von der der Professor träumt, eine Durchgangsstraße, gesäumt von kleinen Läden und ehemaligen Werkshallen.

Parallel zu Gautams Aktivitäten baut die Kommune einen verwaisten Straßenzug zur sogenannten Start-up Row um. Hier gibt es schon seit 2007 ein Coworking-Zentrum namens Reno Collective. Der 27 Jahre alte Unternehmer Colin Loretz hatte es damals gegründet. „Wir haben inzwischen 115 Mitglieder“, sagt er. Die meisten sind Ein-Mann-Unternehmen oder Freelancer, die für Firmen an der Ost- oder Westküste arbeiten. Richtige Startups kann man an beiden Händen abzählen.

Doch langsam, sagt Loretz, tue sich etwas. Gründer aus Reno gewännen plötzlich landesweite Wettbewerbe und würden von auswärtigen Kapitalgebern umworben. Die Stadt hat zwei Fonds eingerichtet, um örtliche Neugründungen zu fördern.

Es hilft, dass in Nevada die bürokratischen Hürden niedrig sind. Das drückt sich nicht nur in der Genehmigung riesiger Lagerhallen binnen weniger Tage aus, sondern auch in der Art, wie hier die Entwicklung von Drohnen gefördert wird.

Aus der Not eine Tugend machen

Der ehemalige Luftwaffenpilot Warren Rapp spricht lieber von „unbemannten Flugsystemen“. Er ist dafür zuständig, Nevada und insbesondere Reno zu einem weltweit bedeutenden Zentrum für die Forschung und kommerzielle Entwicklung von Drohnen zu machen. Er wirbt bei der Luftfahrtbehörde FAA dafür, dass Nevada für eines von nur sechs Testgeländen in den USA ausgewählt wird. „Woanders sind es nur ein paar Flecken, hier steht der gesamte Bundesstaat für Tests zur Verfügung“, sagt der Ex-Soldat.

Er steht neuerdings auf der Gehaltsliste der Universität und leitet die wirtschaftliche Entwicklung von NAASIC, dem Nevada Advanced Autonomous Systems Innovation Center, das künftig im neu entstehenden Uni-Vorposten in der Innenstadt residieren wird. Die Hochschule investiert kräftig in die Entwicklung von Drohnen. Drei neue Professorenstellen wurden geschaffen, zudem ein Studiengang für 20 Studenten eingerichtet. Insgesamt forschen schon zwei Dutzend Wissenschaftler am Thema. Drei kleine Drohnenfirmen haben sich bislang in Reno angesiedelt. „In zwei Jahren soll sich das Programm tragen und in fünf Jahren Gewinne für die Stadt und die Uni abwerfen“, so der Ex-Offizier. Auch hier hat Reno aus der Not eine Tugend gemacht und kann seinen Leerstand gewinnbringend bewerben. 15 Autominuten nördlich liegt der Reno Stead Airport, an dessen Landebahn 2000 Hektar Wüste grenzen.

Seit Dezember steht ein nagelneues Terminal neben dem alten Tower, von dem die Farbe abblättert. Im Erdgeschoss des menschenleeren Liberty Terminals sind die Wände gerade frisch verspachtelt, die Auslegeware riecht noch penetrant nach Kunststoff. Hier soll sich bald ein Drohnen-Start-up in bester Lage einmieten, erste Anfragen gibt es bereits.

Denn das Gelände eignet sich perfekt zum Testen. Man muss nur übers Rollfeld und dann immer geradeaus in die Wüste fahren. Da das gesamte Gelände der örtlichen Flughafengesellschaft gehört, geht hier alles ebenso unbürokratisch vonstatten wie auf der Tesla-Baustelle. „Woanders gibt es Red Tape“, sagt Rapp. Der Begriff steht für langwierigen Papierkrieg. „Hier ist es höchstens hellrosa oder gar nicht vorhanden.“

Bietet in einer riesigen Lagerhalle Platz und Werkzeuge für alle, die aus ihren Ideen etwas Handfestes machen wollen: Matthew Schultz

Wo nichts ist, lässt sich vieles aufbauen – die Fans des Wüstenspektakels Burning Man wissen das schon lange für sich zu nutzen. Seit Anfang der Neunzigerjahre strömen jeden August Zehntausende durch Reno, um in der abgelegenen Black-Rock-Wüste die Stadt ihrer Träume zu kreieren und nach einer Woche wieder einzureißen oder abzufackeln. „Radical Self-Expression“ ist eines der Mottos der Veranstaltung, die inzwischen knapp 70 000 Besucher anzieht. Nach groben Schätzungen beschert der wachsende Festival-Tourismus der Region im Jahr rund 55 Millionen Dollar Umsatz.

„Bisher“, sagt Burning-Man-Veteran Matthew Schultz, „haben uns die örtlichen Geschäftsleute entweder als eine Horde Verrückter betrachtet oder überlegt, wie sie uns ausnehmen können.“ Nun hat ein Umdenken eingesetzt, das Schultz in einem direkten Zusammenhang zu Tesla sieht. Der 35-Jährige leitet eine Kreativwerkstatt für Handwerker namens Generator. Mit privaten Spenden eines Paares aus San Francisco hat Schultz im vergangenen Jahr eine 3000 Quadratmeter große Lagerhalle umgebaut, in der nun jeder nach Belieben mit Werkzeugen wie Laserschneidern und Kreissägen hantieren kann.

Unmittelbar vor dem Start von Burning Man sind hier Hunderte rund um die Uhr zugange, um monumentale Statuen zu bauen. „Jeder kann alles machen“, lautet der Leitspruch des Experiments, das über Gelder für zunächst drei Jahre verfügt. Neu ist das Konzept nicht, aber Reno kann wieder einmal mit dem Leerstand punkten. An Standorten wie San Francisco verlangen Werkstätten der Maker-Bewegung Mitgliedsgebühren oder haben Wartelisten. Hier wird aus Prinzip alles verschenkt.

„Die Leute sollen erfahren, wie man Ideen in etwas Handfestes umsetzt. Träume verwirklichen. Wir wollen ein alternatives Geschäftsmodell entwickeln, das sich wie Burning Man aus gegenseitigen Spenden und den Exzessen des Kapitalismus speist“, sagt Schultz. Er verhandelt bereits mit der Stadt, um eine größere Halle auf einer rund zwei Hektar großen Industriebrache unweit des universitären Innovationszentrums zu errichten. Das Startkapital von 2,5 bis 5 Millionen Dollar soll durch Crowdfunding hereinkommen.

Und er fühlt sich in bester Gesellschaft. „Tesla ist nicht zufällig nach Reno gekommen. Subventionen und billiges Land sind nur nachrangige Gründe. Es geht um etwas ganz anderes“, sagt Schultz. „Die Vision des Tesla-Gründers Elon Musk basiert auf dem Traum von einer besseren Welt. Daher kann er sein Batteriewerk schlecht in einem erzkonservativen Staat wie Texas aufbauen.“ Dann fügt er einen Satz hinzu, der Renos Chance auf den Punkt bringt: „Hier kann man sich ungestört austoben.“ ---
Seit vielen Jahren eines der Kennzeichen von Reno: Leerstand