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Wann wird’s gefährlich?

Wenn ein Land seine Schulden nicht mehr bezahlen kann, ist es pleite – so einfach ist das. Vorherzusagen, wann es so weit ist, fällt dagegen schwer.





• Wie nah ein Land am Abgrund steht, wird häufig an dem Verhältnis seiner Schulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) gemessen. Die Verpflichtungen gegen die Wirtschaftsleistung zu stellen klingt einleuchtend, doch wie wenig erhellend der Indikator tatsächlich ist, zeigt ein Rückblick auf vergangene Staatsbankrotte.

Zieht man von allen Zahlungsverpflichtungen eines Landes sein Vermögen ab, erhält man seine Nettoverschuldung. Die lag in Island, Paraguay oder der Dominikanischen Republik im Jahr ihres Bankrotts bei weniger als der Hälfte des BIP. Länder wie Argentinien oder Zypern hatten im Jahr nach ihrer Pleite sogar ein höheres Schulden-BIP-Verhältnis als zuvor, weil ihre Wirtschaftsleistung danach weiter zurückging. Als Ecuador hingegen im Dezember 2008 seine Zahlungsunfähigkeit bekanntgab, lagen die Nettoschulden des Landes bei gerade einmal 15 Prozent des BIP – geholfen hat ihm das nicht.

Im Vergleich dazu lag dieser Wert im Jahr 2012 in Deutschland bei knapp 60, in den USA bei 80 und in Japan bei stolzen 130 Prozent. Zahlungsfähig sind sie trotzdem noch. ---