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leserbriefe@brandeins.de

brandeins 12/2011 Gut & reichlich
Jörg Andreas, Dresden


Glückwunsch zu diesem Wohlfühlbeitrag kurz vor dem Fest! Viele fühlen sich jetzt besser mit dem Wissen, dass uns Moral und Ethik schon befreien werden aus dem Konsumdilemma. Das hat bis jetzt auch schon mehrfach prima funktioniert. Vor allem dann, wenn Moral und Ethik von den Kanzeln höherer Wirtschaftsinteressen und aus Schattenkabinetten heruntergepredigt werden. Herstellung des Konsens - unterstützt unsere Truppen hinter den Ladentheken!

Wunderbar ist auch, dass der deutsche Konsument nun endlich wieder seinen allein durch überbordenden Lebensstil verursachten materiellen Fußabdruck ganz unten in der Maslowschen Bedürfnispyramide einordnen darf. Selbstverwirklichung findet zu Weihnachten auf dem Gabentisch statt. Das ist unser gutes Recht! Das sind wir unserer Wirtschaft schuldig! Und da die "Grundlage unseres Erfolgs das Materielle" ist, wird es zum Fest auch wieder ganz legitim, jede Art von Miesepeterei à la Peak-Oil, Klima-Migrationen oder die Ressourcenkriege mit Tausenden von Toten im Nahen und Mittleren Osten zu verleugnen. Worum geht es eigentlich? Beim Thema "Gutes Leben" geht es darum, ob wir in einer freien Gesellschaft leben wollen oder in einer Art von selbst gestricktem Totalitarismus, in dem die verwirrte Herde Wachstumslosungen ruft, während die gebildeten Schichten den lobbyistischen Schulterschluss vollziehen und die üblichen Slogans rezitieren. Eine neue Moral ist kein Glücksrezept. Schon gar nicht in einer Zeit, in der akkumulative Kapitalhortung, Spekulation gegen Nahrung und Steuerhinterziehung zum Volkssport geworden ist.

brandeins 12/2011 Schwerpunkt Das gute Leben
Marcel Bernard, per E-Mail

Danke für dieses Heft. Habe selten so unterhaltsam und kurzweilig so viel Inspiration und Denkanstöße erhalten.

brandeins 12/2011 Tautes Heim
Klaus Zahn, Berlin

Genau an diesen Themen arbeiten wir. Unser Leitspruch: Die positive Wirkungslinie der Zwanzigerjahre wieder aufnehmen und anreichern mit dem, was wir heute besser oder mehr wissen, wenn wir neu bauen. Sie beschreiben wunderbar das Prinzip, das Stadt zukunftsfähig und liebenswert macht: Einheit in der Vielfalt und einem Gemeinsinn, der heute von den in unserer Gesellschaft in den unterschiedlichsten Bereichen mit Macht ausgestatteten Akteuren unserer Zeit (gedankenlos) dem Verfall preisgegeben wird.

brandeins 11/2011 Weil sie es können
Christoph Blödner, Dresden

Mit diesem Artikel konterkariert brandeins aus meiner Sicht alles, für das es normalerweise steht. Der Artikel liest sich wie direkt aus der SPD-Parteizeitschrift abgedruckt. Normalerweise steht brandeins dafür: ausgewogen beide Seiten zu Wort kommen zu lassen und dabei die Entscheidung der Richtigkeit dem Leser zu überlassen; neue Aspekte in Diskussionen zu werfen und mal einen anderen Blick auf ein Thema zu werfen; fachliche Richtigkeit. In dem Artikel konnte man leider nichts dergleichen feststellen.

Die Überschrift sowie der Untertitel sind schon mehr als tendenziös. Was sind denn Hungerlöhne? In Deutschland? Die richtigen Fragen aber werden gar nicht erst gestellt:

- Gibt es einen Zusammenhang zwischen der in Deutschland sehr niedrigen Jugendarbeitslosigkeit und geringen Einstiegsgehältern, um entsprechend Einstellungsrisiken zu reduzieren?

- Ist die sehr gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nicht darauf zurückzuführen, dass es viele eher niedrig bezahlte Jobs gibt, und wären beispielsweise nach Einführung eines Mindestlohnes eine Vielzahl dieser Jobs weg und die Menschen arbeitslos?

- Ist die Anspruchshaltung bei einem sich weiter verschuldenden Staat für das Existenzminimum eventuell zu hoch, und erwartet man einen Mindestlebensstandard für alle Menschen in Deutschland, den die deutsche Wirtschaftskraft gar nicht hergibt?

- Sind die Gehälter bei Friseurketten so niedrig, weil man so viel durch Schwarzarbeit ausgleichen kann?

- Sollte man in Deutschland über einen einheitlichen Mindestlohn diskutieren, wenn für denselben Lebensstandard in München mindestens 800 Euro mehr brutto notwendig sind als in Dresden?

brand eins allgemein
Josef Kaser, Neukirchen/Österreich

Durch das iPad bin ich auf das Magazin gestoßen. Seit März lese ich die Druckausgabe. Das ist mir wesentlich angenehmer, außerdem kann ich diese tolle Zeitschrift so archivieren. Eigentlich wollte ich nur mitteilen, dass jedes Heft ein Lesegenuss ist.