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leserbriefe@brandeins.de

brand eins 12/2009 Das Gesamtkunstwerk
Robert Gerlach, Stuttgart


Sie schreiben über den Kultwerbespot "1984" von Ridley Scott. Sie erwähnen aber nicht den Autor oder die treibende Kraft hinter dem Spot. Es handelt sich um die damals kreativste Agentur Amerikas: Chiat / Day. Ihr allein ist es zu verdanken, dass dieser Werbeclip das Licht der Welt erblickt hat. Apple hatte immer wieder versucht, den Spot zu killen. Während der Präsentation des Spots vor dem Vorstand von Apple hob ein Vorstandsmitglied den Arm: "Sollen wir darüber abstimmen, die Agentur zu wechseln?" Eine Woche vor dem Super-Bowl erhält Chiat / Day von Apple den Auftrag, die gebuchte Werbezeit zu verkaufen. Der Spot solle nicht geschaltet werden. Unglücklicherweise findet sich kein anderer Werbetreibender; Apple muss den Spot senden und geht damit in die Geschichte ein (nachzulesen im Buch: "Chiat / Day: The First Twenty Years", Seiten 156/157). Apple ist ein Gesamtkunstwerk, weil auch viele kleine kreative Hotshops nächtelang dafür hart gearbeitet und gekämpft haben.

brand eins 12/2009 Schwerpunkt Kunst
Erich Aufreiter, Steyr

Eher zufällig bin ich über Ihre Zeitschrift gestolpert und habe sie gekauft, weil mich das Thema ausgesprochen interessiert hat. Nun entdecke ich bei jedem Reinlesen großartige Artikel und Zusammenfassungen, die für mich als Lehrer einer Schule für Kulturmanagement von großem Wert sind.

brand eins 12/2009 Schwerpunkt Kunst
Dieter Hölbe, Bremen

Wenn Kunst lediglich als Rumstehkunst produziert wird, empfinden sie viele Menschen als verzichtbar. Fließt eine künstlerisch motivierte Tätigkeit wahrhaft in ein Produkt oder eine immaterielle Leistung, wird eine implizite Zuneigung wachgerufen. Wirtschaftlicher Erfolg ist der Effekt. Nicht nur bei Apple.

brand eins 11/2009 Die Besserwisser
Norbert Ortzeif, Rutesheim

Der Beitrag hat mir gut gefallen. Es mag zu denken geben, dass der Begriff Diskurs heute aus der Mode ist, vor allem wenn wir die Definition nach Rupert Lay zurate ziehen: In "Kommunikation für Manager" (1991, S. 34) nennt er die Debatte "Optimierungsspiel ohne Kooperation", die Diskussion ein Nullsummenspiel (ein Partner gewinnt, der andere verliert) und den Diskurs "Optimierungsspiel mit Kooperation". Der Diskurs ist die Form, die Win-Win-Lösungen und neue Gedanken hervorbringt.

brand eins 11/2009 Zurück in die Zukunft
Joerg Killian, Hamburg

Die Perspektive der Zeitschiene, mit der vor uns liegenden Vergangenheit, ist auch bei dem größten Volk der Welt, bei den Chinesen, noch zugegen - auch wenn sie inzwischen durch das westliche Zeitmodell abgelöst wird. Ethnisch sind die Chinesen wahrscheinlich mit den lateinamerikanischen Ureinwohnern verwandt. Der Strategem-Experte Harro von Senger macht diese Zeitpers pektive in seinem Buch "Moulüe - Supraplanung" deutlich, wenn er auf das Wiederaufleben des Konfuzianismus und das langfristig rückwärts gewandte Planen der chinesischen Regierung hinweist.

brand eins 11/2009 Wie wär's mit Argumenten?
Frank Zenker, Lund /Schweden

Die durchweg jungen Versuche, Argumentation mit computergestützten dynamischen Diagrammen abzubilden, schreien geradezu nach Anwendung in der partizipatorischen Demokratie. Gleichzeitig erweisen sich die dort implementierten Strukturen der argumentativen Stützung als wenig erhellend. Bevor uns die Technik hilft, die partizipatorische Demokratie zu leben, werden wir uns zunächst selbst darum bemühen müssen, Qualität in der Argumentation auszumachen und zu schätzen. Wie unschwer zu erkennen ist, steht das derzeit so gut wie nirgendwo auf dem Lehrplan. Bis sich das geändert hat, geben derlei Modelle womöglich ein geeignetes Verfahren ab, den jeweiligen Stand der wie auch immer erlangten Meinung abzubilden, um selbige womöglich in Richtung auf die jeweils partikularen Interessen besser uminterpretieren zu können. Mehr nicht.

Wichtig ist allerdings Folgendes: Als öffentlich eingesetzte Diskurswerkzeuge bleiben solche Modelle für gezielte politische Manipulation entweder sperrangelweit offen. Oder sie müssen das ihrer Genese unterliegende, im Grunde bewundernswert naive Ideal in Form von Manipulationskontrolle selbst unterlaufen. Dass der Demokratie damit gedient wäre, darf bezweifelt werden.