Partner von
Partner von





Der PC wird aus unserem Leben verschwinden. Ersetzt wird er durch unsichtbare und allgegenwärtige Rechner.

Unterhaltungselektronik wird in ein paar Jahren nicht anders aussehen als bisher. Aber vermutlich wird sie einen Internet-Anschluss haben, um digitale Musik- und Videodateien herunterzuladen und abzuspielen, dabei Album-Cover und die Titel der Lieder auf dem Fernseher anzeigen und sich selbst unterbrechen, wenn eine wichtige Nachricht eingeht. Diese Anlagen werden einen zentralen Prozessor besitzen, eine Festplatte, Grafik-Software aus einem Guss und eine intuitiv verständliche Benutzer-Schnittstelle. Und wenn man eine drahtlose Maus und eine Tastatur hinzufügt, unterscheiden sich diese Unterhaltungssysteme nicht sehr von einem PC. Werden solche Anlagen massenweise verkauft werden? Auf jeden Fall. Werden die Benutzer sie als Computer betrachten? Wohl kaum.

Im Jahr 2002, sagt das US-Marktforschungsunternehmen Gartner Dataquest, wurde der einmilliardste PC verkauft. In den kommenden sechs Jahren wird wahrscheinlich eine weitere Milliarde Rechner abgesetzt. Fast alle Personal Computer der ersten Milliarde waren herkömmliche Desktops und Laptops - die zweite Milliarde Rechner wird sich von ihnen grundlegend unterscheiden: Sie werden für Anwendungen optimiert sein, die sich die Menschen wirklich wünschen. Es gibt bereits tablettförmige PCs, um sich bei Besprechungen Notizen machen oder eMails auf der Couch lesen zu können. Oder Unterhaltungs-PCs, um Musik abzuspielen oder Filme auf dem Fernseher im Wohnzimmer laufen zu lassen. Und PCs im Taschenformat, mit denen Menschen immer erreichbar sind und sich ständig informieren können.

Dazu kommt die explosionsartig wachsende Anzahl von jenen Rechnern, die in Handys, Zapfsäulen und Kassen des Einzelhandels integriert sind. Sie werden in Rechenleistung und Komplexität bald an Desktop-PCs heranreichen. Einer Schätzung zufolge kommt ein durchschnittlicher US-Bürger Tag für Tag bereits mit 150 solcher integrierten Systeme in Kontakt, ob er es weiß oder nicht. Neun von zehn der heute hergestellten Mikroprozessoren wandern bereits in solche Systeme, die zwangsläufig immer mehr PCs ähneln und mit herkömmlichen Rechnern kommunizieren können. Diese Systeme sind bald allgegenwärtig. Die weltweite Halbleiter-Industrie stellte laut US-Branchenverband SIA im Jahr 2001 rund 60 Millionen Transistoren pro Erdbewohner her. Diese Zahl wird bis 2010 auf eine Milliarde Schaltkreise pro Mann, Frau oder Kind auf der Welt steigen.

Die Intelligenz des PCs breitet sich aus

Der gute alte Personal Computer wird eine zunehmend zentrale Rolle im Alltag der meisten Menschen spielen - denn er wird die Schaltzentrale zwischen einer ganzen Palette intelligenter Geräte sein, die wir heute noch nicht als Computer betrachten. Dieses Szenario steht in krassem Gegensatz zu den Computern der Prä-Internet-Zeit vor einigen Jahren. Das waren passive Kästen, die im Büro oder im Wohnzimmer in einer Ecke standen. Damals benutzten die Leute ihre PCs für wenig mehr als Korrespondenz, um Computerspiele zu spielen oder ihre persönliche Buchhaltung zu erledigen. Als Kommunikationsmittel waren diese PCs weitgehend nutzlos, außer zur Nutzung einiger primitiver eMail-Netze und elektronischer schwarzer Bretter. Der PC war noch nicht zum unverzichtbaren Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden wie etwa der Fernseher, das Telefon oder das Auto.

Heute leben wir erst in der Anfangsphase eines wirklich digitalen Jahrzehnts, in dem die Intelligenz des PCs in alle möglichen Geräte eindringt und sie dabei von passiven Apparaten in wichtige und unverzichtbare Alltags-Werkzeuge verwandelt. Viele der Kerntechnologien des Computers - Rechenleistung, Speicherkapazität, Grafikfähigkeit und Netz-Anschluss - verbessern sich mindestens so schnell, wie es das Gesetz des Intel-Mitbegründers Gordon Moore formuliert. Diese eherne Regel der Informationstechnologie sagt zutreffend voraus, dass sich die Zahl von Transistoren auf einem Chip und damit seine Leistungsfähigkeit alle 16 Monate verdoppelt.

Computer werden immer kleiner, leistungsfähiger, Strom sparender und preiswerter. Das erlaubt es, Rechenleistung und eine Netzverbindung in alltägliche Geräte einzubauen. Zugleich werden Eingabeflächen, die Sprache und Handschriften erkennen, effizienter und einfacher im Gebrauch. Sobald Verbraucher herausfinden, wie sie diese preiswerten, flexiblen und vielseitig personalisierbaren Geräte in ihren Alltag integrieren können, werden die Computer selbst Schritt für Schritt in unserem Leben aufgehen und verschwinden. Wir sind von einer Welt voller intelligenter, körperloser Maschinen noch weit entfernt, aber der Umgang mit Rechnern wird im kommenden Jahrzehnt so intuitiv sein, dass wir die Maschinen immer weniger wahrnehmen werden. Gleichzeitig werden Computer so weit verbreitet sein, dass wir sie quasi überall erwarten - so, wie wir uns heute in Industrienationen auf einen Telefonanschluss verlassen.

PCs - allgegenwärtig wie Lichtschalter

Das Preismodell der Computerbranche wird sich ebenfalls wandeln. Wenn sinkende Kosten den Elektronikherstellern erlauben, PC-ähnliche Intelligenz und Netzfähigkeit selbst in die banalsten Gebrauchsgegenstände einzubauen, wird Computerleistung irgendwann zu billig sein, um ihre Nutzung in Rechnung zu stellen.

All das zusammen wird die Art und Weise revolutionieren, wie wir Computer wahrnehmen. Einen Rechner zu benutzen wird zu einem ganz gewöhnlichen Handgriff werden, wie das Einschalten des Lichts. Computer spielen dann genauso wie Elektrizität bei jeder Verrichtung des Lebens eine Rolle, ihre Benutzung aber ist keine spezifische Erfahrung mehr. Wir konzentrieren uns dann auf das, was wir mit Computern tun können - nicht auf die Geräte. Sie werden uns umgeben, auch wenn sie effektiv verschwunden sind.