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Was kommt? - Neuland

Miriam Koppe, 27, will Lehrerin in Hamburg werden. Für viele Menschen ein langweiliger Beruf mit schlechtem Image. Sie aber sieht sich als Vorreiterin.




Die Entscheidung, Lehrerin zu werden, ist mir gar nicht so leicht gefallen. Man muss schon ein dickes Fell haben, denn erst mal hagelt es Sprüche wie: "Lehrer sind doch faule Säcke", "Das war's dann wohl mit der Karriere" oder "Du machst dir wohl nichts aus Geld". Es stimmt schon, dass es bei uns kaum einen Weg nach oben gibt und wir nicht gerade Millionäre werden. Wenn man sagt, dass es schön sein kann, Kindern etwas beizubringen, Fortschritte zu sehen und Talente zu entdecken, erntet man bei Partygesprächen mitleidige Blicke. Ich glaube aber, das wird sich ändern: Der Beruf des Lehrers wird bald angesehener sein. Nicht nur, dass die Ausbildung gerade wieder Thema ist und tatsächlich verbessert wird. Man achtet jetzt auch darauf, dass wir den Anschluss nicht verlieren. In meinem Jahrgang etwa hat jeder ein Notebook gestellt bekommen und muss an Kursen in den neuen Medien teilnehmen. Klar gehört das in der Wirtschaft längst zum Standard und kann auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass an einigen Schulen besseres Lehrmaterial gebraucht wird. Aber es ist trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung.

Ich hätte auch PR-Beraterin werden können. Ich habe mich aber dagegen entschieden, weil ich mich als Lehrer mit Inhalten beschäftigen und die auch vermitteln kann. PR-Leute kümmern sich oft nur um die Verpackung. Ich bin aber überzeugt, dass die Faszination für das Oberflächliche, für Lifestyle nachlässt, weil sie eigentlich nur ein Zeichen von Orientierungslosigkeit ist. Auch deshalb werden bald immer mehr Menschen Lehrer sein wollen.