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Das erste Mal -

... von einem Headhunter angerufen werden

Qualifizierte Mitarbeiter gibt es zu wenig. Auch bei David Linderman, Geschäftsführer der Hamburger Agentur Fork Unstable Media, haben sie irgendwann angerufen.




# __Mein Partner Jeremy Abbett und ich hatten gerade bei Elephant Seven gekündigt, um unsere eigene Agentur zu gründen, als ich den ersten Anruf eines Headhunters bekam. Besser gesagt: den Anruf einer guten Freundin. So hatte sie sich am Empfang vorgestellt, um schnell zu mir durch zu kommen. „Schwanger“, dachte ich. Schwanger war die Headhunterin nicht, aber scheinbar dennoch in Not.

Ob ich frei sprechen könnte, wollte sie wissen. Und wie zufrieden ich mit meinem momentanen Job sei. Ich habe keine Ahnung, woher sie meine Nummer hatte: „Ihr Name ist in mehreren Gesprächen gefallen“, gab sie sich geheimnisvoll, „wo darf ich nicht sagen.“ Ob ich mir grundsätzlich vorstellen könnte, meinen Job zu wechseln. Ich meinte, wer könnte das nicht. Um was es ging, wollte sie auch nicht sagen. „Wir haben gehört, dass Sie sehr gut sind“, kam dann. „Woher wissen Sie das?“, habe ich gefragt und hatte plötzlich das Gefühl, dass sie eher gar nichts über mich wusste.

Meinem Partner habe ich nichts von dem Anruf erzählt, sondern mich geschämt, überhaupt mit ihr gesprochen zu haben. Denn sie bot mir verdammt viel Geld und ich habe eine Sekunde überlegt, ob ich nicht vielleicht doch unsere Idee der gemeinsamen Agentur kippen sollte, um mit Sicherheit in irgendeinem Network gleich ganz oben anfangen zu können. Und das ist die Gefahr: Man beginnt zu zweifeln. Die eigene Vision leidet, man wird illoyal. Meine Mitarbeiter werden oft von Headhuntern angerufen. Ich erkenne das daran, dass sie dann etwas leiser sprechen, sich umschauen und in den nächsten Tagen extrem selbstbewusst auftreten. Wir selbst rekrutieren unsere Mitarbeiter anders, denn uns ist es sehr wichtig, dass sie auch vom Typ zu uns passen. Da verlassen wir uns lieber auf unser Netzwerk von Freunden, das hat bis jetzt gereicht. Ich glaube, dass wirklich gute Agenturen keine Headhunter brauchen, weil sich eh genügend gute Leute bei ihnen bewerben.__ //