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YPOG

Die Legal-Tech-Kanzlei YPOG hat nicht nur einen komischen Namen. Sie macht auch komische Sachen. Sie stellt Leute ein, die keine Anwälte sind. Sie lässt KI für sich arbeiten. Sie rechnet (bald) keine Stunden mehr ab. Kann das gut gehen?



Drei Personen stehen in einem modernen Büroraum mit großen Fensterfronten und Blick auf eine Stadtlandschaft. Links sitzt ein Mann mit Brille im Anzug, der lächelt. In der Mitte steht eine Frau mit dunkler Bluse und Hose, die selbstbewusst wirkt. Rechts lehnt ein Mann mit Jacke und Jeans an einem Tisch, der entspannt aussieht. Der Raum ist hell und wirkt einladend.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe brandeins /thema Wirtschaftskanzleien 2024,

/ Hariolf Wenzler fährt mit dem Aufzug bis zum 14. Stockwerk in einem Bürohaus am Rande der Hamburger Innenstadt. Geradeaus geht es in eine lichtdurchflutete, elegante Büroetage: die Wirtschaftskanzlei YPOG. 51 Millionen Euro Umsatz, 300 Mitarbeiter. Im Moment ist keiner von ihnen zu sehen. Wahrscheinlich sind alle im Homeoffice. Oder in den Büros in Berlin und Köln. Oder auf wichtigen Terminen. Irgendwie müssen die Millionen ja verdient werden.

Wenzler will sowieso nicht ins Büro. Er will zeigen, was YPOG von anderen Wirtschaftskanzleien unterscheidet. Es geht rechts herum, durch eine Tür auf die andere Seite des Gebäudes. Ein L-förmiger Raum mit atemraubendem Blick auf den Hafen. Ein Regal voller Flaschen. Knabberzeug. Bio-Rhabarber-Schorle. Ein DJ-Pult mit zwei Turntables der Edelmarke Reloop. Daneben Schallplatten mit der Musik, die man hier spielt: Saturday Night Fever mit dem original Bee Gees Song „Stayin’ Alive“ zum Beispiel. Genau das Richtige für Wenzler, 56. Als er Kind war, war das ein Hit.

Ab und zu legt er nach Feierabend selbst mal auf, dabei ist Wenzler nicht der neue, coole Praktikant, sondern der verantwortliche CEO dieser Anwaltsfirma. Er übersetzt das aber nicht als Chief Executive Officer, sondern als Chief Entertainment Officer oder Chief Emotional Officer. Denn in Rechtsfragen kann er nicht wirklich helfen: Wenzler ist studierter Volkswirt und Politologe. Er ist für die Show zuständig und für die Vision. Dafür, dass YPOG die vielleicht modernste Kanzlei Deutschlands ist. Eine Sozietät der Disruption im Rechtsbetrieb. Obwohl er selbst einer ist, spielt Wenzler das Spiel der alten weißen Männer in der Juristerei nicht mit. Waghalsig, aber Wenzler traut sich was.


„Ah, ha, ha, ha, stayin’ alive, stayin’ alive Ah, ha, ha, ha, stayin’ alive“

Ein Mann in einem dunklen Anzug steht mit dem Rücken zur Kamera und hält eine Schallplattenhülle in den Händen. Er scheint die Hülle interessiert zu betrachten. Vor ihm steht ein Plattenspieler. Der Hintergrund ist eine grüne Wand mit einem Blattmuster.
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