Wer verteidigt die Umwelt?

Die Klima-Kläger

Die einen blockieren Straßen, die anderen ziehen vor Gericht. ClientEarth kämpft juristisch für die Umwelt. Mit harten Bandagen.





/ Den Impuls für seinen Job bekam Hermann Ott bei einem dieser Empfänge in Berlin, wie es sie vor der Pandemie ständig gab. Ein Ex-Staatsekretär hatte Anfang 2018 zu einer Dinnerparty geladen, bei der Ott unbedingt den Ehrengast hören wollte: den Londoner Anwalt James Thornton, der mit seiner Organisation ClientEarth die Erde vor dem Kollaps bewahren will. Ott, selbst Jurist und Klimaschützer, war fasziniert: „Da brizzelte was zwischen uns“, erinnert sich der 59-Jährige. Er wollte Thornton beim Aufbau eines Büros in Berlin beraten und schrieb ihm eine Mail. Kurz darauf flog er nach London.

Dort wurde er skeptisch empfangen. Über mehrere Stunden musste er Fragen beantworten, als wollte ClientEarth prüfen, ob er fit und radikal genug für sie sei. Ott war irritiert. Zu Hause war er ein bekannter Anwalt, Wissenschaftler und Politiker – dort musste er sich erklären: Wie er nach dem Studium in der Kanzlei des Ex-RAF-Anwalts Otto Schily anheuerte, warum er ans Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie wechselte, wie er von 2009 bis 2013 für die Grünen im Bundestag saß. Ott erzählte, wie enttäuscht er sei und dass er härter für den Klimaschutz kämpfen wolle. Das kam an: Er bekam den Auftrag, in Berlin eine Dependance aufzubauen.

Seitdem kommt Hermann Ott aus dem Erklären kaum noch heraus. So etwas wie ClientEarth gab es hierzulande bislang schließlich nicht. James Thornton gründete die Organisation 2007 in London mit dem Ziel, Staaten und Unternehmen mithilfe von Recht und Gesetz zu mehr Natur- und Klima- schutz zu zwingen. Dafür entwickelt Client-Earth strategische Klagen gegen große Umweltsünder, engagiert sich juristisch gegen steigende Meeresspiegel, schwindende Arten und verdreckte Luft. Alles ohne Auftraggeber: Mandant ist die Erde, die Arbeit wird pro bono geleistet, finanziert durch Spenden.

13 Jahre nach dem Start arbeiten in London sowie in größeren Büros in Brüssel, Warschau, Peking und Berlin mehr als 230 Menschen für ClientEarth, unter ihnen gut 140 Juristen und viele Wissenschaftler. Ott hält den Einsatz auch in Deutschland für nötig. Auf die deutsche Regierung sei mit Blick auf den Klimawandel kein Verlass mehr, findet er – und macht eine Kampfansage: „Wenn der Staat sich nicht freiwillig stärker für die Gesundheit von Menschen und Natur einsetzt, muss man ihn zwingen.“

Drei Jahre nach seinem Neustart sitzt Hermann Ott, weißes Kurzarmhemd, sanfte Stimme, Brille, in einem Büro in Berlin-Mitte. Reichstag und Ministerien sind nahe, doch wo sich sonst Politiker, Lobbyisten oder Journalisten in den Straßen begegnen, herrscht pandemiebedingt Stille. Ott hat die Räume per Twitter gefunden: zwei Zimmer in einer Büro-WG im Dachgeschoss, ein Konferenzraum, eine besenkammergroße Küche.

Anders als beim Naturschutzbund (Nabu) oder bei Greenpeace hängen nirgends Plakate von sterbenden Wäldern oder dem Vogel des Jahres. Stattdessen stehen da Tische mit Computern vor kargen Wänden, als sollten sie bezeugen, wie nüchtern das Recht sein kann. Hier werden keine Blockaden, Streiks oder Besetzungen geplant – sondern Klageschriften, Beschwerden oder Anträge auf Information formuliert.

Hermann Ott
hat schon seine Doktorarbeit über Umweltrecht verfasst. Seit Jahrzehnten setzt er sich als Wissenschaftler, Parlamentarier und Autor für mehr Nachhaltigkeit ein. Mit ClientEarth verleiht er seinen Motiven ein neues Gewicht.

Im Herbst 2018 hat Ott einen Verein und eine gemeinnützige Gesellschaft gegründet. James Thornton und er hätten Großes vor in Deutschland, sagt er: Sie wollen den Kohleausstieg beschleunigen, Naturschutz in der industriellen Landwirtschaft durchsetzen und Börsenkonzerne zwingen, ihre Nachhaltigkeitsstrategien praktisch umzusetzen. Noch geht es aber vor allem ums Sammeln: Monat für Monat schart Ott neue Geldgeber, Partner und Kollegen um sich. Erste Feinde hat er sich auch schon gemacht.

ClientEarth setzt auf Public Interest Litigation, eine Disziplin, die ihren Ursprung in den USA hat. Dabei werden Anliegen im öffentlichen Interesse, etwa der Naturschutz, mit Rechtsmitteln durchgesetzt. Public Interest Litigation versteht sich nicht als letztes Mittel in einem Streit, sondern als erste Wahl. Als Amerikaner kannte James Thornton die Idee schon lange, und als er vor 20 Jahren für seine große Liebe, den Schriftsteller Martin Goodman, nach Großbritannien zog, brachte er sie mit.

In Europa waren Klagen im öffentlichen Interesse lange unbekannt, hier herrscht das Vorsorgeprinzip: Gesetze sollen verhindern, dass überhaupt eine Gefahr entsteht. In den USA sind es dagegen oft erst die Klagen von Menschen, die einen Schaden erlitten haben, die für neue Gesetze sorgen. Ott glaubt allerdings, dass Europas Regierungen inzwischen seltener nach dem Vorsorgeprinzip agieren. Auch Deutschland habe etliche Umwelt-Richtlinien der EU nicht umgesetzt oder verzögert.

James Thornton schuf für solche Fälle ein Zwitterwesen: ClientEarth klagt zwar im Namen der Natur, ist aber weder Anwaltskanzlei noch Nichtregierungsorganisation (NGO) – es ist irgendetwas dazwischen.

Mit seinem Eintreten für eine nachhaltige Lebensweise traf der Gründer einen Nerv – und hat über die Jahre eine ganze Reihe schillernder Fürsprecher und Mäzene gewonnen: Die Popband Coldplay übernahm die Schirmherrschaft für Client Earth, der Musiker Brian Eno sitzt im Kuratorium. David Gilmour, Ex-Mitglied von Pink Floyd, versteigerte für die Organisation 120 Gitarren und spendete den Erlös – mehr als 21,5 Millionen Euro.

Thornton ist ein großer Vogelfreund. Würde man dem 67-Jährigen im Wald begegnen, könnte man ihn für einen friedlichen Ornithologen halten. Doch das täuscht: Der Mann ist angriffslustig. In Polen stoppten seine Leute die Abholzung des Bialowieza-Nationalparks, einen der letzten Urwälder Europas, und zogen laut Ott gegen mehrere geplante Kohlekraftwerke vor Gericht. In Großbritannien verklagten sie die britische Regierung unter Theresa May, weil sie deren Pläne gegen die Luftverschmutzung für zu lasch hielten – und bekamen recht. Von London aus half ClientEarth auch der Deutschen Umwelthilfe, Fahrverbote für Dieselautos in mehreren Städten durchzusetzen, um den Ausstoß von Stickoxiden zu senken.

In allen drei Ländern sowie in Frankreich und Tschechien klagten sie erfolgreich bis zu den obersten Gerichten. Für ihn sei der Gang bis zur letzten Instanz aber nur ein letztes Mittel, sagt Hermann Ott. „Wir einigen uns lieber außergerichtlich.“

Francesca Mascha Klein ist aus dem Home Office durch den Tiergarten ins Büro geradelt. Büroleiter Ott hat die 30-jährige Juristin im Juni 2020 eingestellt. Einen Monat später beschloss der Bundestag den Kohleausstieg bis 2038. „Das ist viel zu spät“, sagt Klein. Sie arbeitet in ClientEarths Anti-Kohle-Team, das Deutschland schneller vom Kohlestrom abbringen will – am besten schon vor 2030. Gemeinsam mit Greenpeace haben sie einen eigenen Entwurf für ein Gesetz zum Kohleausstieg vorgelegt. „Es ist nötig, dass NGOs Alternativen aufzeigen“, sagt Klein.

Francesca Mascha Klein
hat sich immer wieder mit Fragen der Umwelt und der Menschenrechte befasst. Ihr Fokus: Deutschlands Ausstieg aus der Kohle – so schnell wie möglich.

Laura von Vittorelli
ist Spezialistin für den Schutz von Gewässern und Biodiversität – und hat vor allem einen Gegner: die industrialisierte Landwirtschaft und deren Lobby.

Die Hierarchien bei ClientEarth sind flach. Unter Thornton rangiert ein Management-Board, darunter die Juristen und Wissenschaftler. Die Mitarbeiter arbeiten in Teams mit inhaltlichem Fokus. „ClientEarth hat gut zwölf Themenschwerpunkte“, erklärt Ott. In Berlin schauen sie bisher auf die Schäden durch Energiegewinnung aus Kohle oder Gas, auf die Zerstörung von Böden oder Wäldern und auf die Haftung von Konzernen für Klimaschäden. Die Mitarbeiter sichten erst Studien, dann suchen sie Präzedenzfälle und scharen Verbündete um sich. In Einzelfällen schließen sie sich auch mal starken Partnern an und verstärken deren Widerstand.

Im Anti-Kohle-Team, zu dem Francesca Mascha Klein gehört, gehen sie gegen Energiekonzerne wie RWE vor. Zurzeit werden Bewohner der Dörfer unterstützt, die für den Braunkohle-Tagebau Garzweiler II enteignet und umgesiedelt werden sollen. Kleins Team kämpft zudem mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Anwohnern gegen Datteln 4. Das Steinkohle-Kraftwerk am Dortmund-Ems-Kanal ging im Mai 2020 in Betrieb – trotz Kohleausstiegsgesetz. ClientEarth prüft jetzt eine Klage gegen den Betreiber Uniper, der indirekt zwar dem finnischen Staat gehört, seinen Sitz aber in Düsseldorf hat. Es soll ein Präzedenzfall werden.

Sie sei glücklich in ihrem Job, sagt die Deutsch-Amerikanerin Klein: „Das ist sinnstiftende Arbeit.“ Im Studium hat sie mehrere Umwelt-Praktika absolviert, sie war bei den Grünen im Bundestag und bei der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv. Nach dem Abschluss heuerte Klein als Anwältin in einer Kanzlei für Straf- und Sozialrecht an. In solchen Kanzleien würden Mandate meist mit Blick auf die Kosten und Einnahmen bearbeitet. Klein störte sich daran: „Ich bin mit meinem Idealismus an Grenzen gestoßen.“

Als ClientEarth eine Stelle ausschrieb, wechselte sie. Seitdem ist ihr Alltag politischer: Sie schreibt rechtliche Analysen, verfolgt Bundestagsdebatten, diskutiert mit ihrem Team über radikale Schritte. Und muss sich mit anderen Verbänden abstimmen, denn in Berlin arbeitet ClientEarth bislang nur als Partner – noch kann die Organisation nicht selbst klagen. Zwar dürfen anerkannte Umweltverbände im Dienst der Natur vor Gericht ziehen, ohne persönlich betroffen zu sein. Doch das Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz schreibt vor, dass sie dafür mindestens drei Jahre in Deutschland tätig sein müssen – die Berliner Zweigstelle ist noch zu jung.

Für die Juristin Laura von Vittorelli beginnt der Job bei ClientEarth morgens oft mit einer Meditation. Dann loggt sich die 34-Jährige zu einer Online-Session ein und lässt sich von einem Londoner Kollegen durch Übungen des Atmens oder der Tiefenentspannung führen, die Namen wie „Loving Kindness“ tragen. Die innere Einkehr ist keine Spielerei, sie gehört zur Arbeitskultur. James Thornton ist Buddhist und meditiert regelmäßig. Einst pilgerte er zum Dalai Lama und bekam den Rat, als Umweltaktivist seinen Zorn zu zügeln und Zuversicht zu verbreiten. Mit den Meditationen sollen sich die Kollegen auf freundliche Unnachgiebigkeit einschwingen. Hermann Ott, der früher Kampfsport gemacht hat, meditiert inzwischen ebenfalls, nicht zuletzt, um damit eine „geschmeidige Härte“ zu erlangen.

Die Juristin von Vittorelli hat ihre Doktorarbeit zur Wasserrahmen-Richtlinie geschrieben, ist Expertin für Gewässerschutz und seit Oktober bei ClientEarth in Berlin. Sie will die großen Agrarbetriebe zwingen, Böden und Pflanzen besser zu erhalten. Dafür sucht sie derzeit Fälle und Ansatzpunkte. „Wir schauen uns an, was die größten Probleme sind.“ Es hat dazu bereits Workshops mit Verbänden und Anwälten gegeben. Allein wäre der Kampf gegen die Agrarlobby wohl zu heftig.

Von Vittorelli hat Erfahrung: Vier Jahre leitete sie beim BUND in Berlin eine Kampagne für Gewässerschutz und hat viel Widerstand erlebt. Sie beherrscht das mühsame Geschäft der NGOs: Politiker nerven, Spender beglücken, Journalisten warm halten. Doch sie wollte sich auch verändern. „Ich wollte mehr juristisch arbeiten.“

Den Wechsel der Juristin vom BUND zu ClientEarth sehe er skeptisch, sagt ein Anwalt, der oft für große Umwelt-Klagen angeheuert wird und namentlich nicht genannt werden will. ClientEarth ziehe kundige Juristen ab, sagt er. Ihn ärgere, wie wenig über die Agenda der Initiative bekannt sei, er meint, dass die Organisation das Wissen der Anwälte in Workshops abgreife. „Wir haben jahrelang die Vorarbeit gemacht, und dann kommt ClientEarth und sahnt ab.“

Hermann Ott weist derlei Vorwürfe zurück. ClientEarth engagiere für große Projekte fast immer externe Anwälte, beteuert er. „Wir nehmen niemandem etwas weg, wir entwickeln neue Fälle.“ Tatsächlich beschäftigen Vereine wie Greenpeace Deutschland oder Stiftungen wie der WWF selten eigene Juristen. Für Klagen bedienen sie sich stattdessen aus einem Pool von mehr als 50 Anwälten, die sich mit Gesetzen zu Wasser und Boden, Umwelt- und Artenschutz, Emissionen oder Atomkraft auskennen. Die Szene ist überschaubar. In Berlin gibt es eine Bürogemeinschaft um den Anwalt Philipp Heinz und viele einzelne Umweltanwälte. Daneben hat sich noch eine Handvoll Kanzleien auf diesen Bereich spezialisiert, darunter Günther oder Mohr in Hamburg, Philipp-Gerlach • Teßmer in Frankfurt oder Baumann in Leipzig.

Paul Benson
vertrat früher Autohersteller und verdiente viel Geld. Heute kämpft er dafür, dass Dax-Konzerne ihre Umwelt-Versprechungen wahr machen und helfen, das Pariser Abkommen zum Klimaschutz umzusetzen.

Der Jurist Raphael Weyland, der das Büro des Nabu in Brüssel leitet, kennt ClientEarths dortige Mitarbeiter und hält sie nicht für Rivalen. Ihre Taktik ergänze vielmehr die Arbeit der Umweltverbände, sagt der Lobbyist. „Die Zusammenarbeit ist ertragreich.“ Die strategischen Klagen von ClientEarth schlössen eine Lücke, meint Weyland. „Sie sind auf EU-Ebene ein wichtiger Akteur.“

Vielleicht entspringt mancher Ärger auch dem Neid. Ott hat für ClientEarth schon viel Geld aufgetan, er selbst spricht von etwa 2,5 Millionen Euro für die nächsten zwei bis fünf Jahre. Das meiste Geld komme von Stiftungen wie dem Tilia Fund aus New York, einer großen Hamburger Familienstiftung sowie dem Topf der Europäischen Union für grüne Start-ups. Außerdem spricht er Unternehmen an, die ähnliche Ziele verfolgen: ClientEarth erhalte Spenden von der Suchmaschine Ecosia und dem US-Outdoor-Spezialisten Patagonia, sagt Ott. Er wirbt die Mittel für die gesamte Organisation ein, die Zuwendungen fließen dann aus Steuergründen an Länder-Büros und werden in der Zentrale umverteilt.

ClientEarth-Anwalt Paul Benson trägt einen roten Pullover zum strubbeligen Vollbart. Früher, als der 33-jährige Brite noch bei der Topkanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer in London und Berlin tätig war, hätte er sich das nicht erlaubt. Damals gehörten zu seinen Mandanten Volkswagen, Audi und Skoda – alles Marken des VW-Konzerns. In dieser Zeit war Benson auch mit dem VW-Dieselskandal befasst. Doch nach zehn Jahren in der Privatwirtschaft hatte er das Greenwashing der Konzerne satt. Benson drückt es höflich aus: „Es war Zeit, meine Kompetenzen für andere Zwecke einzusetzen.“

Der Firmenanwalt wurde zum Firmenjäger. Sein Ziel: deutsche Börsenkonzerne, die sich zu wenig ums Klima kümmern. Er und seine Kollegen aus London arbeiten mit mehr als 270 Investoren, die zur „Institutional Investors Group on Climate Change“ (IIGCC) gehören, einem Verbund von Geldgebern, die schärfere Klimastrategien durchsetzen wollen. „Die Firmen sollen die Emissionen senken und dem Pariser Klimaabkommen nachkommen“, sagt Benson. Das Wort der Verwalter hat Gewicht, schließlich verantworten sie mehr als 35 Billionen Euro, zu ihrem Kreis gehören Riesen wie Blackrock oder Pimco.

Derzeit bereitet ClientEarth die Beschlussvorlagen für Aktionärsversammlungen vor. Zwar wollen die Investoren der IIGCC mit ihren Klima-Forderungen zunächst an die Vorstände deutscher Dax-Konzerne herantreten. Für den Fall, dass sich die Topmanager weigern, sollen die Vorlagen dann aber dazu genutzt werden, die übrigen Aktionäre bei der Hauptversammlung zu einem Aufstand anzustacheln. Es sind drastische Maßnahmen. Benson hält sie für angemessen.

Er ärgert sich, wie wenig grün viele Konzerne agieren, und hält juristischen Zwang für ein probates Mittel. „Ich gehe davon aus, dass die Vorstände die Risiken erkennen und einlenken werden.“ Welche Konzerne er attackieren wird, sagt er nicht. Ab Mai könnte es jedenfalls bei so mancher Hauptversammlung stürmisch werden.

Paul Benson zahlt für den neuen Traumjob einen Preis. Bei Freshfields starten Anfänger oft mit mehr als 100 000 Euro Jahresgehalt – und Benson war viele Jahre lang dort. Bei ClientEarth verdiene er weniger als die Hälfte seines früheren Einkommens, sagt er. Doch das sei es ihm wert: weil er über seine Zeit verfügen darf und weil er für die Zukunft seines zweijährigen Sohnes kämpfen kann.

Ab 2022 kann ClientEarth in Deutschland selbst klagen. Hermann Ott ist schon wieder auf der Suche – dieses Mal nach einem größeren Büro. Bis Jahresende möchte er zehn neue Leute einstellen. Er hat es eilig: Der Planet kann nicht warten. //

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Die gestresste Stadt – Grüne Architektur ist in – aber macht Städte nicht automatisch lebenswerter. Die wirklich sinnvollen Projekte sind unauffällig.