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Grundlagenforschung in der Sprachwissenschaft

Bei Google – jetzt Alphabet – spricht man von Moonshots. In Deutschland nennt man es Grundlagenforschung. Beides hat dasselbe Ziel: Wissen zu schaffen, von dem man noch nicht weiß, wozu es gut ist. Zum Beispiel in der Sprachwissenschaft.





• Spitzenforschung muss nicht unbedingt in Hightech-Parks und blitzenden Laboren stattfinden. Sie kann sich auch in einem geschmacksfreien Achtzigerjahre-Bau in Köln verbergen, nicht weit entfernt von der Uni. Über einem Supermarkt sitzt auf drei Stockwerken ein Höhepunkt der geisteswissenschaftlichen Grundlagenforschung: der Sonderforschungsbereich 1252 – Prominence in Language. Sonderforschungsbereiche (SFB) gehören zu den Juwelen der deutschen Wissenschaft. Ausgestattet mit viel Zeit und Geld, können dort Dutzende meist junge Wissenschaftler ein Thema von verschiedenen Seiten so gründlich beforschen, wie es im Normalbetrieb einer Universität nie möglich wäre. Im Kölner SFB 1252 gehen gut 70 Forscherinnen und Forscher nur einer Frage nach: Wie setzt der Mensch in seiner Sprache Akzente?

Fünf Jahre lang planten und beantragten Klaus von Heusinger und seine Kollegen das Projekt, für das 2017 schließlich der Startschuss fiel. Von Heusinger ist Professor für Germanistik an der Universität zu Köln und Sprecher des SFB. Ihn fasziniert, wie extrem flexibel und gleichzeitig fehlerrobust Sprache ist, und mit welch geringer Datenmenge sie auskommt. Zudem, erzählt er begeistert, besitzen wir die Fähigkeit, uns auf Gesprächspartner einzustellen und im laufenden Gespräch unbewusst Regeln auszuhandeln, was wie gemeint und was besonders wichtig ist.

Erstaunlich sei auch die ungeheure sprachliche Vielfalt: Jede der zwischen 6000 und 7000 bekannten Sprachen besitzt eine eigene Grammatik, also ein eigenes Repertoire an Codes, um Inhalte möglichst dicht zu vermitteln. Während im Chinesischen eine auf- oder absteigende Wortmelodie bedeutsam sein kann, legt das Russische großen Wert auf Wortendungen, klebt das Deutsche Substantive zu ulkigen Wortungetümen aneinander und kennt die Sprache der aus-tralischen Aborigines kein rechts oder links – Ortsangaben beziehen sich stets auf Himmelsrichtungen. Die Codes der einzelnen Sprache zu entschlüsseln und daraus gemeinsame Charakteristika der menschlichen Sprache im Allgemeinen abzuleiten, sei Kernaufgabe der Sprachwissenschaft oder Linguistik.

Sprache ist zweifellos faszinierend. Aber ist es wirklich sinnvoll, viel Geld für Forschung auszugeben, die keine konkrete Anwendung zum Ziel hat – oder ist das eher ein Fall für den Bund der Steuerzahler? Wären die vielen Millionen nicht besser bei Wissenschaftlern aufgehoben, die zielstrebig an Problemen der Menschheit arbeiten, an neuen Technologien tüfteln oder versuchen, Krankheiten in den Griff zu bekommen?

Nein, so einfach ist es nicht. Manchmal produzieren auf den ersten Blick hochabstrakte wissenschaftliche Bereiche ungeahnt praktische Schätze. Die Linguistik kann da unter anderem auf die maschinelle Sprachverarbeitung, die Sprachtherapie und die Sprachdidaktik verweisen. Auch zum Thema „Prominenz“ fällt Klaus von Heusinger sofort eine praktische Anwendung ein: Apps, die Wichtiges aus Texten herausfiltern, orientieren sich bislang allein an der Häufigkeit der verwendeten Begriffe – würden sie Prominenz-Regeln anwenden, wäre ihre Auswahl möglicherweise besser.


Die Professoren Klaus von Heusinger (links) und Nikolaus Himmelmann erforschen Sprache – das Anwendungsgebiet für ihr Wissen wird sich am Ende schon finden.

Im Zentrum steht die Neugier

Momentan ist bei der Kölner Prominenzforschung von unmittelbarem Nutzen allerdings keine Rede. Zwar wurde im Antragsformular auch nach Anwendungsmöglichkeiten gefragt, doch sei das nur ein Aspekt von vielen und letztlich nicht der entscheidende gewesen, sagt Nikolaus Himmelmann, stellvertretender Sprecher des SFB. Himmelmann schätzt es sehr, dass in Deutschland „die bloße Forscherneugier als etwas Zentrales“ anerkannt sei. Besonders an der Universität Köln gäbe es ein großes Verständnis dafür. In anderen Ländern sei das deutlich weniger ausgeprägt, wie er aus eigener Erfahrung weiß. In Australien etwa müsse ein Forscher bei jedem Antrag den „Benefit for Australia“ angeben. Dieses Kleben an einem unmittelbaren, zudem noch nationalen Nutzen sei albern, findet er.

Weil das hierzulande nicht so ist, dürfen die Mitarbeiter des SFB ihre Neugier ohne Einschränkungen befriedigen. So gehen sie unter anderem der Frage nach: Was wird wie gesagt und geschrieben, um eine Person, eine Handlung oder eine Absicht hervorzuheben? In drei Forschungsfeldern geht es da um Satz- und Wortmelodie (Prosodie), um Satzstruktur und Wortwahl (Morphosyntax und Semantik) und um die Beziehung der Sätze zueinander (Text- und Diskursstruktur). Jedes Forschungsfeld besteht aus fünf bis sieben Teilprojekten, meist von einer Professorin oder einem Professor geleitet, die mit Postdoktoranden und Doktoranden arbeiten.

Der Begriff Prominenz, erklärt Himmelmann, taucht in der wissenschaftlichen Literatur der vergangenen 100 Jahre immer wieder in verschiedenen Zusammenhängen auf. Der SFB sei jedoch das erste Projekt weltweit, das das Thema systematisch und umfassend erforscht. Nach fünf konkreten Zielen gefragt, blickt er nachdenklich aus dem Fenster. Dann beginnt er mit der aus seiner Sicht wichtigsten Frage: Gibt es Prominenz in der Sprache überhaupt? Denn es könnte auch sein, dass die Phänomene, die im SFB untersucht und für Merkmale von Prominenz gehalten werden, anderen Regeln folgen. Steht beispielsweise etwas am Anfang des Satzes: Will man es dann betonen, oder geht es eher um eine zeitliche oder kausale Abfolge?

Beide SFB-Sprecher glauben nicht, dass eine Sprache existiert, die ohne Prominenz auskommt. Schließlich ist Hervorhebung eine Möglichkeit, Informationen dichter zu packen. Man kann damit sozusagen eine Hierarchie zwischen den Zeilen aufstellen und so dem Zuhörer oder Leser bedeuten: Achte besonders darauf, denn das ist wichtig! Sicher sind sich von Heusinger und Himmelmann aber nicht, denn dafür müsste man alle Sprachen auf bekannte und unbekannte Prominenz-Phänomene erforschen. Im SFB wird eine Vielzahl von Sprachen aus mehr als einem Dutzend großer Sprachfamilien und Sprachareale weltweit untersucht und miteinander verglichen – das ist eine der Stärken des Projektes.

Himmelmann ist Experte für Austronesisch, Papuasprachen und Australisch. Er durchstreift, ausgerüstet mit Sonnenhut und Aufnahmegerät, Gebirge und Urwälder, um am sprechenden Menschen Feldforschung zu betreiben. Für seine Doktorarbeit ertrickste er sich ein DAAD-Stipendium für die Philippinen, das eigentlich für angehende Ingenieure gedacht war. Doch ihm blieb keine Wahl, denn damals galt in Deutschland noch, dass dem Linguisten das Studium der europäischen Sprachen genüge, weshalb er nicht die Welt bereisen müsse.

Der Forscher erlernte mehrere Sprachen vor Ort und machte in seiner späteren Laufbahn das Aussterben von Sprachen zum Thema. Vor etwa 20 Jahren rief er mithilfe der Volks- wagenStiftung ein Projekt ins Leben, das bedrohte Sprachen der Welt erfasst und der Forschung verfügbar macht. Einige von ihnen sind inzwischen tatsächlich ausgestorben.

Mit dem SFB möchte Himmelmann vier weitere Fragen beantworten: Ist es ein universelles Prinzip, dass der Handelnde im Satz vorn steht? Hören alle Menschen, ob man die erste oder die zweite Silbe eines Wortes betont? Ist Prominenz ein Mittel, um die Aufmerksamkeit des Lesers oder Zuhörers zu erhöhen? Woher wissen wir, wer mit dem Pronomen „er“ gemeint ist? Ein direkter Nutzen ist von diesen Erkenntnissen nicht zu erwarten.

Das Desinteresse an ihren praktischen Folgen war früher normal in den Geisteswissenschaften. In Deutschland genügte es lange, im Elfenbeinturm zu dichten und zu denken. Aus einer umfassenden philosophischen Fakultät geboren, gaben die Geisteswissenschaften damit bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts den Ton an. Der Romanist Ernst Robert Curtius lehnte noch 1920 einen Ruf an die Universität Aachen ab, weil er es als Zumutung empfunden hätte, dort von einem Professor für Heizung und Lüftung mit „Herr Kollege“ angesprochen zu werden. Doch mit solchem Dünkel ist es längst vorbei. Die Geisteswissenschaften, zu denen neben der Sprach- auch die Kultur- und Literaturwissenschaft sowie Geschichte, Theologie und Philosophie gehören, scheinen im Zuge der Technisierung und Industrialisierung zunehmend in die Defensive geraten zu sein.

In Geisteswissenschaften heute – eine Denkschrift hieß es in den Neunzigerjahren, die Geisteswissenschaften seien in einer „Legitimationskrise“ und „an den Rand des wissenschaftlichen Systems“ gedrängt. Diese Behauptung ist bis heute zu hören, doch aktuell ist in Deutschland davon wenig zu spüren. Allein die Bundesregierung hat in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 400 Millionen Euro innerhalb ihres Rahmenprogramms „Geistes-, Kultur-, und Sozialwissenschaften“ ausgeschüttet. Damit, so Christina Wiegelmann vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, „sollen Strukturbildung, Internationalisierung und Nachwuchsförderung vorangetrieben werden“. Zudem gebe es konkrete Projekte zu „gesellschaftlichen Herausforderungen“. Von all dem erhoffe man sich „fundiertes Hintergrundwissen“, das Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Orientierung geben könne.

Originalität ist wichtiger als Nutzen

Und die Bundesregierung ist nicht allein. Der SFB in Köln etwa wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Von deren drei Milliarden Euro an Fördermitteln fließen 680 Millionen Euro in derzeit 267 Sonderforschungsbereiche, von denen 32 in den Geisteswissenschaften angesiedelt sind. Sie tragen Titel wie „Muße, Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken“, „Affective Societies – Dynamiken des Zusammenlebens in bewegten Welten“ oder schlicht „Bedrohte Ordnungen“. Einen Schlüssel, wie viel Geld am Ende jedes Fachgebiet bekommen soll, gibt es nicht. Die Gremien der DFG entscheiden vielmehr von Fall zu Fall über eine Förderung. Wichtiger als der unmittelbare Nutzen sei dabei die Originalität der Forschungsidee, sagt Magdalena Schaeffer von der Pressestelle der DFG.

Ein Trend zu den vermeintlich nützlichen Fächern ist bei der DFG nicht zu erkennen, im Gegenteil: Erst 2003 wurde eine „Förderinitiative Geisteswissenschaften“ eingerichtet. Auch die kürzlich vorgenommenen Änderungen bei der Antragstellung kommen Geisteswissenschaftlern zugute, die im Vergleich zu Naturwissenschaftlern weniger Aufsätze veröffentlichen: Für die Anträge ist jetzt weniger wichtig, wie viel ein Forscher publiziert hat – was vor allem zählt, ist die Qualität seiner Publikationen.

2016 hat die DFG 468 Millionen Euro für Projekte der Geistes- und Sozialwissenschaften ausgegeben. Das ist zwar deutlich weniger, als die Naturwissenschaften (665 Millionen) oder gar die Lebenswissenschaften (1053 Millionen) bekamen, aber dafür konnten die Geistes- und Sozialwissenschaften den größten Zuwachs verzeichnen: Von 2013 bis 2016 stieg ihr Anteil am Gesamtfördervolumen der DFG von 14,5 auf 15,4 Prozent.


Die Grundlagen der Grundlagenforschung sind auch im digitalen Zeitalter häufig noch gedruckt.

Forschung braucht Freiraum, Zeit und Muße

Auch unter den knapp 22.000 kleinen und großen Stiftungen, die der Bundesverband Deutscher Stiftungen nennt, gibt es Förderer der Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, beispielsweise die Werner Reimers Stiftung. Sie bietet Wissenschaftlern den Rahmen und die Muße, sich im kleinen Kreis forschungsnah auszutauschen, etwa zum Thema „Identität, Hass und Kultur“. „Dass wir so arbeiten“, sagt Stiftungs-Leiter Albrecht Graf von Kalnein, „ist historisch gewachsen, aber auch eine bewusste Entscheidung. Wir entschleunigen und schaffen Freiräume.“ Anwendungsorientierung, meint er, sei immer kurzatmig, und die Rolle von Stiftungen sei es, „gegenzuhalten, nicht nachzuhecheln“. Welche fatalen Folgen kurzfristige, nutzenorientierte Forschungsförderung haben kann, sähe man an dem plötzlich enorm gewachsenen Interesse an bedrohten Fächern wie Ukrainistik und Arabistik.

Nach den Unruhen in der Ukraine und dem Aufkommen des islamistischen Terrors waren die Experten aus den eins-tigen Orchideenfächern auf einmal dringend gefragt – und das nicht nur in Deutschland. In den USA wurden nach den Anschlägen auf das World Trade Center für den Heimatschutz dringend Menschen gesucht, die Arabisch sprechen und sich in der entsprechenden Kultur auskennen, aber zugleich, wie das so ist bei sicherheitsrelevanten Themen, gebürtige Amerikaner sind. Lange galten solche Leute als Exoten – nun waren sie hoch bezahlte Spezialisten.

Doch so richtig überraschend ist das nicht, denn im Grunde zeigt sich schon in der Natur der Nutzen des Unnützen. Seit Darwin wissen wir, dass sich keine Art ohne zweckfreie Vielfalt weiterentwickeln kann – was wirklich gebraucht wird, beweist sich erst mit der Zeit.

In den Konzernen des Internetzeitalters ist diese Einsicht angekommen. Zum Beispiel mit den Moonshots bei Google und Alphabet: Ideen, die sich „in einer Grauzone aus kühnen Projekten und purer Science-Fiction“ bewegen, wie es aus dem Konzern heißt. Zu den Ergebnissen des Programms gehörten bislang etwa Google Glass (Brille mit integriertem Minicomputer), Project Loon (Internetverbindungen für abgelegene Gebiete und zu Preisen, die auch in Entwicklungsländern bezahlt werden können, über Ballons in der Stratosphäre), Drohnen, die Pakete liefern, und selbstfahrende Autos. Google-Gründer Larry Page erklärte dazu: „Der Preis, hinter dem wir her sind, ist so groß, dass Geld auf dem Weg dorthin keine Rolle spielt.“

So eine Aussage ist kein Zeichen für verwegene Abenteuerlust, sondern eine Reaktion auf ein Zeitalter, in dem Disrup- tion, also der Bruch mit allem Bekannten, fast zum Alltag gehört. Was in so einer Situation wann und wo gebraucht wird, kann niemand vorhersagen. SFB-Sprecher Klaus von Heusinger fällt sofort ein weiteres Beispiel ein: Selbstfahrende Autos seien technisch kein Problem mehr, meint er, aber menschlich und juristisch schon. Die Planer hätten gut daran getan, die geisteswissenschaftliche Expertise früher einzubinden.

Natürlich, sagt von Heusinger, seien auch für die Erkenntnisse seines SFB unabsehbare Nutzwerte denkbar. Es könne sein, dass sie eines Tages die automatisierte Sprach-erkennung intelligenter machen und überhaupt die Kommunikation mit Computern verbessern werden. Denkbar wäre auch, dass sie Autisten helfen. Von ihnen weiß man, dass sie Prominenz nicht erkennen – sie scheinen die sprachlichen Signale nicht verarbeiten zu können, die Wichtigkeit markieren. Aber vielleicht verstehen sie andere Codes, die man stattdessen nutzen könnte? Dafür ist ein Mediziner im SFB eingebunden, der intensiv mit Autisten arbeitet.

Geisteswissen hilft gegen Kurzatmigkeit

Aber auch das ist schon vergleichsweise kurz gedacht. Eine viel größere Perspektive erfordert der Blick auf die Gesellschaft. Die ist bekanntlich kein Unternehmen, sondern ein hochkomplexes Netzwerk – das gerade in einer Zeit großer Veränderungen extremen Belastungen ausgesetzt ist.

Da müssen „grundlegende Fragen“ gestellt werden, meint Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung, die mit einem Stiftungsvermögen von 3,1 Milliarden Euro einer der größten unabhängigen Förderer der Wissenschaft ist. Die Arbeit der Geisteswissenschaften hält er in vieler Hinsicht für notwendig: Sie sei für den europäischen Zusammenhalt ebenso wichtig wie für gesellschaftliche Diskurse, etwa über künstliche Intelligenz oder ein lebenswertes Leben im Allgemeinen. Deshalb gäbe die VolkswagenStiftung 35 bis 40 Prozent ihrer Förderung für die Geisteswissenschaften aus – und damit mehr als doppelt so viel wie andere Förderer, die im Durchschnitt nur auf 15 Prozent kämen.

Krull sieht die Geisteswissenschaften aber auch in der Pflicht. Er erwartet von ihnen, dass sie sich mehr öffnen. Es könne nicht angehen, sagt er, dass der Wissenschaftler im Gehabe des „herausragenden Gelehrten“ im universitären Diskurs verschmore. Die Geisteswissenschaften müssten sich vielmehr „mit ihrer Überblickskompetenz und Urteilsfähig-keit einbringen, damit wir aus der Falle der Kurzatmigkeit und Fremdenfeindlichkeit wieder herauskommen“. Außerdem müssten die Natur-, Lebens-, und Ingenieurwissenschaften die Geisteswissenschaften stärker einbinden. Echte interdisziplinäre Arbeit sei das Gebot der Stunde, sowohl in der Forschung als auch in der Lehre.

Im SFB haben sie immerhin schon mal eine eigene Stelle für Öffentlichkeitsarbeit eingerichtet. Und das Gebäude, ihr „House of Prominence“, bewerben sie auf ihrer Homepage mit der forschen Aufforderung „Besuchen Sie uns!“. So ganz wörtlich ist das allerdings nicht gemeint. Bisher ist nicht vorgesehen, dass einer von der Straße hereinspaziert, um sich zu informieren, was hier Spannendes erforscht wird. Aber es wird zumindest darüber nachgedacht, die Räume von Zeit zu Zeit als Galerie zu nutzen und sich an Aktionen wie der Nacht der Wissenschaften zu beteiligen. Was dabei herauskommt, weiß man sowieso erst hinterher. //