Das Motto für unsere Fachkonferenz heißt:

Künstler gesucht!

Ein Tag über die Kunst des Verkaufens, die Menschen, die sie beherrschen – und die Zukunft des Handels.

Schwerpunkt: Personal und Führung


Das Programm finden Sie hier.

Wie kann der Handel in schwierigen Zeiten gute Leute finden? Und wie hält man sie, wenn man sie hat? Können Daten wirklich Verkäufer ersetzen? Muss ein Händler heute nicht nur verkaufen, sondern auch produzieren, erfinden und entwickeln? Oder reicht es, eine Plattform anzubieten?
Welche Ideen und Modelle funktionieren heute schon – und machen Mut für die Zukunft?

Tickets können Sie in unserem Online-Kiosk kaufen. Das Standard-Ticket kostet 700 Euro (plus Mwst.), für Studenten gibt es 50 Prozent Rabatt.
Die Verlosung von 20 Freikarten ist inzwischen beendet. Alle Gewinner wurden benachrichtigt.

Die Redner

Alexander Graf (*1980) war an mehreren E-Commerce-Gründungen beteiligt und berät Konzerne verschiedener Branchen im Bereich Digitalstrategie. Er beschäftigt sich mit dem Umbruch von Geschäfts- und Handelsmodellen durch intelligente Software, mit verknüpften Märkten und neuen, enorm schnell lernenden Unternehmensformen, mit denen sich die Regeln für Innovation grundlegend verändert haben. Graf war zusammen mit Tarek Müller und Nils Seebach Mitgeschäftsführer der Agentur NetImpact und hat 2014 Spryker Systems gegründet, einen Technologie-Anbieter für E-Commerce-Projekte. Über die Entwicklungen im Handel schreibt der Kaufmann in seinem Blog Kassenzone.de.

Online ist Zukunft, heißt es. Aber viele Händler scheitern daran. Warum, erklärt der E-Commerce-Fachmann Alexander Graf im Interview mit brand eins: leidergeschlossen.de

Jens Peter Klatt (*1967) steuert bei Mister Spex alle Offline-Aktivitäten des Unternehmens. Mister Spex vertreibt Brillen und Kontaktlinsen über das Internet, Brillen können online anprobiert werden. Was eigentlich unmöglich erscheint – kein individuelles Messen, Beraten oder Anpassen – funktioniert nun schon seit 2008. Trotzdem eröffnete Mister Spex im Februar 2016 ein großes Ladengeschäft in Berlin. Klatt kommt aus dem Groß- und Einzelhandel und war bis 2014 bei der Optiker-Kette eyes + more Geschäftsführer. Auf unserer Konferenz erklärt er, wie und warum bei Mister Spex online und offline jetzt zusammengehen.

Götz W. Werner (*1944) ist Gründer und inzwischen Aufsichtsrat von dm-drogerie markt. Er stammt aus einer Heidelberger Drogistenfamilie und eröffnete 1973 in Karlsruhe sein erstes Geschäft. Heute ist dm eines der größten Drogerieunternehmen Europas und beschäftigt rund 55.000 Mitarbeiter. Bekannt ist Werner für seine betont antiautoritäre bzw. dialogische Unternehmensführung, die auf großem Zutrauen in die Mitarbeiter basiert. Erklärtes Ziel bei dm: Jeder einzelne soll einen Sinn in seiner Tätigkeit sehen. Statt Anweisungen gibt es Empfehlungen. Dienstpläne heißen Mitarbeiter-Einsatzpläne und werden selbst erstellt. Eigenverantwortliches Handeln und Selbstführung der Mitarbeiter sind bis in jede Filiale hinein Prinzip. Oder, wie Werner sagt: „Der Mitarbeiter ist der wichtigste Kunde“. Auch bei der Ausbildung geht er ungewöhnliche Wege: Teil der mehrfach ausgezeichneten dualen Berufsausbildung sind zum Beispiel Theaterprojekte, die die Kommunikationsfähigkeit trainieren. Werner ist sozial stark engagiert und setzt sich seit vielen Jahren für das bedingungslose Grundeinkommen ein.

Bei Umfragen zur Kundenzufriedenheit belegt der Discounter dm seit Jahren einen der vordersten Plätze. Warum das nur am Rande mit günstigen Preisen zu tun hat, erklärt der Gründer Götz W. Werner im Interview mit brand eins: „Die wichtigsten Kunden sind die Mitarbeiter“

Viola Fuchs (*1967) stammt aus einer Wiesbadener Gewürzfamilie und wuchs mit Mutter und Großeltern quasi im Laden auf. Nach der Schule studierte sie erst einmal Schuhdesign in London, bevor sie es sich anders überlegte und das tat, was sie schon als Kind gelernt hat: Gewürze herstellen und verkaufen. 1997 eröffnete sie „Violas“, ihren ersten eigenen Gewürz- und Delikatessenladen in Hamburg-Eppendorf. Gewürze, Reis- und Pastamischungen, Essige, Öle und Schokoladen wurden seither in der eigenen Manufaktur selbst hergestellt, gemischt und hübsch verpackt – so erfolgreich, dass Viola Fuchs gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Dirk Nonnenmacher ein Franchise-Unternehmen gründete. Seit 2012 wird in der Hamburger Zentrale nun nicht mehr nur für den eigenen Laden produziert, sondern mittlerweile auch für 17 Franchise-Stores, die es unter ihrem Namen in ganz Deutschland gibt. Der große Schritt ins Ausland ist geplant. Wie wichtig gutes Personal ist, um feinste Produkte zu verkaufen, wie Franchise funktioniert und Erfolg gelingt, erzählt Viola Fuchs auf unserer Bühne.

Der Augsburger Florian Niedermeier (*1968) hat sich mit der Markthalle Neun in Berlin einen Lebenstraum erfüllt. Zusammen mit zwei Freunden übernahm er 2011 die riesige Halle von der Stadt und revitalisierte sie: Jetzt findet man dort gutes Essen und innovative kulinarische Kreationen und Formate, es gibt einen Wochenmarkt und einen Lieferservice. Hoferzeuger, Sterneköche und Food-Aktivisten kommen hier zusammen. Auf großen Festivals genauso wie bei kleinen Workshops dreht sich in der Markthalle alles um gute handwerkliche Lebensmittel – und wie man sie verkauft. Niedermeier, der sich schon im Studium mit der Nachhaltigkeit im Lebensmittelhandel beschäftigt hat, ist auch Gründer eines Feinkostladens für alpenländische Lebensmittel in Berlin, der Meierei.

Benjamin Walther (*1958) ist Augenoptiker in Leer – und eigentlich kann sein Geschäftsmodell gar nicht funktionieren: In seinem Laden im ostfriesischen Flachland nimmt er sich für jeden Kunden rund eineinhalb Stunden Zeit, er investiert in teuerste Messgeräte und zeigt in seinem Schaufenster keine schicken Brillenfassungen. Und doch kommen die Kunden sogar aus dem Ausland und warten auch Wochen auf einen Termin. Er muss also doch vieles richtig machen. Eben genau das: die präzisest-mögliche Ausmessung der Augen, die eingehende Beratung, Besprechung und Anpassung, die individuelle Fertigung in der eigenen Werkstatt – alles für das bestmögliche Sehen. Nach Ausbildung, Studium und Diplom eröffnete Walther, der schon als Kind Augenarzt werden wollte, sein Geschäft. Er veröffentlicht viel in Fachblättern, hat einen Youtube-Kanal und hält Vorträge.

Jens Bormann (*1969) war von 1993 bis 2016 geschäftsführender Gesellschafter der buw Unternehmensgruppe, die er als Student gemeinsam mit seinem Kommilitonen Karsten Wulf gründete. In dieser Zeit baute er das Unternehmen zum europaweit größten inhabergeführten Dienstleister für Kundenmanagement aus. Die zuletzt rund 6000 Mitarbeiter werden fachlich und rhetorisch geschult, um im Namen bekannter Marken deren Kunden zu betreuen – am Telefon, in E-Mails, Briefen oder in den sozialen Netzwerken. Seit dem Verkauf des buw-Kerngeschäfts an den US-Konzern Convergys im Sommer dieses Jahres engagiert sich Bormann in vier Tochterunternehmen. Wie man seine Mitarbeiter mit Weiterbildung bindet und was er unter „wertschöpfender Kundenbetreuung“ versteht, erzählt Bormann auf unserer Konferenz.

Stefan Sebök (*1986) handelte bereits während seines Studiums mit gebrauchten Uhren und gründete dann 2013 zusammen mit einem Studienfreund Horando, einen weltweit aktiven Onlineshop für exklusive Luxusarmbanduhren. Vor dem eigentlichen Launch verkauften die beiden Uhren bei Ebay und investierten die ersten Gewinne in den eigenen Shop. Neben den bekannten Marken ist Horando zudem jüngster direkter Konzessionär und Vertragshändler für Schweizer Luxusuhrenmarken. Horando betreibt ein hybrides Geschäftsmodell mit stationärem Showroom und Onlinehandel, beliefert Endkunden sowie Händlerkollegen, hat eine Zulassung als Auktionshaus, bietet seinen Kunden auch einen Kommissionsverkauf an, ist über ein internationales Netzwerk mit allen Zulieferern verbunden und kann nahezu jedes Modell in kürzester Zeit beschaffen. Wie ein Geschäft, das auf Vertrauen basiert, auch online funktionieren kann, erzählt Sebök auf unserer Konferenz. 

Sabine Gaues (*1965) ist eine der besten Bäckerinnen Deutschlands, bekommt jedes Jahr Goldmedaillen für ihr Backwerk und als bester Ausbildungsbetrieb wurde ihr „Gehrdener Backhaus“ auch schon prämiert. Elf Filialen im Raum Hannover sind es inzwischen, außerdem beliefert sie Restaurants und Schulen. All das hat sie aus dem Nichts aufgebaut, nachdem ihr früheres Unternehmen Insolvenz anmelden musste: die Bäckerei, die sie gemeinsam mit ihrem ersten Mann Jochen Gaues, der als „Promibäcker“ bekannt wurde, geführt hatte. Nach der Scheidung machte Sabine Gaues ihren Bäckermeister nach und übernahm das Backhaus in Gehrden, der Grundstein des neuen Unternehmens. Heute hat sie 40 Angestellte, bildet aus, ist im Prüfungsausschuss der Berufsschule und im Vorstand der Bäckerinnung. Auf unserer Konferenz erzählt sie, wie man für einen Job mit eher unattraktiven Arbeitszeiten gute Leute bekommt und wie man wächst, ohne dass die Qualität leidet.

Wolfgang Meyer (*1969) ist sein Leben lang von Musik umgeben: Als fünftes von acht Kindern einer Pastorenfamilie begann er mit sechs Jahren den Musikunterricht. Posaune, Violine, dann Gitarre und Klavier, später Bratsche. Er spielte in Sinfonieorchestern, Jazz- und Big-Bands und in der Kirche. Folgerichtig dann die Ausbildung zum Musikalienhändler in seiner Heimatstadt Detmold, wo er 1998 das „Haus der Musik“ gründete, ein Ladengeschäft für Instrumente und Noten, in dem er auch regelmäßig Konzerte und Workshops veranstaltet. Meyer schafft es, Internet und Technik für seine Zwecke optimal zu nutzen: ein vorbildlicher Webshop, zu dem die Kunden über Crowdsourcing selbst viel beitragen, virtuelle Lager bei den Großhändlern, so dass ein riesiges Sortiment ohne Logistik und Lagerhaltung schnell verfügbar ist, liebevolle Pflege der socialmedia-Kanäle und der Netzwerke. Meyer zeigt auf unserer Konferenz smarte Lösungen für kleine Unternehmen – und wie die Zukunft im Einzelhandel gelingen kann.

Frederic Zischler (*1985) arbeitet bei einem Unternehmen mit einem innovativen und preisgekrönten Arbeitszeitmodell: Vor zwei Jahren hat Bike Citizens die Vier-Tage-Woche eingeführt. Alle Mitarbeiter des jungen Unternehmens aus Graz arbeiten nur noch von Montag bis Donnerstag. Bike Citizens entwickelt Apps für Radfahrer in Städten, bietet ihnen eine Plattform und hilft Städten mit Softwarelösungen bei der Förderung des Radverkehrs. Zischler hatte sich zuerst ausdrücklich gegen die Vier-Tage-Woche ausgesprochen – als Vertriebler konnte er sich einfach nicht vorstellen, für seine Kunden einen Tag lang nicht erreichbar zu sein. Heute ist er überzeugt von der Idee und glaubt, dass neue Arbeitszeitmodelle auch den Umsatz steigern können: Im Büro gibt es seitdem weniger Krankheitstage, eine höhere Produktivität und eine bessere Stimmung. Der freie Freitag hat sich zudem als attraktives Argument für Bike Citizens als Arbeitgeber erwiesen. Die Mitarbeiterzahl ist auf 25 gestiegen, in Berlin wurde ein zweiter Standort eröffnet.

Kathrin M. Möslein (*1966) forscht und lehrt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg als Professor für Wirtschaftsinformatik im Themenfeld „Innovation & Wertschöpfung“ und leitet in Leipzig das Center for Leading Innovation & Cooperation (CLIC). Als Innovationsforscherin fragt sie sich in den Innenstädten der Welt schon lange „Warum kann ich dort nur als passiver Konsument einkaufen?“, obwohl Visionäre bereits seit den 1970ern den „Prosumenten“ – den aktiven Kunden – erwarten. Nach rund 15 Jahren gestaltender Forschung zu offener Innovation und interaktiver Wertschöpfung auf Online-Plattformen eröffnete sie daher im Jahr 2014 gemeinsam mit dem Fraunhofer IIS in der Nürnberger Innenstadt das „Josephs“ als offenes Innovationslabor. Bei unserer Konferenz berichtet sie, wie dort Unternehmen neue Produkte am Kunden testen, warum das Josephs Fans in Bangalore, Cambridge oder Taichung hat sowie von den Überraschungen und Erfahrungen des Innovationsforschers, der mit Neugier in die Welt des Handels eintaucht.

Freuen Sie sich auf

Freuen Sie sich auf eine Konferenz mit viel Dialog und neuen Perspektiven. Verbringen Sie einen Tag mit rund 300 Unternehmern, Gründern und Händlern aus Konzern und Mittelstand, mit Neugierigen und Experimentierfreudigen – mit Menschen, die den Handel der Zukunft mitgestalten wollen.

Am Donnerstag, den 29. September 2016, von 10 bis 18 Uhr im Automuseum Prototyp in Hamburg.

Sie sind knapp bei Kasse, wollen aber unbedingt teilnehmen?
Schreiben Sie uns eine E-Mail und erzählen uns, warum wir Sie einladen sollten. Wer gute Gründe hat, nimmt an der Verlosung von insgesamt 20 Karten teil. Einsendeschluss ist der 18. August 2016.

Die Konferenz veranstaltet brand eins in Kooperation mit

Wir danken unserem Partner

Wir danken unseren Unterstützern

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