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c-LEcta

Mit seiner Firma c-LEcta entwickelt Marc Struhalla maßgeschneiderte Zutaten für einen gesünderen Alltag.




Mit mehr als 50 Mitarbeitern in der Bio City entwickelt c-LEcta-Firmenchef Marc Struhalla ...
... heute Enzyme für die unterschiedlichsten Anwendungen und Kunden.

Gut, dass die Numerus-clausus-Latte für Biochemie so hoch hängt, als Marc Struhalla 1994 einen Studienplatz sucht. Trotz Einser-Noten kommt der Abiturient aus der Nähe von Osnabrück damals nur im entfernten Leipzig unter. Heute, einige Weichenstellungen später, leitet der 41-Jährige in seiner Universitätsstadt eines der Flaggschiffe der sächsischen Biotechnologie: c-LEcta kreiert maßgeschneiderte Enzyme und Mikroorganismen für Lebensmittel, Waschmittel und Medikamente. Die biologischen Stoffe können etwa das Acrylamid in Chips, Cornflakes und Kaffee, das potenziell das Krebsrisiko erhöht, blockieren oder dabei helfen, Grasflecken aus Jeans zu waschen. Sie sind sogar imstande, Orangenreste wie Grapefruit schmecken zu lassen. Die Kunden der Leipziger Firma heißen Henkel, BASF oder Evonik, sie sitzen in ganz Europa und in den USA. Die ersten Produkte mit c-LEcta-Inhalt stehen bereits in den Läden. „Ich hoffe“, sagt Struhalla, „dass in einigen Jahren in vielen Alltagsdingen c-LEcta steckt.“

Struhallas Firma unterstützt ihre Kunden von der Ideenfindung bis zur Patentierung und Marktreife. Aktuell arbeitet sein Team mit einer dänischen Nestlé-Tochter an der Verbesserung von Milchersatzprodukten für Säuglinge. Sie sollen künftig ähnliche Schutzfunktionen haben wie Muttermilch. Für die Herstellung dieser nützlichen Spezialzucker hat c-LEcta biotechnologische Wege gefunden. „Wir kümmern uns darum, wie aus günstigen, nachwachsenden Rohstoffen neue, hochwertige Produkte werden können“, sagt Struhalla. „Die Natur erzeugt nur Enzyme, die sie benötigt. Aber der Mensch kann sie für seine Zwecke abwandeln.“ Dazu wird der DNA-Code der Ausgangsstoffe so lange verändert, bis das Enzym die gewünschten Eigenschaften aufweist. Ausgangspunkt für die Neuentwicklungen ist eine hauseigene Sammlung von Tausenden Mikroorganismen, deren Eigenschaften c-LEcta bereits identifiziert hat.

Den Absprung in die Selbstständigkeit wagt Marc Struhalla kurz nach der Promotion 2004, er ist damals wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Biochemie. „Wir hatten eine Screening- Technologie patentiert, um mit sehr hohem Durchsatz die Eigenschaften von Enzymen zu analysieren.“ Auf dieser Basis ein Unternehmen aufzubauen reizt ihn mehr als die akademische Laufbahn – der Nachwuchs-Forscher zieht mit seinem Spin-off in die Bio City. Die ersten Jahre sind hart, die Eltern müssen ihm Geld leihen. Doch dann akquiriert der Jungunternehmer sechsstellige Summen aus Gründerfonds und Beteiligungsgesellschaften. Endlich nimmt sein Start-up Fahrt auf. Aus den Gründungsbüros in der Bio City zieht c-LEcta 2013 in einen benachbarten Neubau und beschäftigt dort inzwischen mehr als 50 Mitarbeiter. Seit 2014 ist das Unternehmen profitabel, der Umsatz liegt bei vier Millionen Euro.

Als Firmengründer hat sich Marc Struhalla noch einmal bewusst für Leipzig entschieden. Eine gute Wahl, wie er findet: „Die Leute hier ziehen an einem Strang, sie wollen den Standort wirklich nach vorne bringen.“