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Wussten Sie, …

... dass die Wirtschaft Irlands innerhalb der OECD-Staaten am schnellsten wächst?

Von 1995 bis 2000 stieg das Bruttoinlandsprodukt im Schnitt um rund zehn Prozent – mit signifikanten Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Allein im Jahr 2000 sind auf der Insel 23.300 neue Jobs entstanden. Auch auf dem Gebiet der Nachwuchsförderung ist Irland Spitzenreiter. Der irische Staat investiert ein Zehntel aller öffentlichen Ausgaben in die Bildung. Das ist der höchste Prozentsatz innerhalb der EU.


... dass sich auch in der Biologie Tendenzen zur Clusterbildung beobachten lassen?

Der Formationsflug von Vögeln, die Konstruktion eines Ameisenhaufens oder die anmutige Choreografie der Fischschwärme sind Beispiele für Naturphänomene, bei denen Individuen intelligente Netzwerke bilden und dadurch Synergie-Effekte erzielen.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für natürliche Cluster sind Korallenriffe. Sie gehören – wie der Regenwald – zu den komplexesten Ökosystemen der Welt. Die Wissenschaft hat weltweit etwa 7000 tropisch-subtropische Flachwasser-Riffe gezählt, die ungefähr 600.000 Quadratkilometer Fläche einnehmen.

In den Anfängen ihrer Erforschung hielt man Korallen für Pflanzen. Erst der französische Biologe Jean André Peysonnel erkannte im Jahr 1752 den Fehler. Korallen sind Tiere. Ihr Körper besteht aus einem Sack mit einer Öffnung an der Oberseite. Diese Mundöffnung ist mit einem Kranz von Tentakeln umgeben, die wie bei allen Blumentieren dicht mit giftigen Nesselkapseln bedeckt sind. Mit ihnen töten sie ihre Beute, das mikroskopisch kleine Plankton. Zudem sind sie in der Lage, Kalk abzuscheiden – Werkstoff für den so genannten Skelettbecher, eine Art Rückgrat des Systems.

Ein Korallenriff wächst in 1000 Jahren nur etwa ein bis vier Meter in die Höhe, bildet allerdings ein weit verzweigtes System aus einzelnen Korallenstöcken. Jeder größere Korallenstock ist eine Welt für sich: Auf ihm wachsen – in Aussehen und Form perfekt an ihre Umgebung angepasst – Schwämme, Lederkorallen, Hornkorallen, Moostierchen, Seescheiden, Garnelen und Krebse. In seinen Nischen sitzen Seeigel und Plattwürmer, in den Zweigen hausen kleine Grundeln und obenauf sitzt der Korallenwächter, ein kleiner Fisch, der zur Familie der Barsche gehört. Alle Bewohner ernähren sich vom Schleim und den Polypen der Korallen und betätigen sich im Gegenzug als Putzer. Kleinen Fischen bietet die Koralle Schutz vor Gefahren; für große Nachbarn wie beispielsweise die Muräne ist sie das ideale Versteck, aus dem heraus sie angreift. So bildet sich mit den Jahren ein gigantisches symbiotisches Netzwerk der unterschiedlichsten Lebewesen: Keines kann ohne das andere; gemeinsam sind sie stark. Als größtes Korallenriff der Welt gilt das Great Barrier Reef in Australien mit einer Ausdehnung von 345.000 Quadratkilometern. Die bestehende Korallenstruktur ist 8000 Jahre alt und besteht aus über 2900 Einzelriffen und 71 Koralleninseln.

... dass die Gegend zwischen Durham, Chapel Hill und Raleigh in North Carolina, das so genannte Research Triangle, zu den am schnellsten wachsenden Industrie-Regionen der USA gehört?

Auf insgesamt 2800 Hektar ist dort binnen vier Jahrzehnten einer der erfolgreichsten Forschungs- und Industrieparks entstanden. Mehr als zwei Milliarden US-Dollar haben Firmen aus aller Welt in die Region investiert. Zu den Anliegern gehören Bayer, BASF und Merck ebenso wie IBM, Cisco Systems, Alcatel und GlaxoSmithKline. Rund 44.000 Menschen arbeiten allein im Research Triangel Park (RTP), dem flächenmäßig kleinen Herzstück der Region. In den 13 umliegenden Landkreisen, die sich mit dem Etikett Research Triangle schmücken, entstanden seit 1990 mehr als eine Viertelmillion Jobs.

Wussten Sie, ...

... dass sich im fränkischen Bechhofen an der Heide, etwa 20 Kilometer südlich von Ansbach, ein Pinsel-Cluster herausgebildet hat?

Der Ursprung lässt sich zurückverfolgen ins Jahr 1790. Damals trug sich der Handwerker Johann Caspar Bühler als Schreinermeister und Pinselmacher ins Kirchenbuch ein. Inzwischen haben sich in der Region mehr als 100 Pinselbetriebe und ihre Zulieferfirmen niedergelassen. Darunter finden sich Zwei-Mann-Betriebe genauso wie mittelständische Unternehmen mit einer Jahresproduktion von mehr als fünf Millionen Pinseln, beispielsweise die Zahn Pinsel GmbH oder die Pinselfabrik Friedrich Bieringer-Ocean KG. Die Produkte des Bechhofener Pinsel-Clusters sind auch international gefragt, heute stammt jedes dritte Malwerkzeug auf der Welt aus der fränkischen Pinselmetropole.

... dass die ungarische Region um Györ auf dem besten Weg ist, sich zu einem Mobilitäts-Cluster nach Wolfsburger Vorbild zu entwickeln?

Motor des regionalen Wachstums ist Audi. Die Volkswagen-Tochter hat 1994 in Györ das zweitgrößte Motorenwerk Europas eröffnet, eine Investition von gut einer Milliarde Euro. Heute produzieren die Ingolstädter in Ungarn jährlich 1,2 Millionen Motoren und beliefern neun Fertigungsstandorte des Volkswagen-Konzerns. Zudem werden in Györ das Audi-TT-Coupé, der TT–Roadster und der A3 montiert. Die Gesamtproduktion liegt bei 57.000 Autos im Jahr und beschäftigt rund 5000 Mitarbeiter. Genauso viele neue Jobs schufen die Audi-Zulieferfirmen vor Ort. Und das Cluster wächst stetig. In den vergangenen Monaten haben sich Dienstleister wie Kantinenbetreiber, Wach- und Schließdienste, Werksärzte, Hotels, Restaurants und Bauunternehmer in der Region angesiedelt. Das Werk erwirtschaftete im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 3,46 Milliarden Euro rund 277 Millionen Euro Gewinn und ist seit vier Jahren größter Exporteur Ungarns.

... dass die italienische Wirtschaft seit Generationen in Cluster aufgeteilt ist?

Die Italiener sprechen von Distrikten und meinen damit geografisch begrenzte Systeme, in denen sich die ansässigen Unternehmen auf die Herstellung eines oder weniger Produkte spezialisieren. So hat sich etwa die Stadt Como in der Lombardei auf Seidenstoffe spezialisiert, Vicenca im Veneto steht für die Goldschmiedekunst, Biella in Piemont für Wollstoffe. Bari in Apulien gilt als der Lieferant für Küchen, Carrara für Marmor und Sassuolo, in der Emilia-Romagna gelegen, für Keramik. Die Netzwerkstrategie der Italiener geht auf. Sassuolo dominiert mit einem Exportanteil von 40 Prozent den gesamten Weltmarkt, aus Como stammen 26 Prozent aller Seidenstoffe weltweit, aus Biella 14 Prozent der weltweit produzierten Wollstoffe.

Einer der erfolgreichsten Distrikte befindet sich im norditalienischen Friaul, rund 20 Kilometer östlich von Udine. Dort konzentriert sich seit Jahrzehnten die Stuhlindustrie. Ein Drittel aller weltweit produzierten Stühle stammt aus dem Dreieck zwischen den Städten Manzano, San Giovanni al Natisone und Corno di Rosazzo. Das Dreieck der Stühle beherbergt rund 1200 Unternehmen – vom Ein-Mann-Betrieb bis zum großen Mittelständler. Allein im Jahr 1999 hat der Distrikt mehr als 44 Millionen Stühle hergestellt und einen Gesamtumsatz von 1,3 Milliarden Euro erwirtschaftet.

... dass die Region um Austin/Texas erfolgreicher ist als das Silicon Valley?

In der Region um Austin/Texas – Heimat des Computerherstellers Dell – sind allein in den neunziger Jahren annähernd 300.000 neue Jobs entstanden, rund 114.000 mehr als in der kalifornischen Boom-Region. Das entspricht einem jährlichen Jobwachstum von 5,2 Prozent in Austin/Texas gegenüber einer Wachstumsrate von nur 1,8 Prozent in San Jose.