Ausgabe 09/2015 - Schwerpunkt Pragmatismus

Pragmatismus

Arm, aber sexy

• Will man ein Gespräch mit einem Architekten entgleisen lassen, dann schneidet man am besten das Thema Pragmatismus an. Da ist schlechte Laune programmiert. Denn für Architekten, die sich auch nur ein bisschen als Ästheten verstehen, klingt der Begriff wie die Totenglocke für die Architektur. In der Praxis verwendet ihn nämlich meist der Bauherr in dem Sinne: „Weniger ist billiger.“ Jede schöne Idee lässt sich mit diesem Argument zunichte machen, denn es gibt immer eine Standardlösung, die besser zum Budget passt. In der Folge führen die kostengünstigen Varianten dann oft zu einem Resultat, das der Architekt am liebsten aus seiner Werkliste streicht.

Wenn er selbst von pragmatischen Lösungen spricht, dann meist nur als Rechtfertigung für einen Bau, für den er sich schämt. Und das betrifft keineswegs nur Berufsvertreter mit hohem künstlerischem Anspruch. Auch solche, die Einfamilienhäuser entwerfen, kennen den Frust, wenn sie statt der eleganten schneckenförmigen Treppe die gerade Holzstiege einbauen müssen, der Bauherr statt der schmalen schwarzen Fensterrahmen doch die breiten weißen aus Plastik bestellt oder die Außenwand nicht mit Backsteinen gemauert, sondern mit monotonen Klinkerriemchen verklebt wird. Das Ziel, Individuelles zu schaffen, scheint mit wirtschaftlicher Logik nicht vereinbar zu sein. Dabei stehen die meisten Architekten heute durchaus in der Tradition einer Idee, deren Schlachtruf einmal war: „Weniger ist mehr!“

Die Architekturmoderne mit ihrer Keimzelle Bauhaus war beseelt von pragmatischem Ehrgeiz. Man wollte mit industriellen Fertigungsmethoden und schmucklosem Design eine universelle Bauform erschaffen, die ohne jeden Schnickschnack auskommt. Alle Konflikte zwischen Budget und Geschmack schienen schlagartig gelöst zu sein. Doch leider hat diese Methode, billig, viel und schnell zu bauen, inzwischen so viel Hässlichkeit in die Welt gebracht, dass moderne Architekten am Dogma des Pragmatismus verzweifeln.

„Man muss die Möglichkeiten zur Qualitätsunterschreitung nutzen“, sagt dazu der Berliner Architekt Arno Brandlhuber. Er ist einer der Protagonisten jener internationalen Bewegung, die man als Neuen Pragmatismus bezeichnen könnte und die aus der Not der Beschränkungen eine Tugend des Ansporns machen will. Gemeinsam ist den Anhängern dieser Bauauffassung, dass sie die geltenden Standards auf allen Ebenen hinterfragen und nach Möglichkeiten suchen, die Modernisten-Formel „Weniger ist mehr“ mit neuem Leben zu füllen.

Arno Brandlhubers Galerie- und Atelierhaus an der Berliner Brunnenstraße von 2010 ist einer der Referenzbauten, an dem sich die Spielregeln dieser Arte Povera verdeutlichen lassen. Schon im Namen steckt ein Vorteil. Die Definition als Gebäude für gewerbliche Ateliers erlaubt es dem Bauherrn, die Mehrwertsteuer abzusetzen, die beim Bau eines Wohnhauses fällig würde. Wenn der Eigentümer keinen Einspruch erhebt, dass im Studioraum auch gewohnt wird, senkt er somit die Baukosten um 19 Prozent, ohne seine Mieter in der Nutzung einzuschränken.

Auf solche Finessen kommt es ebenso an wie auf Vorstellungsvermögen bei der Grundstückssuche. Brandlhubers Baufeld im Berliner Trendareal zwischen Mitte und Prenzlauer Berg etwa war von einem verrotteten Betonkeller besetzt, den ein glückloser Spekulant direkt nach der Wende hinterlassen hatte. Außerdem wies es einen geringen Abstand zum Hinterhaus aus, sodass keine große Baumasse in die schmale Lücke gesetzt werden konnte. Durch diese Zwänge war die Adresse in gängigem Investorenjargon „nicht profitabel zu verwerten“ – und daher billig für Brandlhuber zu haben.

Der Kölner Architekt erwarb das Grundstück mit einem kleinen Kredit seiner rheinischen Hausbank und machte es sich zur Entwurfsaufgabe, alle Beschränkungen als Spielregeln ernst zu nehmen. Das Dach wurde so steil geneigt, dass der Lichteinfall in den Hof den gesetzlichen Richtlinien entspricht. Um den inneren Raum des Gebäudes nicht durch Verkehrsflächen zu verringern, verlegte Brandlhuber die Fluchtwege auf eine Außentreppe mit dem feuerpolizeilich vorgeschriebenen Abstand von fünf Metern zum Haus und verzichtete auf alle Flure. Nur ein Aufzug – in dem sich auch gleich der Fußabtreter befindet – verbindet die Etagen. Das heißt, es gibt keinen Eingang im herkömmlichen Sinne.

Setzt auf das Prinzip Qualitätsunterschreitung: Arno Brandlhuber
Sein Atelierhaus in der Brunnenstraße mit Feuertreppe

Es geht auch ohne Heizung 

Am sichtbarsten ist die nützliche „Qualitätsunterschreitung“ bei den Fertigungsstandards. Der Rohbau wurde im schlichtesten Betonschüttverfahren errichtet und danach unverputzt belassen. Die Heizungsrohre liegen ungedämmt über Decken und Wänden, was zu einer Heizkostenersparnis von 50 Prozent führt. Ein Großteil der Fassade besteht aus schillernden Polycarbonatplatten, die billig sind und gut dämmen, dafür aber leider keinen Durchblick erlauben und auch nicht ewig halten – man kann eben nicht alles haben. Und der alte Keller, den Brandlhuber als Eigenkapital in die Kreditfinanzierung einbringen konnte, wurde für einen Videoraum der Galerie im Erdgeschoss genutzt.

Das Resultat dieses Schachspiels mit Widrigkeiten war nicht nur ein Haus, das mit 1000 Euro Baupreis pro Quadratmeter inklusive Grundstück extrem billig war. Er kann es daher sehr günstig vermieten – er selbst lebt unter dem Dach und hat sein Büro im Haus. Das Gebäude ist zugleich ein Spott auf alle Standardattribute, die Immobilienmakler für „hochattraktive“ Neubauten verwenden. Für Freunde der klinisch sauberen „zeitlosen Architektursprache“ mit ihren monoton hellen Rechteckfassaden, dem Parkett und den Mosaikfliesen, ist das Atelierhaus zweifellos Punk.

„Künstler verstehen die Schönheit dieses Baus sofort“, sagt Arno Brandlhuber und zeigt auf die Schlieren und Ausbesserungen im Beton, durch die Decken und Wände wie ein tachistisches, spontan und ohne Plan erzeugtes Gemälde aussehen. Die dichte Atmosphäre der vielen Berliner Fabriketagen, in denen bis zur Rückverwandlung in Gewerbeflächen nach der Wende so viele arme Schlucker und werdende Kunststars glücklich wohnten, ist hier ganz neu entstanden – und gilt unter den Kreativen der Stadt natürlich als extrem schick. Der gemeine Wohnungskäufer mit seinem Katalog an Sanitär-, Sicherheits- und Raufaserstandards fühlt sich in diesem Neubau dagegen wohl eher wie in einer unsanierten Ruine aus DDR-Zeiten.

Und damit hätte er Brandlhubers Geschmack gut getroffen. Denn sein zweiter vielfach besprochener Anschauungsgegenstand für das pragmatische Bauen besteht aus einem ehemaligen Betriebsgebäude in Krampnitz bei Potsdam, in dem zu DDR-Zeiten von dem Volkseigenen Betrieb Obertrikotagen Ernst Lück Unterwäsche für die Nationale Volksarmee produziert wurde. Die so getaufte „Antivilla“ erscheint zwar auf den ersten Blick wie eine neu verglaste Kriegsruine, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen aber als Hommage an den Film „Themroc“, in dem ein grunzender Michel Piccoli seine Hauswand durchbricht und sein Heim in eine Höhle der Anarchie verwandelt.

Nach diesem Vorbild hat Brandlhuber einigen Studenten Presslufthämmer in die Hände gedrückt und sie grobe Löcher in die Wände schlagen lassen. Es brauchte nicht viel mehr als diese ungeschönten Fensterrundungen, die von innen mit Glas verschlossen wurden, um den militärischen Trutzbau in einen architektonischen Trotzbau zu verwandeln. Nur symbolisch. Denn obwohl die grau geschlämmte Kiste mit dem weit auskragenden Wasserabfluss vom Dach im Potsdam der Günther-Jauch-Villen wie der Antichrist erscheint, ist sie cooles Design – vor allem innen.

Eine quer gestellte Spiegelwand verdoppelt optisch den Raum und verbirgt ein dreieckiges Schlafzimmer. Eine dunkle „Parkettfläche“ im sonst grauen Estrich besteht tatsächlich aus alten Tonbändern und ist von dem Künstler Gregor Hildebrandt – wie so viele Details hier von zeitgenössischen Künstlern als Tausch für architektonische Hilfeleistungen erbracht wurden. Auch eine Form von Pragmatismus. Olaf Nicolai hat ein Donald-Judd-„Möbel“ beigesteuert, in dem Zeitungen und Decken aufbewahrt werden, Karin Sander eine weiße Wandarbeit hinterlassen. Von Anselm Reyle türmt sich ein giftgrüner Glanzhaufen aus verschmolzenen Tonquadern in der Halle. Und von Björn Dahlem, der im Erdgeschoss lebt und arbeitet und auf dem Dach einen „Würstelbaum“ als Richtfest- und Weihnachts-Deko mit Ganzjahresberechtigung aufgestellt hat, befinden sich ein paar „Sterne“ und „Schwarze Löcher“ in einer Vitrine.

Vernünftig und ökologisch an dieser skurrilen Villa ist zunächst die Nutzung einer vermeintlich unbrauchbaren Immobilie nach langem Leerstand (in der zuletzt ein paar irische Pornos gedreht wurden). Jeder gewöhnliche Investor hätte die Sortier-, Lager- und Versandhütte für sozialistische Unterwäsche abgerissen, um nahe dem Krampnitzer See neu zu bauen. Brandlhuber aber ließ das hässliche Entlein, wie es ist, um es mit wenigen Eingriffen in einen hochglanzmagazintauglichen Schwan zu verwandeln.

Eine große Betonplatte mit der langen „Regennase“ zum Garten ersetzt das asbestverseuchte Satteldach und dient als Dachterrasse mit Blick auf den See, auf Wald und Pferdewiesen. Ein kompaktes Kernelement beinhaltet Küche, Kamin, Toilette, Bad und Sauna, sodass die restliche Fläche der Etage unverstellt bleibt. Und eine geothermische Anlage in 100 Meter tiefen Bohrpfählen versorgt eine Fußbodenheizung, damit die Wasserleitungen nicht einfrieren.

Was aber nicht heißt, dass hier echt geheizt würde. Um das Geld zu sparen, das für einen Verbrennungsofen, hässliche Heizkörper sowie dicke Wärmedämmung nötig gewesen wäre (die als Außenverschalung auch noch den typischen DDR-Charme mit seinem Kieselputz „verschandelt“ hätte), zieht Brandlhuber sich mit seinen Gästen im Winter hinter einen Vorhang zurück. Das Textil verkleinert bei Kälte nach Angaben des Architekten die 150 Quadratmeter Fläche auf 70 rund um das Kernelement, wo dank Saunen, Kamin und Espressomaschine genug Wärme erzeugt wird, um die Antivilla auch im Winter, gut eingemummelt, bewohnen zu können.

Minimalismus – aber keine Monotonie 

Das erinnert an die Empfehlung des einstigen Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin, die Leute sollten sich, um Heizkosten zu sparen, einen dicken Pullover anziehen, denn bei 15 oder 16 Grad könne man auch prima leben. Tatsächlich ist es genau diese Idee, die – allerdings ohne den begleitenden Zynismus – bei vielen Vertretern des Neuen Pragmatismus zu produktiven Konzepten führt. Die französischen Architekten Lacaton & Vassal etwa bauen seit vielen Jahren Sozialwohnungen mit unklimatisierten Wintergärten als Bonusfläche. Dreiviertel des Jahres können diese als normale Wohnung genutzt werden, nur im Winter nicht. Auch den Bewohnern von Hochhäusern in den Vorstädten französischer Metropolen haben sie mit solchen Tricks schon zu attraktiven und größeren Wohnungen verholfen.

Sie und ihre Kollegen kritisieren falsche Standards bei sozialen und staatlichen Wohnungsbauprogrammen, die es Armen unmög­lich machen, ihren eigenen Vorstellungen gemäß zu leben. Statt sogenannte Sanierungsviertel abzureißen und die Bewohner in Hochhäuser zu verpflanzen, empfehlen Architekten wie das chilenische Büro Elemental einfache Bauten mit Minimalstandards, die durch Eigenleistung der Bewohner nach Bedarf erweitert werden können.

Die kargen zweigeschossigen Wohnquader, die Elemental zu Blöcken um einen großen Innenhof gruppieren, entsprechen in ihrem Abstand zueinander genau der Länge der billigsten Balken im Baumarkt. Immer wenn etwas Geld übrig ist, können die Bewohner also selbstständig die Wohnfläche ihres Hauses einen Schritt erweitern und schließlich verdoppeln. Die ursprüngliche Monotonie des Minimalismus verwandelt sich so in ein buntes und individuell gestaltetes Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität und intaktem sozialem Leben.

In vielen afrikanischen Ländern, wo die Behelfshütte mit der postkolonialen Bröckel-Moderne konkurriert, lehren Architekten wie Francis Kéré aus Burkina Faso die Menschen wieder ihre eigenen bewährten Bauweisen, die in Vergessenheit gerieten. Luftig-kühle Doppelstrukturen aus getrockneten Lehmziegeln erlauben billiges und schnelles Bauen, das durch die kleinteilige Form des Materials auch noch individuell gestaltet werden kann. Und auch in Europa entdecken immer mehr private Bauherren den Sinn von jahrhundertealten Regeln einer ortsbezogenen Architektur.

Es gibt zudem viele Herausforderungen, bei denen pragmatisches Handeln von Architekten nicht nur clever ist, sondern das grundsätzlich einzig vernünftige Konzept darstellt – etwa bei der Unterbringung von Flüchtlingen oder Katastrophen-Opfern. Die Initiative Make It Right des Schauspielers Brad Pitt für die Opfer des Hurrikans Katrina in New Orleans ist solch ein beispielhaftes Projekt. Internationale Star-Architekten entwickeln dafür honorarfrei flutsichere Stelzenhäuser, die nicht nur den Menschen, die bei dem Hurrikan alles verloren haben, die Rückkehr in ein Zuhause ermöglichen. Ziel des Programms ist die Entwicklung von Haustypen, die billig, nachhaltig und schön sind und auch anderswo für Menschen in Not errichtet werden können.

Ähnlich gingen verschiedene namhafte japanische Architekten nach der Tsunami-Katastrophe vor: Sie bauten mit einfachen Materialien bis hin zum Fundholz aus dem Überschwemmungsgebiet Übergangshäuser und Versammlungsräume. Besonders Shigeru Ban, der mit seinen Gebäuden aus Papier berühmt wurde, beschäftigt sich seit Langem mit Konzepten für schnell zu errichtende Unterkünfte, zuletzt mit einem Baukastensystem für Fachwerkhäuser, das ab August in der Erdbebenregion in Nepal eingesetzt wird.

Dass solche Ansätze nicht nur etwas für Arme und Künstler sind, zeigen jene Architekten, die sie als Alternative zur Monokultur städtischer Bauprogramme begreifen. Einer ihrer Vordenker ist der Däne Bjarke Ingels. In seinem Manifest „Yes Is More“ propagiert er den „Pragmatischen Utopismus“. Damit meint er eine Architektur, „die das konkrete Ziel verfolgt, sozial, ökonomisch und umweltmäßig perfekte Orte zu schaffen“. Ingels Büro BIG verkleidete eine Müllverbrennungsanlage in Kopenhagen mit einer Skipiste oder baute einen achtstöckigen Wohnkomplex, den man mit dem Fahrrad erklimmen kann.

 

 

„Wirklich interessant wird der Pragmatismus, wenn er neue Komplexität und Vielfalt erzeugt“, sagt eine weitere Vertreterin des Ansatzes, Antje Buchholz vom Berliner Büro BARarchitekten. Das Wohn- und Geschäftshaus, das sie und ihre Kollegen an der Oderberger Straße im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg errichtet haben, gleicht zwar dem Grundmodell für pragmatisches Bauen, dem auch Arno Brandlhubers Atelierhauskonzept folgt. Ein als „unbebaubar“ billig erworbenes Grundstück in einer Baulücke wurde auch hier mit einem schlichten Betonskelett gefüllt und durch einfache Ausbaustandards so entwickelt, dass die Mieten moderat ausfallen. Aber durch ein intelligentes System von Modulen mit unterschiedlichen Raumhöhen, die von den Mietern flexibel kombiniert werden können, entstanden hier eigenwillige Wohnungen mit mehreren Ebenen und vielen Treppen, von denen keine der anderen gleicht.

Das Namenskürzel BAR steht für „Base for Architecture and Research“ – ein Forschungsansatz, der über die Grundstücksgrenzen hinausweist. Denn Pragmatismus bedeutet, den Wert einer Handlung nach ihrem praktischen Erfolg zu bemessen. Daher ist es sinnvoll, sich mit dem Quartier und seiner Charakteristik zu beschäftigen, bevor man losbaut. Weil Prenzlauer Berg ein Viertel mit vielen Geschäften, Kneipen und Kreativen ist, gibt es in dem Neubau von BAR ein Café, einen Laden und Studios für Journalisten, Architekten und andere Fachleute für urbanes Leben.

Wie schwer es solche intelligenten und praxisnahen Projekte zwischen den marktbeherrschenden Blöcken der Privatinvestoren und Baugesellschaften immer noch haben, zeigt sich daran, dass die meisten dieser Vorhaben in eigener Bauherrenschaft realisiert werden müssen. Obwohl Städte wie Berlin, Bremen oder Hamburg halbherzige Wettbewerbe für innovativen Wohnungsbau starten, kneifen die Verantwortlichen stets bei der Umsetzung. Politiker und Entwickler reagieren bislang offenbar nur auf Kennzahlen.

Nimmt man die berühmteste Formel des philosophischen Pragmatismus – „Learning by doing“ –, die von den Vertretern der Chicago School of Sociology geprägt wurde, ernst, dann wird trotzdem klar, wie viel Potenzial noch in dieser Architektur schlummert. Während die dominierenden Ideen der Moderne mit ihren großen, standardisierten Formen unbeirrbar die langweilige Stadt vergrößern, ist der Beweggrund der Pragmatiker lebenslanges Ausprobieren und Lernen von den Nutzern.

Wie sich das Leben verändert, so soll sich die Stadt verändern. Was dem vor allem im Wege steht, ist der Feind kreativen Denkens: Standards. Und da kann es im Sinne der Neuen Pragmatisten nur eine Antwort geben: Weniger ist mehr! ---

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