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Schloss Weissenhaus

In der Ausgabe 12/2011 berichtete brand eins über den Internetmillionär und VC-Unternehmer Jan Henric Buettner, der ein baufälliges Schloss samt Dorf und drei Kilometer Strand an der Ostsee gekauft hatte, um daraus ein Fünf-Sterne-Resort zu machen. Kaum fertig gestellt, soll die Anlage nun erweitert werden. Das Geld kommt diesmal aus einer Crowdfunding-Kampagne.





68,5 Millionen Euro hat Buettner bislang in das 75 Hektar große Anwesen investiert, zu dem 60 Suiten und Zimmer in 30 Gebäuden, ein luxuriöser Spa sowie sieben gastronomische Einrichtungen gehören. An Wochenenden ist Weissenhaus bereits überwiegend ausgebucht – trotz Preisen zwischen 264 und 1174 Euro pro Nacht. Daher sollen möglichst schnell 50 weitere Übernachtungsplätze in vier Neubauten entstehen.

Für die Finanzierung hat Buettner im Juli eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Companisto gestartet. Ende August vermeldete Companisto bereits Einnahmen in Höhe von 3,3 Millionen Euro von 800 Investoren mit Einlagen zwischen fünf und 500.000 Euro (Durchschnitt: 3500 Euro). Damit hat das Weissenhaus-Projekt einen Europarekord aufgestellt. Im Oktober erreichte die Einlagen fünf Millionen Euro. Angestrebt werden 7,5 Millionen Euro bis Jahresende.

Weissenhaus ist damit das erste große Immobilienprojekt, welches erfolgreich über Crowdfunding finanziert wird. Buettner garantiert eine Verzinsung von vier Prozent sowie eine zusätzliche Beteiligung am Betriebsergebnis und Wertzuwachs der Anlage. Abgesichert wird die Einlage durch eine Grundschuld auf die Immobilie und Buettners Privatvermögen.

„Crowdinvestment hatte ich schon lange im Kopf“, sagt Buettner. „Ich wollte das einfach mal ausprobieren. Ich finde es spannend, Unternehmer und Privatinvestoren abseits von verstaubten Banken- und Fondsstrukturen zusammenzubringen. Das kann schon bald zu einer ernstzunehmenden Finanzierungssäule werden.“ Ganz nebenbei und durchaus beabsichtigt sorgte das Projekt für zahlreiche Schlagzeilen in den Medien.

Jan Henric Buettner hatte ab 1994 zusammen mit Andreas von Blottnitz für Bertelsmann den Internet-Dienst AOL Europe aufgebaut. Nach dem Verkauf klagten Buettner und Blottnitz erfolgreich eine Beteiligung am Erlös ein; man einigte sich außergerichtlich auf eine Zahlung von 160 Millionen Euro. Seitdem leitet er den in Kalifornien ansässigen VC-Fonds BV Capital/e.ventures, einen der größten Risikofonds der Welt.

Buettner kennt Weissenhaus aus seiner Kindheit. Als das Anwesen zum Verkauf stand, übernahm er es für 7 Millionen Euro. 

Lesen Sie den Artikel der Ausgabe 12/2011:

Vier Unternehmer machen Millionen im Internet. Um dann nach dem ganz anderen Ding zu suchen. Wohin das führte, lesen Sie hier.

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