Partner von
Partner von
Eastman Kodak

Was wurde aus Eastman Kodak?

Eine Wende ohne Ende: brandeins-Autor Steffan Heuer beschrieb sie bereits in der Ausgabe 8/2006 ("Falscher Film"). Damals versuchte die Firma Eastman Kodak, mit dem Fortschritt der digitalen Fotografie mitzuhalten, und musste doch Insolvenz anmelden. Nun kündigte das Unternehmen mit Sitz in Rochester im Bundesstaat New York an, das Insolvenzverfahren bald abschließen zu können. Aber: Kodak zehrt von seiner Substanz.
 



Die Presseerklärung soll Zuversicht verbreiten: Das seit Jahren schwer lädierte Traditionshaus kündigt darin an, den Verlust im zweiten Quartal diesen Jahres auf 224 Millionen Dollar reduziert zu haben. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es noch 299 Millionen Dollar. Man werde das 2012 eingeleitete Insolvenzverfahren bald abschließen, um künftig im Geschäftsfeld „Digital Imaging“ neu zu wachsen.

Steffan Heuer hatte allerdings schon 2006 festgestellt, dass Kodak “beim Übergang in die digitale Welt den Finger zu spät am Auslöser” hatte. Damals liefen die Anstrengungen auf Hochtouren, das 1892 gegründete Unternehmen mit drastischen Einschnitten zu retten.

Der damalige Vorstandsvorsitzende Antonio Perez – bis heute im Amt – schloss zahlreiche Werke und verabschiedete sich von kompletten Geschäftsbereichen. Der Umsatz ist seit 2006 von 13,3 auf 4,1 Milliarden Dollar gesunken, die Belegschaft von 41000 auf 13000 verringert worden. Trotzdem schreibt Kodak beständig weiter rote Zahlen.

Inzwischen hat sich Kodak darauf verlegt, sein Tafelsilber zu verkaufen. So stieß das Unternehmen Anfang des Jahres 1100 Patente für mehr als eine halbe Milliarde Dollar ab. Käufer war ein Konsortium bestehend aus den Firmen Adobe, Amazon, Apple, Facebook, Fujifilm, Google, HTC, Huawei, Microsoft und Samsung. Ausgerechnet jene IT-Firmen also, die seit Jahren mit innovativen digitalen Diensten Kodak das Leben schwer machen.

Lesen Sie den Artikel aus der Ausgabe 01/2012:

Eastman Kodak machte einst die Massen zu Hobby-Fotografen. Doch beim Übergang in die digitale Welt hatte das Traditionshaus den Finger zu spät am Auslöser. Jetzt ist die Aufholjagd zum Überlebenskampf geworden, bei dem der Heimatstandort Rochester ausblutet.

Artikel lesen