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brand eins Podcast

Kann Science Fiction uns helfen, neu zu denken? Die Politikwissenschaftlerin und Autorin Isabella Hermann sagt: ja. Aber Science Fiction bietet keine Lösungen. Vielmehr hält sie uns den Spiegel vor.

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Schwarz-Weiß Porträt einer jungen Frau mit langen, welligen Haaren. Sie lächelt freundlich und wirkt sympathisch. Sie trägt eine Jacke über einem dunklen Oberteil.

Science Fiction schaut nicht in die Zukunft. Die Zukunftsszenarien sind eher ein Stil-Mittel, um Extremsituationen und Herausforderungen aufzuzeigen. Man kreiert Konflikte, die den Menschen mitreißen.


„Science Fiction weist uns überdeutlich auf die Ängste, Sorgen und Trends, die momentan in unserer Gesellschaft herrschen, hin.“

Im besten Fall können sie ein Weckruf sein, im schlechtesten Fall uns lähmen. Als Beispiel nennt Hermann die Umweltbewegung der 70er und 80er Jahre, in der Angst und Katastrophenszenarien zu einem Verhaltensumschwung führen sollten. Aber Angst lähmt. Die negative Zukunft erscheint als unausweichlich. In dem man sich ihr ergibt, erhält man gleichsam Absolution, obwohl man nichts gegen die Probleme gemacht hat.


„Bei Fridays for Future wird immer mit der künftigen Apokalypse gespielt. Mir fehlt eine positive gesellschaftliche Vision, wie wir denn eigentlich leben wollen.“

Der Katastrophenpädagogik gegenüber steht die Technikgläubigkeit der neuen Start-ups:


„Im Silicon Valley herrscht eher ein Technik solutionistisches Denken: die Welt als ein Computer- oder ein Ingenieursproblem und dieses können wir fixen durch Technik, Daten und Code.“

So manche Idee, die dabei entsteht, klingt fantastisch, geht aber weit an den heutigen Bedürfnissen vorbei.


„Bauen wir doch Kolonien auf dem Mars, wie es die Wunschvorstellung von Elon Musk wäre. Solche technischen Lösungsansätze gehen nach hinten los, weil sie keine gesellschaftlichen Probleme lösen."

Wir sollten Science Fiction daher eher als eine eigene Denkmethode ansehen, ein „Rumspinnen“, bei dem die Gedanken geöffnet werden und neue Ideen entstehen können.

Podcast Timeline:

[00:00] Begrüßung zur ersten Folge des Jahres 2022

[02:25] Werbung

[03:34] Isabella Hermann im Gespräch über Science-Fiction

[05:37] Wieso Science-Fiction ein Brennglas für die Gegenwart ist

[07:00] »Science-Fiction handelt nicht von Wissenschaft«

[08:03] Wie Science-Fiction helfen kann, kreativer zu denken

[11:12] Alle sollten mehr Science-Fiction sehen & lesen

[12:21] Zu viel Technikgläubigkeit?

[15:30] Der Roboter – Die perfekte Figur

[17:59] Mehr Utopien wagen

[19:57] Fiktion & Realität: Der Fortschritt ist dann doch kleiner

[22:07] Was können Unternehmen aus SciFi ziehen?

[24:49] Verabschiedung & Hinweise