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... würde definitiv nicht in Kryptowährungen investieren. Die Blockchain hält er für die langsamste Datenbank der Welt, Bitcoin sei das Zahlungsmittel der Erpresser und Geldwäscher. Ohne jeden Nutzen.

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Michael Seemann ist Kultur- und Medienwissenschaftler und lehrt an der Universität zu Köln und der Universität der Künste in Berlin. Er beschäftigt sich mit Konzentrationsprozessen im Netz und den mächtigen Plattformen wie Facebook, Google oder Uber.

In unserem neuen Podcast spricht er über Kryptowährungen, die er als Zahlungsmittel der Geldwäscher und Erpresser bezeichnet.


"Die Hardcore-Verfechter von Kryptowährungen sind Leute, die sich mit beidem nicht auskennen: weder mit Ökonomie noch Technik."

Die aktuell hohen Bewertungen hält er für eine Spekulationsblase, die innerhalb eines Jahres platzen werde. Das Versprechen von Transparenz und Dezentralität verkehre sich schon jetzt ins Gegenteil. "Kryptowährungen sind offiziell dezentrale Plattformen, aber alles an ihnen strebt nach Zentralisierung", sagt Seemann. Große Handelsplattformen oder Typen wie Elon Musk könnten die Kurse massiv beeinflussen. 


„Wer da von einer dezentralen Plattform spricht, den kann ich nicht ernst nehmen.“

Der Handel mit Kryptowährungen entspricht, so Seemann, einer einfachen Umverteilung von Kapital zwischen den Anlegenden. Ein Nullsummenspiel, eigentlich sogar ein Negativ-Summenspiel, denn durch den gewaltigen Stromverbrauch, der beim Mining, also dem Herstellen von zum Beispiel Bitcoins, entsteht, werde Kapital vernichtet. Es gehe also Wert verloren. Ein immer weiter schwindender Betrag werde hin und her geschoben. 


"Wenn man auf Kryptowährung spekuliert, dann spekuliert man eigentlich nur darauf, dass es immer noch einen größeren Dummen gibt als man selbst, der das System mit neuem Kapital versorgt. "

Seemanns Fazit: Viel Aufregung und verschwendete Energie für ein Spekulationsobjekt, das keinen wirtschaftlichen Nutzen hat und nur als Schneeballsystem funktioniert!

Podcast Timeline:

[01:11] Begrüßung: Michael Seemann

[03:05] Warum er nicht in Kryptowährungen investieren würde

[05:48] Krypto und die Transparenzfrage

[06:31] Krypto ist keine Währung

[08:17] Was, wenn Währungen dezentralisiert wären?

[10:32] Parallelen: Krypto und der Weg des Internets

[13:20] Das CO2-Problem

[16:04] Kommt die staatliche Regulierung?

[16:45] Der Blockchain-Hype ist vorbei

[19:20] Schnittstellen- und Protokollplattformen

[23:10] Zentralbanken in der Pflicht

[25:33] Was kommt da auf uns zu?

[27:26] Verabschiedung