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Das Bild zeigt eine Nahaufnahme der Hand einer Person, die einen großen Haufen getrockneter Mangos in einen silbernen Behälter schüttet.

Mangos aus Mali

Django Cissé produziert in Mali getrocknete Mangos für Deutschland. Damit schafft er Jobs in einem der ärmsten und instabilsten Länder der Welt – und Gewinne auf beiden Seiten.


Das Bild zeigt eine Gruppe von Menschen mit grünen Hüten und Schürzen, die gemeinsam in einer Lebensmittelverarbeitungsanlage arbeiten. Sie bearbeiten und verarbeiten  Mangos,. Einer der Arbeiter schält eine Mango mit einem Messer und schaut direkt in die Kamera.
Das Bild zeigt zwei durchsichtige Plastiktüten, die mit getrockneten Mangos gefüllt sind.

• Der Industriepark von Kaboila liegt 14 Kilometer südlich der Großstadt Sikasso, nicht weit von der Grenze zur Elfenbeinküste. Alles ist grün hier im tropischen Süden Malis. Kilometerweit reihen sich Mangobäume mit ihren dichten, dunklen Blätterschirmen aneinander. Mittendrin stehen mehrere aus Blechplatten und Betonfertigteilen gebaute Fabrikgebäude. Ständig fahren mit Mangos beladene Lastwagen vor: Motorenlärm, Rufe, Gelächter. Das Entladen der reifen Mangos ist Gemeinschaftsarbeit.

In der klimatisierten Halle hingegen herrscht stille Konzentration: Frauen in grünen Kitteln mit Haube und Mundschutz zerteilen die Früchte im Akkord. Man hört das Schaben der Schälmesser, das Klatschen, wenn die geschälten Mangos in große Schüsseln fallen, das Rattern des Fließbandes mit den Mangoschnitzen. Über allem schwebt ein süßlich-aromatischer Duft. „Yiriden – Entreprise Agro-Pastorale Spécialisée dans la Transformation de Mangues“ prangt in großen Buchstaben auf einem Poster. „Yiriden“ bedeutet in der lokalen Sprache Bambara „Früchte“. Unter dem Firmenlogo sieht man eine würfelförmig aufgeschnittene Mango – und eine Reihe wichtiger Exportzertifikate, etwa „Bio“ und „Naturland“. Der Großteil der hier verarbeiteten Mangos wird später als Trockenfrüchte in deutschen Bio-Märkten und Drogerieketten landen.

Bis vor gut zehn Jahren galten getrocknete Mangos als Fair-Trade-Nischenprodukt. Dann nahmen Bio-Discounter sie ins Sortiment auf und vermarkteten sie als gesunden, natursüßen Snack. Seitdem haben sie ein Image als Superfood: Influencer und Foodblogger bewerben die getrockneten Mangos als Energiequelle für Sportler, Wanderer und alle, die sich gesund ernähren wollen. Der Absatz boomt.

Allerdings haben die Käufer in Deutschland kaum eine Vorstellung, unter welchen Bedingungen ihr süßer Snack produziert wird. Und wie viel die Arbeiterinnen riskieren, um ihr tägliches Brot zu verdienen. Ein malischer Fotograf könne die Fabrik gern besuchen, hatte die Leitung vorab erklärt – für einen deutschen Journalisten sei es zu gefährlich (daher stammen die oben beschriebenen Eindrücke aus Aufnahmen von Ousmane Coulibaly).

In Mali werden immer wieder Ausländer entführt, und im Gebiet rund um Sikasso patrouillieren bewaffnete Dschihadisten. Das Land leidet seit Jahren unter einem Bürgerkrieg. Während die Militärregierung die großen Städte und ihre unmittelbare Umgebung kontrolliert, hat die mit Al Kaida verbündete Dschihadisten-Miliz JNIM auf dem Land eine Art Parallelregierung errichtet. Seit September 2025 attackiert diese Tankwagen, die Mali von den Häfen in Abidjan an der Elfenbeinküste und Dakar im Senegal aus versorgen. Immer wieder kommt es zu Benzinmangel und Stromausfällen.

Das Bild zeigt einen Mann mit Glatze und Bart, der ein dunkelblaues Hemd trägt, auf einem Stuhl sitzt und in die Kamera lächelt. Der Hintergrund ist eine schlichte weiße Wand.

Kehrte nach seinem Studium in den USA nach Mali zurück: der Mango-Unternehmer Django Cissé in seinem Büro in der Hauptstadt Bamako

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