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GEO vs. SEO

Suchmaschinen wie Google oder Bing verlieren an Bedeutung. Wenn Menschen etwas wissen wollen, fragen sie KI-Chatbots. Um von ihnen gefunden zu werden, müssen Firmen anders vorgehen.



Das Bild ist eine digitale Illustration, die drei Surfer zeigt, die auf Surfbrettern Wellen reiten. Die Surfer befinden sich in verschiedenen Phasen ihres Ritts: Ein Surfer steht auf dem Brett, zwei andere sitzen darauf. Der Hintergrund des Bildes besteht aus einem gitterartigen Muster, das den Eindruck einer Welle vermittelt. Die Gesamtkomposition ist einfach und minimalistisch, wobei der Fokus auf den Surfern und ihren Aktionen liegt.

• Alles ist anders seit November 2022. Da machten OpenAI-Programmierer ChatGPT der Öffentlichkeit zugänglich. Seitdem hat sich radikal verändert, wie Menschen im Internet suchen. Bis dahin googelten sie alles. Inzwischen fragen immer mehr von ihnen KI-Chatbots – oder sie landen bei Googles hauseigenem KI-Überblick. Laut einer Tüv-Studie aus dem November 2025 nutzen knapp zwei Drittel aller Menschen eine KI, bei den 15- bis 29-Jährigen sind es sogar 91 Prozent. Am beliebtesten? ChatGPT.

Das Forschungsinstitut Gartner hat prognostiziert: Bis 2026 werden die Anfragen bei Suchmaschinen wie Google um 25 Prozent geschrumpft sein. Die Bots übernehmen.

Dadurch nehmen sogenannte Zero-Click-Searches zu. So heißen Suchen, bei denen Menschen nur noch die Antworten von Chatbots lesen und nicht mehr auf Websites klicken. Die Folge: Zugriffszahlen sinken teilweise rapide. Auf einzelnen Websites ging der Traffic im Vergleich zu der Zeit vor KI um bis zu 50 Prozent zurück. Besonders trifft das Medienunternehmen, die ihr Geld im Netz mit Informationen verdienen. Denn die erhalten die Nutzer oft auch vom Chatbot, in Form von Ausschnitten, Schnipseln oder Zusammenfassungen.

Folgen hat diese Entwicklung jedoch für alle Firmen. Denn wenn Marken gar nicht mehr in KI-Antworten auftauchen, könnten sie stark an Bekanntheit verlieren.

Diese Befürchtung gab es bei der DSV-Gruppe, dem zentralen Dienstleister aller Sparkassen in Deutschland, schon kurz nach der Veröffentlichung von ChatGPT. Denn erste Tests zeigten, dass die Chatbots bei Finanzfragen viele Webseiten und Vergleiche zitierten, aber fast nie die Sparkassen. „In diesem Moment haben wir gemerkt, dass wir uns verändern müssen“, sagt Stefan Roesler, der stellvertretende Geschäftsführer des DSV, rückblickend. „Denn wir hatten Sorge, dass wir sonst eines Tages unsichtbar werden.“

Um das zu verhindern, richtete ein Team der DSV-Gruppe in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband in den vergangenen drei Jahren vieles auf die neue Welt der Chatbots aus. Die ersten Ergebnisse dieser Arbeit sind schon bei Sistrix zu sehen, einem Analysetool aus Deutschland, das misst, wie wichtig eine Website bis 2022 war und ob sie auch noch im AI-Overview oder AI-Mode von Google zitiert wird. Die Sparkassen landeten in diesem Ranking mit ihrer zentralen Onlinepräsenz auf Sparkasse.de zuletzt vor allen anderen Finanzinstituten. Für Stefan Roesler ist das ein erster GEO-Erfolg.

GEO ist die Abkürzung für Generative Engine Optimization und folgt auf SEO, die Search Engine Optimization. Letztere sorgte durch das geschickte Setzen von Keywords und Links dafür, dass der Suchmaschinenalgorithmus eine Website bei der Auflistung der Suchergebnisse möglichst weit oben platzierte. Zumindest war dies das Versprechen der darauf spezialisierten Agenturen. Denn eine Garantie für Sichtbarkeit gab es nie. Der Google-Algorithmus ist ein Mysterium, und ob man es ohne Anzeige auf die begehrte Seite eins schafft, ist bis heute ein Glücksspiel. GEO ist das Äquivalent fürs KI-Zeitalter. Entsprechend viele Agenturen beschreien daher den Tod von SEO und versuchen GEO als Dienstleistung zu etablieren.

Es gibt bereits unzählige Anbieter. Einige stechen besonders heraus: in den USA beispielsweise das von Sequoia Capital finanzierte Profound, in Deutschland das Berliner Start-up Peec AI. Letzteres vermeldete im Dezember 2025 ein Umsatzwachstum von null auf fünf Millionen Euro – innerhalb eines Jahres. Das Versprechen der Agenturen ist noch dasselbe wie bei SEO: Mit unseren Tricks bleibt ihr sichtbar, liebe Firmen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Princeton University haben bereits bewiesen: GEO kann die Sichtbarkeit in generativen Suchmaschinen um bis zu 40 Prozent steigern. Doch einfach ist das nicht. Denn anders als bei SEO geht es bei GEO nicht mehr darum, mit der eigenen Website vorne zu sein, sondern Teil der Antwort zu werden.

Wenn also jemand nach gedämpften Laufschuhen frage, bringe ein hübscher Internetauftritt nichts, sofern der eigene Markenname nicht im Antworttext von Gemini oder von Perplexity auftaucht, sagt Claudia Bünte, Professorin für Betriebswirtschaftslehre an internationalen Hochschulen, früher in leitenden Positionen im Marketing bei Firmen wie Beiersdorf oder Volkswagen. „Es geht darum, dass die Menschen nach Shampoo suchen und Nivea finden“, sagt sie. Denn daraus folgt im besten Fall Umsatz. Doch es gebe noch ein zweites Ziel: „Marken müssen Reputation, müssen Vertrauen aufbauen, und das geht nur, wenn sie immer wieder bei KI-Suchen genannt werden.“

Doch wie genau schafft man es, dass die KI die eigene Marke empfiehlt und nicht die der Konkurrenz?

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