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Banken-IT

Viele Banken müssen ihr veraltetes IT-System dringend erneuern. Was dabei schiefgehen und wie es gelingen kann, zeigen drei Beispiele.



Das Bild ist eine farbenfrohe Illustration, die eine skurrile Szene mit einem Haus, einer Treppe und verschiedenen Gegenständen wie einer Hand, einem Tesaabroller, einer Flasche, Schaum und einem Geldstapel zeigt.

• Im Jahr 2018 saß in London eine Gruppe von Softwareentwicklern zusammen und trank Champagner. Sie hätten es sich verdient, glaubten sie – immerhin hatten sie gerade das Kernbankensystem und damit das Herzstück der britischen Bank TSB ausgetauscht. Unzählige Datensätze und Programme hatten sie so verschoben, dass die mehr als fünf Millionen Bankkunden nicht merkten, dass im Hintergrund gerade ein uraltes System ausgetauscht wurde. Eine äußerst heikle Mission. Im Fall des Gelingens: ein Kunststück. Genau das dachten sie damals in London, erfolgreich vollbracht zu haben.

Doch wenige Stunden später brach alles zusammen. Für mindestens eine Woche hatte ein Großteil der Kunden keinen Zugang zum Online- oder Mobile-Banking, auch andere Services fielen aus und verursachten ein riesiges Schlamassel bei Kunden, die Rechnungen nicht bezahlen und Überweisungen nicht tätigen konnten. Für die Bank war das ein Super-GAU und führte dazu, dass der damalige Chef die Kundschaft um Entschuldigung bat: „Wir sind auf unseren Knien.“ Die Bank musste Schadenersatz von rund 36 Millionen Euro zahlen, später verhängte die Finanzaufsicht noch eine Strafe in Höhe von 55 Millionen Euro. Hinzu kam ein Imageschaden, der sich nicht beziffern lässt. Uff.

Was nach einem fatalen Einzelfall klingt, kann theoretisch jedem Geldhaus passieren, das sein Kernbankensystem erneuern muss. Denn über diese zentrale Softwareplattform läuft im Grunde alles: Bekommt ein Kunde Geld ausgezahlt, wird das ebenso erfasst, wie wenn er einen Kredit aufnimmt, etwas mit der Karte bezahlt oder Gehalt erhält. Die Kernbankensysteme muss man sich dabei wie ein Haus vorstellen, gebaut aus einem großen Code-Block: statisch, aber stabil – und 30 oder 40 Jahre alt. Programmiert wurde damals noch in der Programmiersprache Cobol (die heute kaum noch gelehrt wird), die Systeme liefen auf IBM-Großrechnern. Weil die nur begrenzte Rechenleistung hatten, versuchten die Entwickler, möglichst alle Aufgaben in ein und demselben Programmcode unterzubringen. Das war damals klug, wurde später aber zum Problem.

Denn kurz darauf begann das Zeitalter des Internets. Das Onlinebanking kam hinzu, später auch Apps für das Smartphone. Sie wurden mit dem alten System verbunden, man hat also gewissermaßen an das Haus angebaut. Mal eine neue Garage hier, mal ein Balkon da, alles irgendwie miteinander verbunden. Der Nachteil: Jede Veränderung des Systems kann Auswirkungen auf andere Teile haben. Und jede Erneuerung kann im schlimmsten Fall auch dazu führen, dass das Gesamtsystem nicht mehr funktioniert und das Haus in sich zusammenfällt.

Auf die Renovierung zu verzichten ist keine Option. Denn die Systeme sind auf das moderne Banking mit seinen Echtzeitüberweisungen und den zahlreichen Onlinefunktionen nicht ausgelegt. Auch den Anforderungen in Sachen Regularien und Cybersecurity sind die Uraltsysteme teils nicht mehr gewachsen. Ganz zu schweigen davon, dass die Wartung teuer ist: Eine Accenture-Studie aus dem Jahr 2026 ergab, dass 70 Prozent der IT-Budgets der Banken für die Erhaltung des alten Kernbankensystems aufgewendet werden. Darüber hinaus gehen viele ältere Beschäftigte in Rente – und mit ihnen das Wissen, wie diese IT funktioniert.

Viele Banken müssen daher ihre Kernbankensysteme in den nächsten Jahren austauschen oder erneuern, gerade auch in Deutschland. Den hiesigen Geldinstituten attestiert Ibi Research, ein Institut der Universität Regensburg, besonderen Nachholbedarf. Und laut einer Umfrage des Finanzunternehmens Finastra halten es mehr als ein Drittel der Banken für wichtig, ihre Systeme zu modernisieren, um nicht abgehängt zu werden.

Doch wie kann das ohne Systemabsturz gelingen? Drei Beispiele aus der Bundesrepublik.

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