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Versive – ETH Zürich Foundation

In Zürich haben zwei Gründer einen Rollstuhl entwickelt, der sich mit dem Oberkörper lenken lässt. Das spart Kraft und macht wendiger.



Das Bild zeigt einen Rollstuhl, der auf einer nassen Straße steht, im Hintergrund ist eine Person zu sehen, die Fahrrad fährt. Die Szene spielt in einer städtischen Umgebung, im Hintergrund sind Gebäude und Ampeln zu erkennen.

• Innenstädte sind eine Herausforderung fürs Rollstuhlfahren. Damit das Wasser bei Regen abläuft, sind die meisten Gehwege leicht geneigt. Wer zu Fuß unterwegs ist, bemerkt das kaum. Wer aber mit dem Rolli fährt, driftet unweigerlich seitlich ab. Bislang halfen dagegen nur beide Hände an den Greifrädern: Die eine bremst, die andere schiebt. Das ist mindestens so anstrengend und umständlich, wie es klingt – ein Problem, für das die Rollstuhlbranche keine zufriedenstellende Lösung hatte. Bis jetzt.

Das neue Konstruktionsprinzip kommt von einem Spin-off der ETH Zürich. Die Firma namens Versive hat ein Lenksystem entwickelt, bei dem die Rückenlehne nicht starr im Rahmen fixiert ist, sondern über ein Gelenk auf halber Höhe nach links oder rechts kippen kann. Neigt sich der Oberkörper zur Seite, bewegt sich die Lehne mit. Das Gelenk übersetzt die Bewegung über Seilzüge auf die vorderen Lenkräder. Driftet der Rolli nach links ab, dann neigt man sich einfach ein bisschen nach rechts, und die Räder steuern gegen. Das macht das Fahren geradeaus um einiges leichter. Angeschoben und gebremst wird weiterhin mit beiden Händen.

Im Frühjahr 2027 soll das Fahrzeug auf den Markt kommen, sagen die beiden Gründer Reto Togni und Stefan Villiger. Der Rückenlenker soll dann etwas mehr kosten als ein konventionelles, individuell angepasstes Modell. „Momentan gehen wir von rund 7.000 Euro aus“, sagt Togni. Vergleichbare Rollis ohne die Rückenlenkung liegen je nach Anpassungsgrad zwischen 2.000 und 6.000 Euro. Der endgültige Preis der Neuheit hängt von den Produktionskosten ab – und da wird es kompliziert. Laut Togni hakt es noch bei der Lieferkette: „Wir sind ein kleiner Fisch mit kleinem Volumen und wenig Hebel – also müssen wir über Zwischenhändler gehen. Dadurch steigen die Kosten.“

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