Mehrzweckgebäude
Alles unter einem Dach
Die Kassen vieler Kommunen sind leer. Trotzdem brauchen sie Infrastruktur wie Schulen, Kitas und Bürgerhäuser. Da liegt es nahe, mehrere Einrichtungen in einem Haus zu vereinen. Das ist komplizierter, als man denkt – doch es gibt Erfolgsbeispiele.
• Auf der Mierendorffinsel im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf sollen 1.400 neue Wohnungen in den kommenden Jahren entstehen. Die Bewohner werden Kitaplätze und Schulen benötigen und Orte, an denen sie sich treffen können. Doch in dem Quartier zwischen Westhafenkanal und Spree fehlt es an Platz.
Heike Schmitt-Schmelz, Bezirksstadträtin für Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur, treibt deshalb einen ungewöhlichen Plan voran: Alles kommt unter ein Dach. Ein Neubau soll neben einer Kita auch eine integrierte Gesamtschule für 550 Schülerinnen und Schüler, eine Volkshochschule und eine Musikschule beherbergen. Zusätzlich soll in dem Gebäude ein Nachbarschaftstreff einziehen, das Gesundheitsamt Eltern-Kind-Kurse anbieten und eine Begegnungsstätte für Senioren entstehen.
Schon 2018 hatte das Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen, städtische Grundstücke und Gebäude intensiver zu nutzen und dort verschiedene Angebote zu bündeln. Damit wurde Berlin zum Vorreiter. Statt Schulen oder andere öffentliche Gebäude den halben Tag leer stehen zu lassen, sollen die Räume der Stadtgesellschaft offenstehen.
Inzwischen werden berlinweit rund 70 öffentliche Gebäude oder Grundstücke von verschiedenen Einrichtungen genutzt, oder es gibt zumindest entsprechende Pläne. In Marzahn beispielsweise teilen sich ein Verein für soziale Arbeit und die Musikschule eine ehemalige Kita. Zusätzlich stehen die Räume auch einer Schule, dem Seniorenverein und einer Hochschule zur Verfügung. Allerdings ist Mehrfachnutzung anspruchsvoll. Man muss sich gut absprechen, wer die Räume wann bekommt und welche Regeln für die Nutzung gelten.
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