Welthunger
Wie wird die Menschheit satt?
Ins Stocken geraten: der Kampf gegen den Hunger
Im Jahr 1798 verfasste der britische Ökonom Thomas Malthus einen Aufsatz, der bis heute diskutiert wird. In seinem „Essay on the Principle of Population“ warnte er, dass die Nahrungsmittelproduktion in Zukunft nicht mit der wachsenden Weltbevölkerung mithalten können werde. Folgen: Hunger, Krankheiten, Kriege. Und bis heute hält sich diese Angst hartnäckig. Dabei zeigen Daten: Das Angebot an Lebensmitteln ist viel stärker gewachsen als die Zahl der Menschen auf dem Planeten. Weltweit werden heute genügend Nahrungsmittel produziert, um alle 8,3 Milliarden Menschen satt zu machen. Doch sie sind extrem ungleich verteilt: So gibt es Regionen wie Nordamerika, in denen mehr als ein Drittel der Menschen übergewichtig ist – und wiederum solche wie Subsahara-Afrika, in denen mehr als ein Fünftel unterernährt ist. Weltweit trifft das auf 673 Millionen Menschen zu.
Lange machte die Welt Fortschritte im Kampf gegen den Hunger: Im Jahr 2000 verabschiedeten die UN-Mitglieder acht Millenniumsziele, die bis 2015 erreicht werden sollten. Eines davon: den Welthunger im Vergleich zu 1990 zu halbieren. Als das gelang, setzte die UN das Ziel „Zero Hunger“ bis 2030. Doch wegen bewaffneter Konflikte, der Pandemie, steigender Preise und der Klimakrise ist der Fortschritt ins Stocken geraten. Ginge es weiter wie jetzt, würde das Ziel laut Welthunger-Index nicht 2030 erreicht werden – sondern erst 2137. Man unterscheidet zwischen akutem Hunger, der oft nach Katastrophen auftritt, chronischem und verborgenem Hunger. Bei Letzterem nehmen Menschen zwar genügend Kalorien auf, aber zu wenig Nährstoffe. Diese Form tritt auch in wohlhabenderen Ländern auf und kann beispielsweise die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen.
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Er ist Teil unserer Ausgabe Ernährung