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Das Bild zeigt eine Nahaufnahme mehrerer grüner und weißer Lauchstangen, deren Stiele sichtbar sind. Die Lauchstangen sind in einer Reihe angeordnet.

Supercoop

Zwischen Produzenten und Kunden steht der übermächtige Einzelhandel – und bestimmt weitgehend über Angebot, Qualität und Preis. In Berlin macht es eine Genossenschaft mit ihrem eigenen Supermarkt anders.


Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 03/2026.

Radikale Innovation braucht mehr als gute Ideen. Sie braucht Methode. Alpha Innovation hilft Unternehmen, aus Zukunftssignalen neue Chancen, tragfähige Konzepte und klare Entscheidungen abzuleiten.

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Das Bild zeigt das Logo eines Unternehmens namens „ALPHA INNOVATION“. Das Logo besteht aus einem stilisierten „A“ und „N“ in einem geometrischen Design, wobei das Wort „ALPHA“ in einer größeren Schriftgröße geschrieben ist. Der Firmenname „TECHPARK SOOTIROL/ALTO ADGE“ ist ebenfalls im Logo enthalten. Die Designelemente sind schwarz-weiß, und der Firmenname ist in einer modernen, serifenlosen Schriftart geschrieben. Das Logo wirkt zugänglich und ist für alle Nutzer, einschließlich derjenigen mit Sehbehinderungen, gut lesbar.
Das Bild zeigt das Innere eines Lebensmittelladens mit einer Vielzahl von Produkten, die in Regalen ausgestellt sind, und einem Mann, der in der Nähe des Eingangs steht. Im Vordergrund befindet sich eine Couch im Vintage-Stil mit einem gelben Kissen und ein kleiner Holztisch.
Eine Person schneidet mit einem großen Messer auf einem weißen Schneidebrett ein großes, rundes Stück Käse.

Familiäre Atmosphäre: Bei der Berliner Supercoop geht es um mehr als um den Preis

• Früher hieß es: Gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Schaut man sich heute an, woher unsere Lebensmittel kommen, müsste es wohl heißen: Gegessen wird, was uns das Supermarktregal anbietet. Mehr als 87 Prozent des deutschen Marktes kontrollieren Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören. Die vier Konzerne fungieren als eine Art Türsteher in der Beziehung zwischen Produzenten und Kunden. Sie haben großen Einfluss auf das Angebot, auf Produktionsbedingungen und Preise (siehe „Inflation geht durch den Magen“, S. 32).

Eine Genossenschaft in Berlin will das ändern und das Verhältnis zwischen Kunden und Erzeugern verbessern. Ihr 2021 eröffneter Markt namens Supercoop ist ein Gemeinschaftsprojekt. Er bietet auf 700 Quadratmetern alles, was man zum Leben braucht, und macht 1,3 Millionen Euro Umsatz im Jahr, aber keinen Gewinn. Der Supermarkt als Gemeinschaftsprojekt – ein Modell?

Sie wünschen?

Ein Samstagmorgen in Berlin-Wedding. Draußen haben sich Fußwege in Eisbahnen verwandelt, drinnen trägt eine Frau Salatköpfe aus dem Kühlraum auf die Fläche. Eine andere prüft Äpfel und Rote Bete auf faule Stellen, ein Mann schaltet die Kassen ein. Josiane Meier steht an einem Kühlschrank und schreibt die Mindesthaltbarkeitsdaten der Käsesorten an die Glastür.

Es ist eine Art Memo für die Kunden: Kauft, was bald abläuft. Wegschmeißen wollen wir möglichst wenig, sagt Meier. Sie ist 46, hat sich einen lachenden Smiley neben ihren Namen aufs Namensschild gemalt. Das meiste sei ohnehin über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar, sagt sie. Die kleine Frau mit der guten Laune ist seit vier Jahren Mitglied bei Supercoop. Eigentlich ist sie Referentin in einem Bundesministerium, im Supermarkt arbeitet sie in ihrer Freizeit.

Mitmach-Supermarkt, so nennt sich der Laden, der gesunde Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen möglich machen will. Die Produkte sind überwiegend regional und bio, die Produzenten fair bezahlt, die Preise niedriger als im Biomarkt. „Das funktioniert aber nur, wenn die Mitglieder der Genossenschaft das Wertvollste in den Laden investieren, das sie haben: ihre Zeit.“ So formuliert es Joe Holtz in einer Dokumentation über die New Yorker Park Slope Food Coop.

Holtz hat die Food Coop 1973 gegründet. Der Markt in Brooklyn wuchs in gut 50 Jahren auf 17.000 Mitglieder, macht heute rund 55 Millionen Dollar Umsatz im Jahr. Und ist Vorbild für genossenschaftliche Supermärkte in Paris, Wien, Brüssel, Madrid.

Eine, die diese Idee nach Berlin brachte, ist Johanna Kühner, 28. „Wir haben zu Beginn einfach Paris kopiert“, sagt sie. Mit zwei Französinnen im Team lag das nahe. Sie übernahmen Finanzplanung und Community-Guidelines, passten sie an Berliner Bedürfnisse an. Wenige Jahre zuvor hatten zwei Amerikaner die New Yorker Idee erfolgreich in Paris adaptiert.

Kühner wollte nicht nur ihr eigenes Kaufverhalten verändern; sie wollte ein Unternehmen schaffen, das eine positive Wirkung hat und möglichst wenig Schaden an Umwelt und Gesellschaft anrichtet. Und sie wollte gesunde Lebensmittel für viele. „Wir haben mit einem Regal und Bestelllisten in Friedrichshain angefangen“, so Kühner, die heute im Aufsichtsrat der Supercoop sitzt und hauptberuflich bei einem Genossenschaftsnetzwerk arbeitet. Gemeinsam konnten sie beispielsweise eine relevante Nachfrage nach naturbelassenen Äpfeln und alten Sorten kreieren. Plakate im Supermarkt erklären heute, woher die Äpfel kommen und warum sie Dellen haben oder Flecken.

Die 1.936 Berliner Genossinnen und Genossen sind Mitarbeiter, Kundinnen und Eigentümer zugleich. Drei Stunden im Monat arbeiten sie im Laden, kassieren, nehmen Ware an, putzen, füllen Regale auf. Wer seine Schicht schwänzt, darf hier erst einmal nicht mehr einkaufen.

Das Bild zeigt eine Frau mit kurzen, lockigen Haaren, die eine Brille und einen bunten, gemusterten Pullover trägt. Sie steht vor einem Fenster, und der Hintergrund scheint das Innere eines Ladens oder Geschäfts zu sein

Genossin Josiane Meier (oben) Genosse (und Vorstand) Andreas Karsten (unten)

Ein Mann steht in einem Lagerhaus voller Kartons,.  Die Kartons sind in verschiedenen Größen und Farben gestapelt, wodurch eine optisch unruhige Umgebung entsteht. Der Mann befindet sich in der Mitte des Bildes, umgeben von Kartons auf allen Seiten.

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Die unbezahlte Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts: So kann Supercoop preislich mit Bioläden mithalten. Personalkosten fallen nur für die fünf Festangestellten an, darunter zwei der drei Vorstände, die sich um Einkauf, Lieferanten und Mitgliederkoordination kümmern.

Die Gesamtarbeitszeit der Genossinnen und Genossen, insgesamt etwa 30.000 Stunden im Jahr, kostet das Unternehmen nichts. Zudem verzichtet die Genossenschaft auf Werbung sowie Zwischenhändler und verzinst auch keine Geschäftsanteile, weder den Pflichtanteil – Kostenpunkt 100 Euro – noch freiwillige Anteile.

Einkaufen darf, wer mit anpackt, Ausnahmen gibt es lediglich für Mitglieder, die alleinerziehend, gesundheitlich eingeschränkt oder älter als 70 Jahre sind. Außerdem kann jedes Mitglied zwei sogenannte Miteinkäufer benennen, die nicht Teil der Genossenschaft sind. Und: Am ersten Samstag im Monat ist der Supermarkt für alle geöffnet.

Gewinn macht die Genossenschaft bis jetzt nicht, dafür muss sie weiterwachsen. Sie braucht vor allem aktive Mitglieder, die auch tatsächlich im Laden einkaufen und für Umsatz sorgen. Um schwarze Zahlen zu schreiben, benötigt die Genossenschaft 75 Prozent einkaufende Mitglieder, rund 1.500 Menschen. Zurzeit kaufen aber nur 71 Prozent ein. Der Rest sind Fördermitglieder, die lediglich Anteile halten, weil sie die Idee unterstützen. Entweder muss die Quote der Einkaufenden erhöht werden oder es müssen 200 neue Mitglieder her. Die Kapazitäten von Fläche und Strukturen lassen auch mehr zu. Ein Gewinn würde in die Genossenschaft zurückfließen, beispielsweise in ein dauerhaftes Workshop-Angebot oder einen zweiten Standort.

Die Idee vom Gemeinschaftssupermarkt kommt an, ein Drittel der Mitglieder hält mehr als einen Anteil. Ein Crowdfunding brachte im Jahr 2024 zusätzliche 45.000 Euro ein, im Jahr zuvor gab es dann noch die stille Beteiligung der Regionalwert AG Berlin-Brandenburg über 90.000 Euro.

Das Bild zeigt einen Stapel frischer, orangefarbener Karotten auf einer grünen Kunststoffoberfläche.
Eine Person schreibt auf die Glastür eines Kühlschranks, der mit verschiedenen Lebensmitteln gefüllt ist. Auf dem Kühlschrank befindet sich ein Preisschild, und auf der Glastür ist eine handschriftliche Notiz angebracht.

Transparent: keine Möhre wie die andere (oben). Transparent: Haltbarkeit, Kilopreis und Produktaufschlag (unten)

Das Bild zeigt eine Person, wahrscheinlich eine Frau, die vor einem großen, offenen Kühlschrank steht. Der Kühlschrank ist mit verschiedenen Lebensmitteln gefüllt, und die Person scheint den Inhalt zu untersuchen.

Sonst noch was?

In Berlin klemmt eine Genossin an diesem Samstagmorgen Preisschilder ans Brotregal: Kartoffelbrot, 6,09 Euro. Darin enthaltener Genossenschaftsaufschlag: 1,82 Euro. „Produktaufschlag 30 Prozent“ steht auf dem Schild.

Mehr als 3.000 Produkte hat Supercoop im Sortiment – von Pizzatomaten in der Dose über Fleisch, Tofu und Chips bis hin zum Deostift. Einen Teil bezieht die Genossenschaft vom Bio-Großhändler Terra, die anderen 34 Lieferanten sind traditionell arbeitende Betriebe, soziale Landwirtschaften, Bauern aus der Region. Idealerweise höchstens 100 Kilometer entfernt, zumindest jedoch aus Europa, das ist das Ziel.

Anders als bei Lidl, Edeka und Co legen in diesem Supermarkt die Erzeuger den Preis fest. Auf diesen Grundpreis schlägt Supercoop die eigene Marge drauf, im Schnitt 32 Prozent. Bei Obst, Gemüse und Grundnahrungsmitteln weniger, bei Käse oder Wein können es auch mal 35 Prozent sein. Der Anteil wird immer auf dem Preisschild angegeben. Erhöht haben sie die Marge seit der Eröffnung erst einmal.

Der Supermarkt grenzt sich außerdem von Biomärkten ab, weil „wir uns bewusst anders entscheiden und zum Beispiel keine Äpfel mit dubiosem Bio-Label aus Portugal einfliegen, sondern sie in der Prignitz einkaufen“, erklärt Andreas Karsten. Der 50-Jährige sitzt im Vorstand der Genossenschaft.

Mehr als 90 Prozent der Produkte tragen ein Bio-Siegel, sind fair hergestellt und gehandelt. Einige wenige gibt es auch anderswo zu kaufen, Pasta, Reis oder Tomatensoße etwa. „Für viele Produkte bieten wir verschiedene Preisstufen an, wenn wir merken, dass die Version ‚regional, fair, nachhaltig, bio‘ deutlich teurer ist als eine Variante, die nur einen Teil der Kriterien erfüllt“, sagt Mitgründerin Kühner. Sie wollen kein Supermarkt für Besserverdiener sein.

Radikal neu denken, statt nur zu optimieren

Mit der im NOI Techpark in Bozen entwickelten Methode Alpha Innovation lernen Unternehmen, über das Bestehende hinauszudenken, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und daraus neue Chancen abzuleiten. Das Ziel: nicht kontinuierliche Optimierung, sondern radikale Innovation. Der Weg dahin: ein dreistufiger, faktenbasierter Prozess, der Zukunftssignale in tragfähige Konzepte und strategische Entscheidungen übersetzt.

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Das Bild zeigt eine Frau in einem Supermarktgang, die nach einer Packung Nudeln auf einem Regal greift. Sie kniet sich hin, während sie das Produkt auswählt. Der Laden scheint eine Vielzahl von Artikeln in den Regalen zu haben, und im Hintergrund sind weitere Personen zu sehen.

Flexibel: Manche Produkte wie Pasta, Reis oder Tomatensoße gibt es so auch beim Discounter, der Rest ist regional


Die Genossinnen und Genossen halten mit ihrem Ehrenamt nicht nur die Preise niedrig, sondern sorgen auch für mehr Mitbestimmung, Gemeinschaft und Qualität.

Das Bild zeigt eine schwarze Plastikkiste, die mit verschiedenen frischen Gemüsesorten gefüllt ist, darunter Tomaten, Knoblauch und eine Gurke. An der Seite der Kiste ist ein handgeschriebenes Schild angebracht, auf dem folgender Text steht: Zu verschenken.

Für viele ein ungewohnter Anblick: naturbelassenes Gemüse

Der Nächste, bitte!

Die Genossinnen und Genossen halten mit ihrem Ehrenamt nicht nur die Preise niedrig, sondern sorgen auch für mehr Mitbestimmung. In New York oder Paris sind die Läden oft sogar billiger als die Bio-Konkurrenz. Das funktioniert so gut, dass einige New Yorker teils weite Strecken auf sich nehmen, um in ihrer Food Coop einzukaufen. Das mag an der hohen Zahl an Mitgliedern liegen und daran, dass frische, gesunde und regionale Lebensmittel in den USA oft Mangelware sind – oder schlicht sehr teuer.

In deutschen Städten mit ihrer ungewöhnlich hohen Einzelhandelsdichte fährt niemand eine Dreiviertelstunde zu einem bestimmten Supermarkt. Auch nicht für Supercoop: Etwa 60 Prozent der Mitglieder leben zehn bis fünfzehn Minuten Fußweg vom Laden entfernt.

Ein Supermarkt für die Nachbarschaft, mit Kinderspielecke, Sofa und Kaffeeautomat, Workshops zum Fermentieren und Einmachen, gemeinsamen Ausflügen zu Erzeugern. Mittwochs gibt es einen Mittagstisch. Die Genossinnen und Genossen können sich außerdem in einer der 19 Arbeitsgemeinschaften einbringen, von IT über Sortiment und Events bis hin zur Käseauswahl. All das taucht nicht in der Bilanz auf, macht den Laden aber besonders.

Josiane Meier bringt ab und an ihre Tochter mit, eine andere Genossin ihren 16-jährigen Sohn. „Ich würde nicht sagen, wir sind eine Familie, aber so was Ähnliches“, sagt Meier. Das älteste Mitglied ist 84 Jahre alt und steht trotzdem noch an der Kasse.

Der Wirtschaftswissenschaftler Tomaso Duso vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung hat mit dem Modell ein paar Probleme. Einen Supermarkt wie diesen, wendet er ein, müsse man sich leisten wollen und können – „und das wollen viele nicht.“ Selbst wenn sie Biolebensmittel eigentlich gut finden. Im Fachjargon nennt man das auch Consumer-Citizen-Gap: Zwar fordern die Leute bei Befragungen eine faire Entlohnung der Landwirte, sie finden auch eine nachhaltige Ernährung gut – aber am Ende kaufen sie doch das billigste Produkt. Für Nachhaltigkeit sind sie nur, wenn der Preis stimmt. Und das ist die Chance der Discounter, auch im Biosegment: Mit fast 33 Prozent haben sie den größten Anteil am Biomarkt, dicht gefolgt von Edeka und Rewe.

Doch ein genossenschaftlicher Supermarkt kann mehr als Bioprodukte, sagt Stephanie Wunder vom Thinktank Agora Agrar, der Konzepte für die Zukunft von Ernährung und Landwirtschaft entwickelt. „Wo kann man denn heute ein besseres Verständnis für Landwirtschaft fördern – für schwankende Erträge, regionale Besonderheiten und auch für die Vielfalt, die der Sektor zu bieten hat? Kooperative Ansätze können einen Beitrag dazu leisten, vor allem dann, wenn die Mitglieder aktiv an der Gestaltung des Sortiments beteiligt sind.“ Kooperative Konzepte seien noch eine Nische, aber ein überzeugender Ansatz: gesundes Essen ohne Gewinndruck, unter Einbeziehung der Mitglieder. Foodhub in München, zeitgleich mit Supercoop eröffnet, ebenfalls eine Genossenschaft und einige Hundert Mitglieder stärker, plant derzeit einen zweiten Standort.

Und die Erzeuger? Die loben die Zusammenarbeit, die faire Bezahlung und dass ihnen, anders als im klassischen Einzelhandel, keine Preise diktiert werden, so das Fazit eines Projekts der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Genossin Johanna Kühner sieht es so: „Irgendwo muss man doch anfangen und den großen Playern zeigen, dass uns Verbrauchern das wirklich wichtig ist!“ ---

Genossenschaften

Schon 1844, zu den Hochzeiten von Industrialisierung und Massenarmut, wurde nahe Manchester das erste genossenschaftliche Lebensmittelgeschäft eröffnet. Die Konsum- und Spargenossenschaft Rochdale Society of Equitable Pioneers bot in ihrem Laden zunächst Butter, Zucker, Mehl und Haferflocken an, später auch Tee und Tabak. Die Idee: Produkte, die sich der Einzelne nicht leisten kann, durch gemeinschaftlichen Einkauf zu verbilligen. Und es galten ähnliche Prinzipien wie heute: demokratische Mitbestimmung (damals allerdings: ein Mann, eine Stimme), Bildungsstreben, Beschränkung der Rendite sowie Rückvergütung.

In Deutschland waren es die Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch, die Mitte des 19. Jahrhunderts erste Kredit- und Einkaufsgenossenschaften gründeten. Der Grundgedanke Hilfe zur Selbsthilfe hält sich bis heute. In Deutschland gibt es rund 7.000 Genossenschaften. Dazu zählen Banken, Unternehmen aus dem Wohnungsbau und der Energiewirtschaft oder Handwerks- und Handelsunternehmen. Im Lebensmittelsektor arbeiten Bäcker, Winzer oder Bauern zusammen, aber auch Einzelhändler wie Edeka, Rewe oder die Schweizer Migros sind als Genossenschaft organisiert. Doch während sich bei Edeka und Rewe lediglich die selbstständigen Kaufleute und Filialbetreiber in Regionalgenossenschaften zusammentun und einige Filialen aus der Zentrale gesteuert werden, sind mehr als zwei Millionen Schweizer tatsächlich Genossen der Supermarktkette Migros, mit Genossenschaftsanteil und Mitspracherecht.

So setzen sich die Preise zusammen

Ein Brot „Katerkruste“ kostet im Verkauf 5,42 Euro, davon gehen 3,90 Euro an die Bäckerei, die Genossenschaft schlägt auf den Einkaufspreis ihren Produktaufschlag (Marge) von 30 Prozent drauf, 1,17 Euro, und auf diesen Nettoverkaufspreis kommt die Mehrwertsteuer mit 0,35 Euro.

Ein Kilogramm Äpfel aus der Prignitz kostet im Verkauf bei Supercoop 3,32 Euro, davon bekommt der Apfelbauer 2,39 Euro, 0,21 Euro sind Mehrwertsteuer und 0,72 Euro die Marge der Genossenschaft.

Genossenschaftssupermärkte in Deutschland

Lebensmittelläden nach diesem Prinzip gibt es auch in München (Foodhub), in Köln (Köllektiv) und in Bremen (Supercoop Bremen).

Die Supercoop-Produktleitlinien

1. Kulturelle und ökonomische Sensibilität gegenüber heutigen und zukünftigen Mitgliedern
2. Gesunde und wohlschmeckende Produkte
3. Regionalität
4. Saisonalität
5. Nachhaltige Anbaumethoden
6. Tierwohl
7. Fairness (Gerechtigkeit gegenüber Erzeugerinnen und Erzeugern)
8. Arbeitsschutz und Menschenrechte
9. Minimale Verpackung
10. Klimapositivität


Das Bild zeigt eine Gruppe von Menschen in einem Raum mit einem gelben Stuhl, einer Weißwandtafel und einem rot-blau getönten Glasfenster. Die Personen scheinen sich in einer Diskussion oder einer Präsentation zu befinden; einige stehen, andere sitzen. Der Raum strahlt eine moderne und professionelle Atmosphäre aus, wobei die Farbkombination aus Gelb, Weiß und Rot eine optisch ansprechende Umgebung schafft.

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Das Bild zeigt einen großen, offenen Innenhof mit einem modernen Gebäude, das in der Mitte eine markante, turmartige Struktur aufweist. Mehrere Personen bewegen sich im Innenhof, und in der Nähe stehen Fahrräder. Die Szene scheint einen öffentlichen Raum mit einer Mischung aus verschiedenen Architekturstilen darzustellen, darunter ein Backsteingebäude auf der linken Seite und ein Glasgebäude auf der rechten Seite. Die allgemeine Atmosphäre vermittelt den Eindruck einer geschäftigen städtischen Umgebung.

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